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21. Spieltag: Bayern blamieren sich gegen Köln

Wieder eine Pleite für die Bayern: Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln hat der Rekordmeister eine bittere 1:2-Niederlage kassiert. Vor allem Lukas Podolski enttäuschte im Spiel gegen seinen künftigen Club maßlos. Dafür eroberte Hoffenheim mit einem torreichen Remis gegen Stuttgart die Tabellenspitze vorerst zurück, weil Hertha patzte.

Ausgerechnet beim Comeback von Lukas Podolski gegen seinen Herzensclub 1. FC Köln ist der FC Bayern München in die Krise gestürzt. Der deutsche Fußball-Meister unterlag am Samstag gegen den Aufsteiger überraschend mit 1:2 (0:2) und kassierte am 21. Bundesliga-Spieltag bereits die dritte Niederlage im vierten Rückrundenspiel. Hertha BSC Berlin verlor in Wolfsburg und büßte die Tabellenführung ein. Nutznießer ist Hoffenheim, das trotz eines 3:3-Unenschiedens gegen Stuttgart vorerst an die Tabellenspitze zurückkehrte.

In der Münchener Allianz konnte Lukas Podolski nur staunend zuschauen, wie "sein" FC zur Hochzeit des Karnevals in der mit 69 000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena auftrumpfte und durch die Tore von Fabrice Ehret (22. Minute) und Bundesliga-Debütant Daniel Brosinski (34.) erstmals nach elf Jahren wieder verdient in München siegte. Für die geschockten Bayern konnte in der Schlussphase nur noch Abwehrspieler Daniel van Buyten per Kopf verkürzen (84.).

Spannende Wochen in München

"Spannende Wochen" hatte Trainer Jürgen Klinsmann angesichts der kommenden schweren Auswärtsaufgaben der Bayern in der Champions League gegen Sporting Lissabon, in der Bundesliga bei Werder Bremen und im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen angekündigt. Nach dem weiteren empfindlichen Rückschlag in der Meisterschaft ist für ein Reizklima beim Rekordchampion schon vorher gesorgt.

Auch Podolski, der erstmals nach 108 Tagen wieder beim FC Bayern zum Zuge kam, konnte nichts an der Pleite des Meisters ändern. Nach dem Ausfall von Luca Toni stand der 23-Jährige überraschend sogar in der Startelf, aber bis auf einen kräftigen Schuss aus 15 Metern mit links über das Tor in der 6. Spielminute gelang Podolski wenig gegen den FC, zu dem er im Sommer zurückkehrt.

Eine spielerische Enttäuschung

Die Bayern kämpften, aber spielerisch enttäuschten sie auf ganzer Linie. Auch Franck Ribéry lief sich immer wieder fest - Torchancen blieben Mangelware. Defensiv offenbarten die Münchner zudem erneut Schwächen. Hadern durften sie aber mit dem Schiedsrichtergespann um Babak Rafati (Hannover), das ein einwandfreies Kopfballtor von Miroslav Klose nicht anerkannte, sondern auf Abseits entschied (13.).

Statt 1:0 hieß es kurz darauf 0:1. Nach Zuspiel von Nemanja Vucicevic konnte Ehret ungehindert von Verteidiger Martin Demichelis einschießen. Die Bayern waren irritiert, die bissigen Kölner setzten nach. Vucicevic tanzte Nationalspieler Philipp Lahm auf dem Flügel aus, passte in die Mitte, wo der 20-jährige Brosinski in seinem ersten Bundesligaspiel ungehindert sein erstes Bundesligator erzielen konnte. Mit Donovan für Podolski und Altintop für Schweinsteiger wollten die Bayern nach der Pause zur Aufholjagd ansetzen. Die Bayern rannten in der Folge wütend, aber planlos an und kassierten eine verdiente Niederlage.

Hoffenheim wieder Tabellenführer

Ein spätes Tor wurde Hertha zum Verhängnis. Nach einer mäßigen ersten Hälfte gegen die zu Hause weiter unbesiegten "Wölfe" brachte Cicero die Berliner in Front (62.). Aber zu früh gefreut: Edin Dzeko wendete das Blatt. Nach dem Ausgleich (72.) glückte dem Wolfsburger auch noch der Siegtreffer (84.).

Nutzen konnte Herbstmeister Hoffenheim die Münchner Pleite und den Berliner Patzer allerdings auch nur bedingt. Den Doppelpack von Mario Gomez (31./63.) konterte 1899-Angreifer Demba Ba sogar mit drei Treffern (24./45./67.). Für den unter Teamchef Markus Babbel in der Liga weiter ungeschlagenen VfB traf zudem Cacau (25.). Die Chance zum Hoffenheim-Sieg vergab Sejad Salihovic, als er kurz vor Schluss einen Strafstoß verschoss.

Gladbach siegt

Eine 2:0-Führung hätte Schlusslicht Mönchengladbach beim 3:2 über Hannover 96 fast wieder abgegeben. Der künftige Bayern-Profi Alexander Baumjohann (37.) und Marko Marin (43.) hatten vor der Pause getroffen, Sergio Pinto (53.) und Christian Schulz (78.) aber das auswärtsschwächste Team der Liga wieder rangebracht, ehe Oliver Neuville (83.) für die Entscheidung sorgte.

Vizemeister Werder Bremen blamierte sich beim heimschwächsten Team der Liga. Im Stadion der Freundschaft unterlag die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf Energie Cottbus mit 1:2. Hugo Almeida (47.) brachte die Werder-Elf in Front, Ivica Iliev (51.) und Dimitar Rangelow in der Schlussminute sorgte aber für unbändigen Jubel bei den Lausitzern.

Frankfurter Fans randalieren

Unrühmliches boten beim 0:1 zwischen Gastgeber Karlsruher SC und Eintracht Frankfurt sogenannte Fans der Hessen. Nachdem beide Mannschaften auf dem Platz zur zweiten Hälfte standen, wurden sie wieder in die Kabine geschickt: Auf den Rängen hatten Frankfurt- Anhänger bengalische Feuer angezündet. Auf dem Platz erzielte Caio (54.) den Siegtreffer.

Das Westfalen-Duell zwischen Arminia Bielefeld und dem VfL Bochum endete einen Tag nach dem 1:1 im Revier-Derby zwischen Schalke und Dortmund ebenfalls mit 1:1. Die Führung durch Diego Klimowicz (30.), der vier Minuten vor Schluss Gelb-Rot sah, egalisierte Andre Mijatovic (83.).

DPA/tis / DPA

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