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Champions League "Wir waren brutal dominant": Darum erinnert der Barca-Sieg Müller nicht ans 7:1 gegen Brasilien


Mit einem 8:2 demütigte Bayern München gestern den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League. Thomas Müller sieht trotzdem Unterschiede zum historischen Sieg gegen Brasilien – und warnt vor zu hohen Erwartungen.

Es war ein Paukenschlag: Mit einem furiosen 8:2 (4:1) fegte Bayern München gestern den FC Barcelona um Lionel Messi vom Platz. So hoch hatten die Spanier seit 1946 nicht mehr verloren. Der zweifache Torschütze und ehemalige Weltmeister Thomas Müller sieht aber einen großen Unterschied zum legendären Sieg gegen Brasilien. Und rät zur Bescheidenheit.

Dazu passt auch, dass Müller nach dem Spiel seinen eigenen Rekord herunterspielte: Er hatte mit dem Spiel seinen 113. Einsatz in der Championsleague, mehr als jeder andere Deutsche vor ihm. "Also dieser Spielrekord, damit muss man aufhören. Das hat ja gar nichts mehr mit Fußball zu tun", versucht der sichtbar gut gelaunte Müller es gegenüber dem britischen "BT Sports" herunterzuspielen. "Lasst uns doch lieber über das Spiel reden." Sein erstes Fazit zum Sieg ist wohl das ehrlichste. "Wir hatten gerade so viel Spaß", feixt der Stürmer in die Kamera.

Strategie statt Zufall

Auf die Frage, ob er sich an das 7:1 gegen Brasilien in der WM 2014  erinnert fühle, hat Müller aber eine klare Antwort: "Nein, nicht ganz", antwortet er sehr schnell im Nachgespräch mit "Sky". Und fügt eine überraschend selbstbewusste Erklärung hinzu. "Gegen Brasilien hatten wir es nicht so unter Kontrolle. Gegen Brasilien ist es passiert. Wir waren sicherlich gut, auch kämpferisch." Er sehe aber er einen entscheidenden Unterschied: Während der haushohe Sieg gegen den WM-Gastgeber Brasilien eher aus der Situation entstand, sei der gegen Barca der Strategie Bayerns zu verdanken.

"Das hatte viel mehr mit uns zu tun, wie wir Fußball spielen", so der zweifache Torschütze. "Wir wollten heute von Anfang an – wie wir die letzten Monate das auch machen – den Gegner einfach beherrschen, mit unserer Art Fußball zu spielen. Natürlich kann man den FC Barcelona nie ganz ausschalten, vor allem nicht offensiv", ordnet er die Herausforderung ein. "Wenn wir es mal verpasst haben, ihnen da auf dem Fuß zu stehen, wenn man Messi einen Chipper da auf Alba spielen lässt, dann werden sie gefährlich. Und da müssen wir uns auch in manchen Szenen an die Nase packen."

Im Ganzen sie die Strategie aber aufgegangen. "Wir waren einfach brutal dominant, vor allem gegen den Ball. Wir haben Barcelonas Mittelfeldspielern fast keinen Raum gegeben, um ihre gefährlichen Bälle da rein zu spielen", analysiert Müller. "Summa sumarum haben wir das gemacht, was wir wollten. Und das kann man nicht oft in solchen Champions-League-Nächten sagen."

"Wir müssen vorsichtig sein."

Der viel beschworene Teamgeist ist nach Müller aber nicht der Grund. "Es ist ja nicht so, dass wir auf den Platz gehen und sagen: Jetzt machst du mal den Teamgeist an, sondern eher andersherum", erklärt er. Es gehe vielmehr um die Leistung und das Zusammenspiel. "Wichtig ist, dass wir auf dem Platz die Sachen machen, die wir machen wollen. Dass sich jeder quält. Wenn du diese Erfolgsserie hast und alle an einem Strang ziehen, dann wird das am Ende als Teamgeist beschrieben."

Zu viele Schlüsse auf den weiteren Verlauf des Turniers sollte man aus dem Rekordsieg aber nicht ziehen, versucht Müller gegenüber dem britischen Sender BT Sport die Erwartungen zu bändigen. "Das nächste Spiel beginnt wieder 0:0. Und wir müssen es uns erarbeiten", mahnt er. "Meistens ist es nach solch großen Siegen eher schwieriger. Wir müssen da vorsichtig sein."

mma

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