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Bundesliga im stern-Check: Teuer erkaufter Sieg: Warum das Freiburg-Spiel Hoffenheim vor ernste Problem stellt

Während sich Bayern-Neuling Leon Goretzka über ein starkes Startelf-Debüt und Bremens Milot Rashica über ein Traumtor freuen dürfen, ist die Stimmung bei Hoffenheim trotz des Sieges über Freiburg gedämpft. Warum, erfahren Sie im stern-Bundesliga-Check.

Bundesliga-Check - 2. Spieltag

Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann sieht sich vor den anstehenden Champions-League-Spielen mit Sorgen konfrontiert

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So liefen die Spiele

Alle Ergebnisse des 1. Spieltages, die Tabelle und Highlights zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Keine Frage, es bleibt noch viel Zeit, um (wieder) in die Spur zu finden, wir zählen schließlich erst Spieltag zwei der neuen Saison. Und doch ist die Aufregung bei Bayer Leverkusen, im Vorfeld von vielen als Geheimtipp gehandelt, nach dem Null-Punkte-Fehlstart schon jetzt groß. Sogar erste Gerüchte machten die Runde, Ex-Leipziger Ralph Hasenhüttl könnte schon bald Bayer-Trainer  beerben. Eine große deutsche Boulevardzeitung zählte den 46-Jährigen jedenfalls bereits an.

Nun ist ein Trainerwechsel derzeit sicher kein Thema, dennoch ist die Stimmung bei den Rheinländern ziemlich gedrückt. "Mir fehlen die Besessenheit, die Gier und die Galligkeit, jeden Zweikampf gewinnen zu wollen", schimpfte Keeper  Özcan nach der 1:3-Heimniederlage gegen Wolfsburg. "Jeder darf Fehler machen, ich schau beim 1:1 auch nicht gut aus (Özcan verursachte ein Eigentor, Anm. d. Red.). Aber ich will, dass wir uns den Hintern aufreißen", so der Österreicher.

Die gute Nachricht: Durch die Länderspiel-Pause hat Trainer Herrlich nun eine Woche länger Zeit, die bisherige Nullnummer aufzuarbeiten. Die schlechte Nachricht: Gegner wird in zwei Wochen ausgerechnet Liga-Primus Bayern München sein.

Der Video-Schiedsrichter sitzt vor vier Monitoren auf denen Fußball läuft

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Sieben Minuten Nachspielzeit, eine enge Partie. Werder ist ein Mann mehr als aufopferungsvoll kämpfende Frankfurter. 1:1-Unentschieden steht es da. Minute 5 der Nachspielzeit bricht an, ein kleiner Tritt in die Hacken von Bremens Flügelstürmer Milot Rashica. Der fällt, schnappt sich den Ball und will auch den Freistoß ausführen. Kurzer, schräger Anlauf, 25 Meter vor dem Tor. Heraus kommt ein kräftiger Schuss mit Schnitt über die Mauer, der Ball senkt sich hinein ins Tor. Nationaltorwart und Frankfurt-Rückkehrer Kevin Trapp streckt sich vergeblich, kann dem Ball nur nachblicken. Werder gewinnt 2:1. Ein klasse Freistoß.

Gewinner des Spieltages

Hatte Leon Goretzka im Supercup, in der ersten DFB-Pokal-Runde und zum Bundesliga-Auftakt vergangene Woche noch mit der für ihn ungewohnten Rolle des Einwechselspielers Vorlieb nehmen müssen, stellte ihn Bayern-Coach Nico Kovac gegen Stuttgart in der Startelf auf. Ein gute Entscheidung, wie sich zeigte: In der 37. Minute schlenzte der 23-jährige Ex-Schalker den Ball mit Übersicht zum 1:0 ins rechte untere Eck. Später (62.) leitete er geschickt an Robert Lewandowski weiter, der so auf 2:0 erhöhte. 

Generell machte die Bayern-Offensive mit seiner Dynamik und seinen Aktionen (unter anderem fünf Torschüsse) ziemlich gefährlich, was auch Bundestrainer Joachim Löw gefallen haben dürfte, der die Partie live im Stadion verfolgte. Daran wollte Goretzka nach der Partie jedoch nicht denken: "Ich bin nicht in das Spiel gegangen, um mich für die Nationalmannschaft zu beweisen, ich wollte mich vor meinen Mannschaftskollegen beweisen und zeigen, dass ich der Mannschaft eine Hilfe sein kann", sagte der Mittelfeldspieler. Hat geklappt!

Verlierer des Spieltages

... ist die TSG - und das, obwohl dem Team um Trainer Julian Nagelsmann gegen Freiburg nach Anfangsschwierigkeiten ein 3:1-Sieg gelang. Der aber war ziemlich teuer erkauft. In Ermin Bicakcic (Achillessehne), Kasim Adams (Verletzung am Bandapparat des Sprunggelenks sowie am Innenknöchel) und Kevin Akpoguma (Bruch der Augenhöhle und Gehirnerschütterung) mussten bereits in Halbzeit eins drei Innenverteidiger verletzt vom Platz. Angesichts der bevorstehenden Aufgaben in der Champions League - zunächst auswärts gegen Donezk (19. September), dann zuhause gegen Man City (2. Oktober) - dürften Nagelsmans Gesicht nun einige Sorgenfalten zieren.

"Wir werden nicht jammern, halten zusammen und kämpfen auch für die Jungs, die gerade nicht auf dem Platz stehen können", gab TSG-Profichef Alexander Rosen einen Tag später die Marschroute vor. Immerhin: Im Fall Bicakcic besteht die Hoffnung auf eine schnelle Genesung. Auf Adams und Akpoguma wird der Verein hingegen wohl mehrere Wochen verzichten müssen.

Bild des Tages

bundesliga-check - bild des tages

Seit 13 Jahren wird der Heimspielauftakt des VfB Stuttgart von der Karawane Cannstatt, traditionell von den größten Ultra-Gruppen des Vereins angeführt, begleitet. Auch am Samstag fanden sich vor dem Spiel gegen den FC Bayern Tausende Anhänger ein, um unter dem Motto "Unverhandelbar: 50+1 bleibt!“ gemeinsam zum Stadion zu marschieren.

DPA

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