Bayern in der Champions League Hühnerhaufen-Abwehr macht Effe Sorgen


In der Bundesliga beeindruckt der FC Bayern neuerdings mit Top-Leistungen und will die Form auch beim Champions-League-Auftakt bei Maccabi Haifa (ab 20.45 Uhr im Liveticker) bestätigen. stern.de-Experte Stefan Effenberg ist aber skeptisch.

Tore, Tore, Tore: Nach der Machtdemonstration in der Bundesliga will der FC Bayern München mit seiner Offensivkraft auch in der Champions League vom Anpfiff weg für Furore sorgen. "Es ist wichtig, dass wir gut aus den Startlöchern kommen, das kann uns Sicherheit und Selbstvertrauen geben", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem ersten Aufgalopp am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) beim israelischen Fußball-Meister Maccabi Haifa. "In der Champions League können wir uns messen. Das erste Ziel ist, dass wir die Gruppenphase überstehen", erklärte Franck Ribéry, der mit aller Macht in die Startelf drängt: "Auf der Bank wird es langsam langweilig."

Ohne Klose und Toni

Auch wenn die letztjährigen Champions-League-Topstürmer Miroslav Klose (7 Treffer) und Luca Toni (3) am Montag den dreistündigen Flug ins hochsommerliche Tel Aviv gar nicht erst antraten und stattdessen im regnerischen München an ihrer Fitness arbeiten müssen, hat Trainer Louis van Gaal im Angriff ein echtes Luxusproblem. Ivica Olic und der beim 5:1 in Dortmund zweimal erfolgreiche Youngster Thomas Müller sind mehr als nur Alternativen zum 85 Millionen Euro teuren Star-Trio mit Ribéry, Arjen Robben und Mario Gomez. "Ich habe schon das Gefühl, gleichwertig zu sein", sagte Billig-Kicker Müller kess.

In Europas Königsklasse dürfte die "individuelle Qualität", die Trainer van Gaal in Dortmund als Erfolgsfaktor benannt hatte, noch wichtiger für Erfolge sein. Und nach Ribérys spektakulärem Sprung in die Arme des Trainers und seinen warmen Worten an Club und Anhänger ("ich fühle mich geliebt vom Verein und von den Fans"), scheint urplötzlich sogar ein Vereinswechsel wieder ganz weit weg zu sein. "Das sind Worte, die die Fans gefreut haben", kommentierte Rummenigge und bemerkte zu einer möglichen Verlängerung mit Ribéry über das Vertragsende am 30. Juni 2011 hinaus: "Wir werden diese Dinge in aller Ruhe intern diskutieren."

Madrid bleibt trotz allem ein großes Ziel - nicht nur für Ribéry. Am 22. Mai 2010 findet ausgerechnet im Stadion von Real Madrid das Champions-League-Endspiel statt. Titel und Finale sind vorerst aber nur Wunschträume. "Es gibt Vereine, die im Moment noch einen Tick besser sind", gestand Ribéry. Bei der 13. Champions-League-Teilnahme wollen die Bayern acht Jahre nach dem Titelgewinn 2001 erst einmal wieder über das Viertelfinale hinauskommen. "Es gibt Mannschaften, die in einer größeren Favoritenrolle sind als wir", mahnte auch Rummenigge. Schon das Weiterkommen in der Gruppe mit Juventus Turin, Girondins Bordeaux und Außenseiter Haifa sei "kein Selbstläufer".

Defensive wackelt

Ex-Kapitän und stern.de-Fußballexperte Stefan Effenberg warnt ebenfalls: "Juventus und auch Bordeaux sind starke Gegner, die nur schwer auszurechnen sind. Es wird schwer genug für die Bayern, sich da durchzusetzen."

Effenberg traut seinem früheren Verein, mit dem er 2001 die Champions League gewinnen konnte, über die Gruppenphase hinaus wenig zu: "Spätestens im Viertelfinale wird es dann ganz knifflig. Ich glaube nicht, dass die Bayern einen Schritt nach vorne machen. Andere Teams sind da zu gefestigt. Offensiv ist das Team zwar gut besetzt, aber gerade die Hintermannschaft wackelt mir zu sehr. Und genau darauf kommt es international an. Insofern glaube ich nicht, dass sie über das Achtelfinale hinauskommen", so der stern.de-Experte.

Maccabi Haifa hat seine Stärken gerade in der Offensive mit den beiden Angreifern Wladimir Dabalischwili und Muhamad Ghadir sowie dem 17 Jahre alten Rohdiamanten Eyal Golasa. Haifa hat aber den Nachteil, nicht im heimischen Stadion antreten zu können, sondern ins Ramat Gan von Tel Aviv ausweichen zu müssen. Da legten die Bayern vor fünf Jahren mit einem 1:0 gegen Maccabi Tel Aviv schon einmal den Grundstein zum Überstehen der Gruppenphase.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Maccabi Haifa:

Davidovitch - Meshumar, Teixeira, Keinan, Masilela - Boccoli, Kayal - Katan, Golasa - Ghadir, Dabalischwili

FC Bayern München:

Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Pranjic - Altintop, Timoschtschuk, Schweinsteiger - Robben, Gomez, Ribéry

kbe mit DPA/sid


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