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Champions League BVB-Gegner: Warum Monaco eines der spannendsten Teams Europas ist

Der AS Monaco ist eines der Überraschungsteams der Champions-League-Saison.
Der AS Monaco ist eines der Überraschungsteams der Champions-League-Saison. Hier feiern Kylian Mbappé und Tiémoué Bakayoko ein Tor gegen Manchester City.
© Claude Paris/AP PHOTO
Sie kicken im zweitkleinsten Staat der Erde. Zu Hause spielen sie oft nur vor ein paar tausend Zuschauern. Die Fußballer und Club-Chefs von AS Monaco wollen aber gegen Borussia Dortmund zeigen, dass sie in Europa zu den Großen gehören. Man setzt sich "keine Grenzen".

Allein diese Zahl ist schier unglaublich: Stolze 133 Mal haben die Spieler von AS Monaco in dieser Saison bereits den Ball ins gegnerische Tor befördert. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) bei Borussia Dortmund soll das Treffer-Konto noch weiter erhöht werden.

Der BVB ist alles andere als Kanonenfutter, aber der Überraschungs-Tabellenführer der französischen Ligue 1 reist mit viel Selbstvertrauen nach Dortmund. "Diese Mannschaft setzt sich keine Grenzen, und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob sie welche hat", sagte jüngst Club-Vizepräsident Wadim Wassiljew.

Der AS Monaco ist jung, international und spielstark

Woher kommt so viel Selbstbewusstsein? Neben der überragenden Torquote ist möglicherweise auch das bisherige Auftreten in der Königsklasse Grund für die breite Brust: So hat das Team von Trainer José Leonardo Nunes Alves Sousa Jardim kürzlich das englische Spitzenteam Manchester City von Coach Pep Guardiola aus dem Wettbewerb gefegt.

Und es scheint auch die Mischung der Spieler zu sein, die den AS Monaco so besonders macht: jung, international und spielstark. Stärkster Mannschaftsteil der Monegassen ist die Offensive um den erst 18 Jahre alten Kylian Mbappé, Thomas Lemar (21) und Bernardo Silva (22). Letzterer gilt als der überragende Spieler in der französischen Liga - ihm beim Fußballspielen zuzuschauen, ist ein Genuss: technisch stark am Ball, gepaart mit einer fantastischen Übersicht.  

Talente und Routiniers - die Mischung macht's

Von seinem Kollegen Kylian Mbappé erwartet man in dem Club sehr viel. Der Flügelstürmer traf in den letzten elf Pflichtspielen elf Mal. Erst im März wurde er zum jüngsten Debütanten der französischen Nationalelf seit 1955. Für viele weckt Mbappé Erinnerungen an Frankreich-Legende Thierry Henry. "Er ist ein Intelligenzmonster", lobte der französische Rekordnationalspieler Lilian Thuram.

Dazu kommt das stabile Mittelfeld, in dem der Brasilianer Fabinho herausragt. "Der beste Mittelfeldmann Europas", versichert Trainer Jardim. Und dann ist auch noch der kolumbianische Routinier Radamel Falcao (31) da, Rekordtorschütze seines Landes, Führungsspieler seines Teams. Hohes Ansehen genießt auch Keeper Danijel Subasic. Die kroatische Nummer 1 ist dienstältester Monegasse.

Monaco - schon der Name verheißt Glanz

Der französische Erstligist hat sich in wenigen Jahren aus der zweiten Liga bis an die Tabellenspitze hochgearbeitet. Alleine diese Geschichte macht das Team schon faszinierend, das schillernde Umfeld in dem Fürstentum tut sein Übriges: Fürst Albert II. ist Stammgast im nur 18 000 Zuschauer fassenden Stade Louis II.

Dabei hat das Erfolgsrezept des AS Monaco gar nicht so viel mit royalem Pomp und Getöse zu tun. Die Monegassen gelten als Talentschmiede mit einfachem Rezept: Große Talente für kleines Geld an die Côte d'Azur locken und ihnen Chancen bieten. Wenn sie sich bewährt haben, werden die Talente verkauft. Es ist das Konzept, das sich Vereine auf dem halben Kontinent auf die Fahne schreiben - doch beim AS Monaco funktioniert es. Und die jungen Spieler wissen: Wenn sie Leistung zeigen, kann schnell das Fußballer-Leben in Spanien oder England winken. Diese Motivationsspritze reicht für viele schon, um begeisternd aufzuspielen.

Die Generalprobe ist geglückt

Trotz aller Träume von einem Weiterkommen gegen den BVB betont Monaco-Vize Wassiljew, Priorität sei die Ligue 1. "Aber wir können den Spielern ja nicht sagen, dass sie auf einen Titel verzichten sollen", fügt er augenzwinkernd an.

Selbst mit einer relativ schwachen Vorstellung gelang die Generalprobe für die Königsklasse am Samstag mit einem 1:0 beim SCO Angers. Ein torarmes Ergebnis für das Team, das von so renommierten Blättern wie "Le Monde" und "L'Équipe" als "Tormaschine" bejubelt wird. Mehr als ausreichend, meint aber Mittelfeldmann Tiémoué Bakayoko, der in Dortmund wegen einer Sperre fehlen wird: "Letzte Saison haben wir in Angers ja noch drei Tore kassiert. Ein Sieg ist vor einem Champions-League-Duell immer gut", sagte er.

Auch mit Mbappé, Falcao, Fabinho, Lemar & Co. hat Trainer Jardim vor dem BVB viel Respekt: "Das wird sehr schwierig. Das wird ein sehr intensives Match", sagte der Portugiese. "In der Ligue 1 gibt es kein Team, das so wie Dortmund spielt. Und wir haben nach Angers nur zwei Tage Erholung bis zum Duell." Dass zu den 133 Toren seines Teams am Dienstagabend noch weitere hinzukommen, ist trotzdem nicht unwahrscheinlich.

wue/Emilio Rappold DPA

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