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Coronavirus Amtlich: erste Bundesligaspiele ohne Zuschauer – zwei Derbys betroffen

Bundesliga: BVB gegen Schalke wird wohl zum Geisterspiel




Es ist ein Albtraum für jeden Fan: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann empfiehlt, alle Bundesliga-Spiele in Nordrhein-Westfalen bis auf Weiteres ohne Fans stattfinden zu lassen. Darunter fallen auch das Rhein-Derby am Mittwoch zwischen Köln und Mönchengladbach und die "Mutter aller Derbys", BVB gegen Schalke 04, am Samstag.


Laumann verkündete bei "Anne Will", alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern vorerst absagen zu wollen.


“Wir werden die Empfehlung, die der Bundesgesundheitsminister gemacht hat, in NRW umsetzen. Und zwar morgen oder jetzt, vollkommen klar.“




Das Vorhaben sorgt für Diskussionen auf Twitter. 




Einige Nutzer sind verärgert. Andere User zeigen Verständnis dafür.


Weitere nehmen das Geisterspiel-Vorhaben mit Humor.


Eine offizielle Anordnung gibt es noch nicht. Die örtlichen Gesundheitsämter entscheiden letztlich, ob die Spiele unter Ausschluss jeglicher Zuschauer stattfinden.


Soeben gab die Polizei Paris bekannt, dass das Champions-League-Spiel zwischen Paris und Dortmund am Mittwoch ohne Zuschauer stattfinden wird.
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Jetzt ist es amtlich: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird Deutschland seine ersten Bundesliga-Geisterspiele erleben. Es trifft unter anderem zwei Derbys in Nordrhein-Westfalen.

Der Fußballbundesliga stehen die ersten Geisterspiele ihrer Geschichte bevor. Das Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln wird an diesem Mittwoch um 18.30 Uhr ohne Zuschauer stattfinden. Das gab die Stadtverwaltung Mönchengladbachs am Dienstagvormittag bekannt. Zuvor berichteten übereinstimmend der Nachrichtensender N-TV und die "Rheinische Post". Der Gastgeberklub selbst wollte sich auf Anfrage noch nicht offiziell zum Zuschauerausschluss äußern, will aber spätestens um 13 Uhr auf einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit informieren.

Beim am kommenden Samstag um 15.30 Uhr angesetzten Revierderby müssen Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 ebenfalls auf Unterstützung von den Rängen verzichten. Eine entsprechende Anordnung zum Zuschauerausschluss werde die Dortmunder Stadtverwaltung erlassen, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) am Mittag auf einer Pressekonferenz. Die Partie war mit rund 80.000 Zuschauern ausverkauft. Er bedauere die Entscheidung, halte sie aber für richtig. Ein entsprechender Erlass des Landesgesundheitsministeriums hätte ihm ohnehin keine andere Wahl gelassen, so Sierau weiter.

Leeres Dortmunder Stadion: Wegen des Coronavirus gibt es mindestens zwei Geisterspiele in der Fußballbundesliga
Die "gelbe Wand" wird grau bleiben. Im Dortmunder Stadion wird es am Wochenende ein Geisterspiel zwischen dem BVB und Schalke geben. Auch vom Rheinderby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln werden die Zuschauer ausgeschlossen.
© Rauch / Nordphoto / Picture Alliance

Coronavirus sorgt für Geisterspiele in der Bundesliga

Hintergrund für die Entscheidungen ist die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und der Versuch, diese zu verlangsamen, indem Infektionsketten unterbrochen werden.

Erfahrungen mit einem leeren Stadion kann der BVB bereits am Mittwochabend sammeln. Beim Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel gegen Paris St. Germain werden die Zuschauerränge in der französischen Hauptstadt wegen des Coronavirus ebenfalls leer bleiben.

Auch in Mönchengladbach ist die Stadtverwaltung auf Linie des Landesgesundheitsministeriums. "Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist, folgen aber selbstverständlich den Vorgaben des Landes, das sich diese Entscheidung sicher nicht leicht gemacht hat", sagte Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU).

Das Stadion von Borussia Mönchengladbach liegt keine zehn Kilometer von der Grenze des Kreises Heinsberg entfernt, dem Schwerpunkt der Epidemie in Nordrhein-Westfalen. Dort hatte es auch am Montag einen der ersten Todesfälle infolge des Coronavirus in Deutschland gegeben.

Die Partie zwischen den Mönchengladbachern und den Kölnern ist ein Nachholspiel vom 21. Spieltag. Die ursprünglich für den 9. Februar geplante Begegnung war wegen möglicher Gefahren durch Sturmtief "Sabine" abgesagt worden. Die nun als Geisterspiel ausgetragene Partie war mit rund 54.000 Zuschauern ausverkauft. Ob Fans ihr Eintrittsgeld für die beiden Spiele erstattet bekommen, ist zurzeit noch unklar.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt die dringende Empfehlung gegeben, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen – und zwar bundesweit. Das Ziel ist, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland zu verlangsamen. Inwieweit der Empfehlung aus Berlin vor Ort gefolgt wird, obliegt jedoch den örtlich zuständigen Behörden.

Dass es am Wochenende weitere Bundesligaspiele ohne Zuschauer geben wird, ist wahrscheinlich. Für die anderen Erstligaspiele in Nordrhein-Westfalen (Fortuna Düsseldorf gegen den SC Paderborn und 1. FC Köln gegen den FSV Mainz) werden ebenfalls in Kürze Zuschauerausschlüsse erwartet, da der entsprechende Erlass des Landesgesundheitsministeriums auch dort greift.

Die zuständigen Behörden in den anderen Bundesligaspielorten werden ihr Vorgehen in den kommenden Tagen entscheiden. Die Deutsche Fußball-Liga plant, alle Spiele wie geplant stattfinden zu lassen – notfalls eben ohne Fans auf den Tribünen. Vertreter mehrerer Bundesligisten sprachen sich bereits für eine einheitliche Linie aus, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. 

+++ Alle Berichte zum Coronavirus lesen Sie hier im stern-Spezial +++

Hinweis der Redaktion: Nach dem beschlossenen Zuschauerausschluss beim Revierderby wurde dieser Artikel umfassend aktualisiert.

Quellen: Stadt Mönchengladbach, Stadt DortmundN-TV, "Rheinische Post"Deutsche Fußball-Liga, Nachrichtenagentur DPA

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