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Bundesliga: Bayer entlässt "Auge"

Die Heimniederlage im Uefa Cup brachte das Fass für die Klub-Verantwortlichen endgültig zum Überlaufen. Klaus Augenthaler ist nicht mehr Trainer von Bayer Leverkusen.

Bayer Leverkusen hat für die erste Trainer- Entlassung der laufenden Saison gesorgt. Nur einen Tag nach der 0:1- Niederlage gegen ZSKA Sofia gab der Fußball-Bundesligist die Trennung von Klaus Augenthaler bekannt. Damit zog der Verein die Konsequenzen aus dem schlechtesten Bundesliga-Start seit 23 Jahren. Wie schon im Oktober 2000 soll Sportdirektor Rudi Völler als Interimscoach aushelfen: Der ehemalige DFB-Teamchef wird am Sonntag beim Spiel in Duisburg auf der Bank sitzen.

"Um die Ziele nicht zu gefährden, mussten wir diesen Weg gehen. Ich bin froh, dass wir mit Rudi Völler einen anerkannten Fachmann in unseren Reihen haben", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Freitag.

War Klaus Augenthalers Entlassung als Coach von Bayer Leverkusen die richtige Entscheidung?

Völler springt zum zweiten Mal ein

Damit geht die seit dem 13. Mai 2003 währende Amtszeit von Augenthaler zu Ende. Der 47 Jahre alte Weltmeister von 1990 hatte Bayer damals mit zwei Siegen im Saisonendspurt vor dem Abstieg bewahrt und ein Jahr später in die Champions League geführt. Im Anschluss an das 0:1 gegen Sofia hatte Augenthaler Kritik an der Vereinsführung geübt und ihr Ungeduld mit vielen jungen Spielern im Kader vorgeworfen. "Ich würde lügen, wenn ich sage, seine Aussagen haben mich positiv gestimmt", sagte Holzhäuser und betonte, dass alle Ver- und Einkäufe mit Augenthaler abgestimmt worden seien.

Für Völler ist es eine Rückkehr auf den Trainerstuhl in Leverkusen. Nach dem Abgang des als Drogenkonsumenten überführten Christoph Daum hatte der 45-Jährige schon einmal dem Werben des Vereins nachgegeben. "Wir wollten nicht wochenlang rumeiern und Halbwahrheiten sagen", kommentierte der Interimscoach die Entlassung von Trainer Klaus Augenthaler. Im Trainingslager vor dem Spiel am Sonntag in Duisburg will er nun Einzelgespräche mit den Bayer-Profis führen. "Nur derjenige, bei dem ich wirklich das Gefühl habe, dass er Einsatz zeigen will, spielt. Deshalb werde ich jedem genau in die Augen schauen", sagte Völler.

DPA

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