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Bordell-Wirtschaft: Mit Vorspiel ins Endspiel

Wer keine WM-Karten bekommen hat, muss nicht traurig sein. Mit TV-Wänden rüsten deutsche Bordelle für den Kicker-Abend auf. Eine einmalige Gelegenheit für Fans aus den USA und aus islamischen Staaten. Dort ist Prostitution streng verboten.

Die Interessen von Ehefrauen und Fußball harmonieren nicht immer. Unerklärliche Stimmungsschwankungen quälen den Göttergatten. Wochenlanger Euphorie folgen Tage schwärzester Depression. Teilen möchte ein Frau weder das eine noch das andere, da Glück wie Trauer von nie endendem Bierkonsum begleitet wird. Geht der Lebenspartner mit seinen Kumpeln auf Stadiontour, muss "sie" fürchten, dass er zuvor die Urlaubsreserve für Ebay-Tickets rausgehauen haut.

Verlockungen am Wegesrand

Während die Politiker lang und breit die Hooligan-Gefahr beschwören, drohen der Zweisamkeit viel tückischere Gefahren. Berliner Bordelle bereiten sich mit Großbildfernsehern darauf vor, traurige Fans ohne Tickets wieder aufzubauen. Diese Lounges locken zwar nicht Live-Action auf dem Rasen, dafür herrscht aber auch kein Krawatten-Zwang wie in den langweiligen VIP-Areas der Hauptsponsoren.

Inoffizieller Fan-Verwöhner

Viele ausländische Gäste werden angesichts solcher Verlockungen sprachlos sein. In vielen Ländern wurde die Prostitution in der einen oder anderen Form kriminalisiert. Skandinavier, US-Amerikaner und die Fans aus islamischen Staaten landen im Paradies des Kommerz-Sex.

Während man daheim in tückische Mini-Rock-Fallen der Polizei stolpern kann, um hernach an den Internet-Pranger gestellt zu werden, zeigen sich die deutschen Städte als Metropolen der käuflichen Lust. Hier ist nämlich alles ganz legal. Die Bilder aus einer Einrichtung in Berlin beweisen, dass es im Bordell vielleicht nicht steril aufgeräumt zu geht, aber auch keineswegs schmuddelig.

Der traurige Ernst

Der Fan-Ausflug ins freizügige Deutschland freut nicht jeden. Der schwedische Ombudsmann für Gleichberechtigung, Claes Borgström, hat - allerdings erfolglos - den WM-Boykott seines Landes verlangt. Weil in Deutschland die Zwangsprostitution von Frauen erwartet wird. Unbekannt blieb, ob Borgström den Besuch eines regulären Bordellbetriebes befürwortet.

Moderner Sklavenhandel und Zwangsprostitution sind in der Tat ernsthafte Probleme - nicht allein während der WM. Nach inoffiziellen Schätzungen werden im Juni bis zu 40.000 Zwangsprostituierte erwartet. Während Frauenverbände die WM auch dazu nutzen wollen, um das Bewusstsein für die Verbrechen an Frauen zu schärfen, haben offizielle Stellen bislang eher glücklos agiert. Die bundeseigene Entwicklungshilfe-Gesellschaft GTZ verfasste für die Ukraine eine Informationsfibel, das als Verharmlosung der Prostitution und Einladung für die illegale Einreise verstanden werden konnte. Das Heftchen wurde umgehend eingezogen.

Kra

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