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Bundesliga-Vorschau: "Intensive Gefühlslage"

Vier Spieltage vor der Winterpause ruhen die Hoffnungen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga auf einem neuen Trainer-Trio. Am anderen Ende der Tabelle droht die große Langeweile.

Während Peter Neururer bei Hannover 96 und Hans Meyer beim 1. FC Nürnberg nach ihren erfolgreichen Debüts nun vor ihrer Heimpremiere stehen, soll Wolfgang Wolf als neuer Coach die Talfahrt beim 1. FC Kaiserslautern stoppen. Pikanterweise treffen die seit zehn Spielen sieglosen Pfälzer dabei auf den neuen Neururer-Club. Im direkten Abstiegsduell zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln stehen zudem die Trainer Norbert Meier und Uwe Rapolder unter Druck. An der Tabellenspitze kann sich Bayern München weiter absetzen, da sowohl der Hamburger SV als auch Werder Bremen hohe Auswärtshürden zu bewältigen haben.

"Wir wissen, dass wir in Hannover vor einer schweren Aufgabe stehen, auch weil dort mit Peter Neururer ein Trainerkollege seinen Heimeinstand geben wird", sagte der frühere Lauterer Profi. Wolf muss nach den Chaostagen auf dem Betzenberg zudem auf seinen Torhüter Thomas Ernst (Kniebeschwerden) verzichten. Der bis zuletzt beim 1. FC Nürnberg tätige Fußball-Lehrer hofft schon am Wochenende auf ein Erfolgserlebnis. "Die Mannschaft hat mehr Potenzial als der Tabellenstand ausdrückt", befand der neue FCK-Coach. Kollege Neururer kehrt erstmals nach zehn Jahren wieder als 96-Coach auf die Trainerbank in Hannover zurück. "Meine Gefühlslage ist sehr intensiv", bekannte er. Auch für den Duisburger Profi Dirk Lottner ist die Partie der "Kellerkinder" gegen den 1. FC Köln von besonderen Emotionen geprägt. Schließlich verbrachte Lottner die meiste Zeit seiner Karriere in der Domstadt und wird auch künftig wieder bei seinem Kölner Club arbeiten. Das zählt am Samstag aber nicht. "In unserer Situation reicht kein Unentschieden", sagte der Mittelfeldspieler. Mit einem Sieg könnten die "Zebras" den FC in der Tabelle wieder überholen.

Werder mit großen Personalsorgen

So spannend, sich die Lage im Abstiegskampf gestaltet, so langweilig könnte der Kampf um die Spitzenposition werden. Ungeachtet des Wechsel-Theaters um Michael Ballack eilt der FC Bayern München national wie international von Sieg zu Sieg und kann seinen Vorsprung an der Tabellenspitze mit einem Dreier gegen den FSV Mainz 05 ausbauen. "Am Samstag wird es schwerer als gegen Rapid", warnte Trainer Felix Magath allerdings. Der Einsatz von Ballack ist nach wie vor ungewiss. Beim Versuch, den Alleingang des deutschen Rekordmeisters zu unterbinden, haben es die Verfolger Hamburger SV und Werder Bremen nach ihren internationalen Auswärtsspielen auch in der Liga mit schweren Gegnern zu tun. Der HSV muss knapp 40 Stunden nach der 0:2- Niederlage in Monaco bei Bayer Leverkusen antreten. Bayer-Coach Michael Skibbe hofft auf einen Substanzverlust bei den Hanseaten: "Wir müssen den HSV an seine Grenzen führen."

Im Schlagerspiel der 14. Runde treffen die beiden Champions-League-Starter Schalke 04 und Werder Bremen in der Veltins-Arena aufeinander. Mit einem Erfolg über den Rivalen von der Weser könnten sich die Schalker nach dem 3:0-Sieg gegen Eindhoven auch in der Liga wieder besser positionieren. "Dazu brauchen wir die drei Punkte gegen Bremen", forderte Manager Rudi Assauer. Bei den Bremern werden die verletzten Stürmer Miroslav Klose und Ivan Klasnic schmerzlich vermisst, zumal auch der Einsatz von Nelson Valdez (Oberschenkel) fraglich ist. "Dadurch verringern sich unsere Möglichkeiten in der Aufstellung und der Taktik weiter", meinte Trainer Thomas Schaaf. In den letzten zehn Bundesligaspielen zwischen beiden Teams gab es immerhin nur einen Schalker Sieg.

DPA

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