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Bundesliga im stern-Check: Bayern grüßt wieder von der Spitze – und in Hannover bleiben die Bälle im Schnee stecken

Bayern ist wieder allein obenauf - dank eines Schützenfestes dahoam. In Hannover verhindert nun sogar schon das Wetter Tore der abstiegsbedrohten Heimmannschaft und in Hamburg wird gezündelt.

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Thomas Müller, links, musste unter der Woche wie Ausbootung durch Bundestrainer Jogi Löw schlucken. Am Samstag ballerte er sich mit seinem FC Bayern den Frust von der Seele. Beim 6:0-erfolg über Wolfsburg erzielte Müller das 4:0

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So liefen die Spiele in der Fußball-Bundesliga

Alle Ergebnisse des 25. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Gewinner des Spieltags

Gewinner des Spieltags ist (mal wieder) der FC Bayern München.

Mit einem 6:0-Schützenfest zu Hause gegen den VfL Wolfsburg ballerte sich der Rekordmeister dahin zurück, wo er nach eigenem Selbstverständnis unverrückbar hingehört: an die Spitze. Dort thronte zuvor 161 Tage lang der BVB. Die Dortmunder bleiben dank eines 3:1-Sieges gegen Stuttgart zwar punktgleich, haben aber das schlechtere Torverhältnis. 

Auf Seiten der Münchner schoss der unter der Woche von Bundestrainer Joachim Löw ausgebootete Thomas Müller das zwischenzeitliche 4:0, Robert Lewandowski avancierte mit zwei Toren endgültig zum besten ausländischen Bundesliga-Torschützen aller Zeiten vor Bremens Claudio Pizarro. Auch für die ebenfalls von Löw aussortierten Verteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng dürfte der Sieg Balsam gewesen sein. Den neuen Schwung wollen die Münchner nun mit ins Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Jürgen Klopps FC Liverpool am Mittwoch nehmen. Uli Hoeneß kündigte bereits an, sich Jogi Löw nach diesem Spiel vorzuknöpfen. Insgesamt lässt sich sagen: Bei den Bayern läuft es wieder.

Verlierer des Spieltags

Verlierer des Spieltags ist (mal wieder) der FC Schalke 04.

Eigentlich wollten die Knappen endlich die Trendwende erzwingen. Zwar waren im Spiel gegen Werder Bremen deutliche sportliche Verbesserungen zu sehen und Schalke ging sogar 1:0 in Führung. Zwei strittige Werder-Treffer ließen das Spiel jedoch wieder kippen. Durch die letztendliche 2:4-Niederlage stecken die Gelsenkirchener nun unverändert im Abstiegskampf fest und haben weiterhin gerade einmal vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Gemessen am Kader und den Ansprüchen des Vizemeisters und Noch-Champions-League-Teilnehmers läuft die Saison weiterhin katastrophal. Zu allem Überfluss müssen die Schalker in den kommenden Wochen auf Routinier Daniel Caligiuri verzichten. Der Deutsch-Italiener wurde nach einem Zusammenprall mit Bremens Fin Bartels kurz vor dem Ende verletzt ausgewechselt. Der in der Kritik stehende Domenico Tedesco darf zwar erst einmal weitermachen -  der Druck auf den Schalke-Coach dürfte jedoch in den kommenden Spielen kaum nachlassen. 

Aufreger des Spieltags

Der Aufreger der Woche ereignete sich in dieser Woche ausnahmsweise in der zweiten Liga. Gemessen an der Aufmerksamkeit, die dem Spiel schon im Vorfeld zuteil wurde, hatte das Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV ohnehin locker Erstliga-Qualität. Das Sportliche (ein 4:0 Kantersieg des HSV) geriet jedoch zwischendurch zur Nebensache. Weil beide Fan-Seiten immer wieder Pyro-Technik auf den Rängen abbrannten, wurde das Spiel immer wieder unterbrochen. Es stand in der 82. Minute kurz vor dem Abbruch, als der Schiedrichter die Teams in die Kabine führte. Für die Spielleitung des emotional hochaufgeladenen Derbys wurde extra der erfahrene Felix Brych angesetzt. Der bekannte hinterher im TV bei "Sky": "Ich habe so etwas noch nicht erlebt". Er hätte mit dem Gang in die Kabine ein Zeichen wollen, sagte Brych. Danach wäre ihm nur noch der Abbruch geblieben.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Das schönste Tor des Spieltags gelang Hofffenheims Andrej Kramaric, der die TSG mit einem Doppelplack zum Sieg gegen den 1. FC Nürnberg schoss. Beim Stand von 1:1 rutschte Nürnbergs Tim Leibold aus, Nutznießer war Hoffenheims Belfodil, der von rechts in den Sechzehner flankte. Adam Szalei leitete die Hereingabe an Kramaric weiter, der formvollendet mit der Hacke durch die Beine von Club-Keeper Christian Mathenia zum Endstand ins Tor traf. 

Bild des Spieltags

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Bayer-Kapitän Kevin Volland, Mitte, kämpft mit Miiko Albornoz und Waldemar Anton von Hannover 96 um den Ball. Starker Schneefall erschwerte die Bemühungen der Akteure in Hannover.

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Ein spontaner Wintereinbruch in Hannover verwandelte das Spiel zwischen Hannover 96 und Bayer Leverkusen von einer Bundesliga- in eine echte Rutschpartie. In der 40. Minute unterbrach Schiedsrichter Sören Storks die Partie sogar und ging mit den Spielern in die Kabine. Auch ein Abbruch stand im Raum. Unterdessen versuchten unermüdliche Helfer auf dem Rasen, mit Besen und Schaufeln die Linien frei von Schnee zu halten - angesichts des starken Schneetreibens in der ersten Halbzeit eine echte Sisyphos-Arbeit. Nach acht Minuten konnte weitergespielt werden. Am Ende ging das Spiel trotz einer Aufholjagd der Hannoveraner nach zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand mit 2:3 zu Lasten der Gastgeber aus, die weiter tief im Keller stecken. 

Sinnbildlich für das fehlende Glück auf Seiten der Hannoveraner war eine Szene in der 33. Minute: Hannovers Genki Haraguchi umkurvte Leverkusens Keeper Lukas Hradecky und schoss den Ball auf das leere Tor. Die Kugel blieb wegen des Schnees jedoch kurz vor der Torlinie liegen, so dass Bayers Jonathan Tah klären konnte. 

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