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Bundesliga im stern-Check Die ironische Pointe der Saison: Wenn abgestiegene Schalker dem BVB helfen

Schalke Frankfurt
Versöhnliches Ende einer kompletten Gurkensaison? Schalkes Blendi Idrizi (l.) und Teammanager Gerald Asamoah nach einem unterhaltsamen Kick gegen Eintracht Frankfurt.
© Guido Kirchner / DPA
Herzlichen Glückwunsch an Robert Lewandowski zu 40 Toren und dem Einstellen des Gerd-Müller-Rekords. Der andere Irrsinn fand auf Schalke statt, wo der Absteiger im ironischsten Spiel der Saison ausgerechnet dem BVB half. Der stern-Bundesliga-Check.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 33. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Unglücksraben des Tages

Werder Bremen und jetzt Ex-Trainer Florian Kohfeldt. Wochenlang sparte der Coach nicht mit Schönmalereien, die wenig überraschend verpufften. Wie schon vor einem Jahr droht nun die Relegation. Dabei hätte Kohfeldts letztlich letzte Partie gegen Augsburg kaum besser anfangen können: Schon nach einer Viertelstunde war der Mitabstiegsanwärter nur noch zu zehnt. Aber Bremen stünde nicht da unten, wenn es Chancen nutzen würde. Stattdessen holte sich Christian Gross ebenfalls einen Platzverweis ab, zehn Minuten später führte dann der FC. Wie also reagierten die Hanseaten? Planlos, unambitioniert – und die wenigen Male, in denen sie vors Augsburger Tor kamen, endeten kläglich. 0:2 hat der SV Werder letztlich verloren, womit Augsburg nun gerettet ist. Und Bremen? Zieht mit dem Vereinsheiligen Thomas Schaaf den allerletzten Trumpf gegen einen langen und schmerzvollen Niedergang.

Ironie des Tages

Hätte jemand vor wenigen Wochen prophezeit, dass Schalke 04 drei Tore kassieren und trotzdem gewinnen würde, hätte man ihr/ihm sofort das Sky-Abo gekündigt. Doch so ist es gekommen – ausgerechnet gegen Frankfurt, bis vor kurzem noch Champions-League-Anwärter. Aber, wie gesagt, ist schon wieder etwas her. Der Kick war ein äußerst munteres Hin und Her mit Toren im gefühlten Siebeneinhalb-Minuten-Takt. Die Ironie dabei: Durch ihren Erfolg versauten die Gelsenkirchener dem Gegner wohl den Einzug in die Königsklasse, ermöglichen ihn aber ausgerechnet (den in Mainz siegreichen) Revierrivalen Dortmund. 

Ganz nebenbei stellte Schalke noch einen neuen Rekord auf: 41 Spieler haben die fünf Trainer in dieser Saison bereits eingesetzt, mehr als manch anderer Verein überhaupt im Kader hat. Also Spieler. Und Trainer.

T-Shirt des Tages

Nein, nicht die neuen Trikots von Borussia Mönchengladbach, sondern Robert Lewandowskis Ehrengruß an den "Bomber der Nation", auf dessen Augenhöhe der Bayern-Stürmer nun ist. Gegen den SC Freiburg hat der Pole seinen 40. Saison-Treffer erzielt und damit Gerd Müllers 49 Jahre alten Rekord eingestellt. Beim Jubellauf nach seinem 1:0 lupfte Lewandowski sein Oberteil und entblößte darunter die Botschaft "4ever Gerd". Nach seinem Elfer standen dann noch Trainerstab und Teamkollegen Spalier. Was machen sie erst, wenn Lewy am letzten Spieltag einen neuen Rekord aufstellt?

Gewinner des Tages

FC Augsburg

FSV Mainz 05

Hertha BSC Berlin

Klasse gesichert, Klappe zu

Von Boateng bis Lewandowski: Das sind die Nebengeschäfte der Bayern-Stars

Comebacker des Tages

Die Fans. Kaum im Sinne des Infektionsgesetzes, aber auch nur fast völlig unvorsichtig, haben vor zahlreichen Stadien die Anhänger ihre Helden gefeiert. In Bielefeld versammelten sich vor dem Spiel Hunderte Anhänger, ebenso wie beim Zweitligisten Bochum, wo rund 5000 VfL-Fans die Spieler auf ihren Weg nach Nürnberg verabschiedeten. In Augsburg und Mainz gab es für die Treuesten den Ligaverbleib ihrer Mannschaften zu feiern. Kurzum: Es wird wieder voll. Und die gute Nachricht: Die Verantwortlichen planen bereits mit einer Zuschauer-Rückkehr. Etwa in Rostock. Dort könnte der mögliche 2.-Liga-Aufstieg am Pfingstsamstag schon mit 7500 Fans im Ostseestadion begangen werden.


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