HOME

Stern Logo Bundesliga

BVB in der Krise: Verzagt wie ein Absteiger

Erst hatten sie keinen Mut, dann kam noch Angst dazu: Auch in der Rückrunde ist für den BVB keine Trendwende in Sicht. Gegen den FC Augsburg präsentierte sich das Team fast schon abstiegsreif.

Von Thomas Krause

Es ist deutlich zu sehen: Trainer und Spieler des BVB schieben Frust

Es ist deutlich zu sehen: Trainer und Spieler des BVB schieben Frust

Nach dem Abpfiff stand BVB-Trainer Jürgen Klopp noch einen Moment mit seinen Spielern auf dem Platz. Aus den Gesichtern sprachen Leere, Ratlosigkeit und Frust. Auch die Dortmund-Fans auf den Rängen hatten reichlich Frust, aber sie gaben ihm auf andere Art und Weise Ausdruck. Torwart Roman Weidenfeller und Innenverteidiger Mats Hummels stellten sich den Fans und hatten am Zaun alle Mühe, die aufgebrachten BVB-Anhänger auf der normalerweise treu ergebenen Südtribüne zu beruhigen. Denn durch die 0:1-Niederlage gegen den FC Augsburg hängt Borussia Dortmund auf Platz 18 der Bundesliga-Tabelle fest. Auch in der Rückrunde deutet sich keine Wende zum Besseren an.

"Das Ergebnis tut weh. Das Entscheidende machen wir im Moment falsch. Wir machen aus unseren Möglichkeiten nach wie vor nichts", sagte Klopp. Wobei es nicht so war, dass sein Team sich eine Möglichkeit nach der anderen herausgespielt hätte. Erst hatten die BVB-Spieler keinen Mut, dann kam auch noch Angst dazu. Besonders, nachdem Raul Bobadilla den FC Augsburg in der 50. Minute 1:0 in Führung gebracht hatte, merkte man den Dortmunder Spielern an, dass ihre Ängste Realität geworden waren. Selbst, als der Augsburger Christoph Janker nach einer Notbremse mit Rot vom Platz flog, ging kein Ruck durch die Dortmunder Mannschaft. Es dauerte noch 25 Minuten, bis das BVB-Team eine nennenswerte Chance herausspielte. In der Nachspielzeit vergab Ciro Immobile dann noch eine Riesenchance zum 1:1-Ausgleich. Aber auch dieser eine Punkt hätte den 18. Tabellenplatz nicht verhindert.

Vielleicht wäre es aber zumindest ein kleines Erfolgserlebnis gewesen, dass die Mannschaft ganz offensichtlich mal wieder braucht. "Wir wissen, dass sich bei uns jetzt alles zu 98 Prozent über den Kampf definiert. Wir müssten einfach mal wieder in Führung gehen", sagte Hummels. Nach dem Spiel gegen Augsburg ist schwer vorstellbar, wie der Dortmunder Mannschaft mal wieder ein Führungstreffer gelingen soll. Dafür bräuchte sie Mut und Ideen – oder zumindest eines von beidem.

Die Winterpause hat Jürgen Klopp nicht gereicht, um seiner Mannschaft neues Leben einzuhauchen. Die Hoffnung auf die Trendwende beim BVB wird mit jedem Spieltag ohne Sieg geringer. "Wir haben alles an Bord, was fußballerisch notwendig ist", sagte BVB-Trainer Klopp vor dem Anpfiff. Damit hat er ganz bestimmt recht. Aber die Verzagtheit ist die eines Absteigers.

mit DPA

Wissenscommunity