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20. Spieltag im stern-Check: Slapstick-Gegentore, verwehrte Handschläge und eine völlig alberne Mecker-Debatte

In Dortmund begeistern weiterhin die Youngster, in Mainz hängt nach dem Bayern-Besuch der Haussegen noch schiefer und die halbe Liga diskutiert über das Mecker-Gelb-Rot von Gladbachs Plea. Der 20. Spieltag im stern-Check.

Einmal Meckern = Gelb, zweimal Meckern = Gelb-Rot, eigentlich ganz normal

Einmal Meckern = Gelb, zweimal Meckern = Gelb-Rot, eigentlich ganz normal

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So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 20. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Gladbachs Plea beschwerte sich im Samstagabendspiel gegen Leipzig wegen eines nicht geahndeten, angeblichen Fouls derart, dass er die gelbe Karte sah. Weil der Franzose aber nicht aufhörte zu meckern und die berühmte "abfällige Geste" in Richtung von Schiri Stieler machte, gab es konsequenterweise die Ampelkarte. So weit so unspektakulär. Sky-Experte Lothar Matthäus echauffierte sich im Anschluss, nun dürfe man ja beim Fußball gar keine Emotionen mehr zeigen, wenn das schon Gelb-Rot sei. Und Emotionen, die wollten doch alle, so Matthäus. Was für ein Unsinn. Den Schiri bepöbeln war laut Regelwerk schon immer Gelb, das ist auch nicht erst seit der Winterpause so. Und wenn man Gelb sieht und trotzdem nicht aufhört, dann ist man selbst Schuld, wenn man vom Platz fliegt. Das ist in der C-Jugend so, das ist in der Bundesliga so. Meckern gehört nicht auf den Fußballplatz. Und abwertende Gesten Richtung Schiri sind nun mal keine zulässige "Emotion". Mit dem Argument könnte man sich die Spieler auch kloppen lassen, weil: Muss halt mal raus. 

Gewinner des Spieltages

Auch auf die Gefahr der Langeweile hin: Hier müssen die Bayern stehen. Erstmals seit Spieltag sechs wieder Tabellenführer – und das auch noch pünktlich vorm Spitzenspiel gegen Leipzig nächste Woche. Mit einem Sieg kann sich der Rekordmeister die Sachsen auf vier Punkte vom Leib halten. Das wäre schon mal ein sehr solider Schritt in Richtung der achten (!) Meisterschaft in Folge.

Verlierer des Spieltages

Ja, den "Verlierer" packen wir vorsichtshalber mal in Gänsefüßchen. Aber Jadon Sancho, der könnte einem ja fast leid tun. Da zaubert sich der 19-Jährige Woche für Woche durch die Liga, doch seit der Winterpause redet beim BVB alles nur noch über Erling Haaland. Klar hat der ebenso junge Stürmer seine Treffer sechs und sieben im dritten Spiel gemacht, eine Wahnsinnsquote. Sancho aber hat am Wochenende mit seinem Tor zum 1:0 mal eben einen über 50 Jahre alten Rekord von Horst Köppel gebrochen. Der Engländer ist nun nämlich der jüngste Spieler mit 25 Bundesligatreffern. Nebenbei führt er mit satten 13 Assists in dieser Saison auch die Vorlagenriege der Liga an. Kurzum: Beim BVB sind derzeit gleich zwei 19-Jährige in Bestform.

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

Er hat es erzwungen, sagt man in so einer Situation gerne und wirft fünf Mark ins Phrasenschwein

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Da hat sich Augsburg am Samstag aber ein Ei ins Nest gelegt. Langer Ball auf Bremens Selke, der zieht in den Strafraum, scheitert an Keeper Luthe und Verteidiger Gouweleeuw kann klären – denkt man zumindest. Doch der jagt seinem Kollegen Jedvaji den Ball in die Füße. Von da springt das Leder über die Linie, 1:0 für Bremen. Das half Werder letztlich aber nicht, sie verloren mit 1:2. Ähnlich dämlich sah übrigens auch aus, was sich Gladbachs Torwart Sommer am Samstagabend in Leipzig leistete. Der fing einen Ball in der Luft, fiel dann über seinen eigenen Mann zu Boden und warf Leipzigs Schick den Ball unfreiwillig vor die Füße. Der musste nur noch einnetzen.

Bild des Spieltages

Kunde (M.) lässt seinen Coach Beierlorzer mit ausgestreckter Hand hängen

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Das wird ein Nachspiel haben, stand hinterher in den Augen von Mainz-Coach Beierlorzer geschrieben – und man kann ihn gut verstehen. Da hatte seine Elf gerade das 0:3 gegen den FC Bayern kassiert, als er sich entschied, Kunde noch im ersten Durchgang vom Platz zu nehmen. Der war in Minute 32 darüber verständlicherweise nur so semi-amused und würdigte seinen Trainer nach der Auswechslung keines Blickes. Noch schlimmer: Er ließ seinen Chef mit einschlagwilliger Hand in der Luft hängen, passierte ihn demonstrativ regungslos. Mal gucken, ob Kunde, ansonsten übrigens Stammkraft, nächste Woche in der Startelf stehen wird. Ich wette dagegen.

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