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Bundesliga im stern-Check: Ein wahres Märchen, ein geknickter Meister-Schütze und ein Fall für die Polizei

Jährlich grüßt das Murmeltier: Der HSV hat sich auch diesmal gerettet - und für den Retter wurde ein Märchen wahr. Doch was sollte das mit dem Dartpfeil? Der letzte Spieltag der 54. Saison im stern-Check.

Kollektives Ausrasten in Hamburg: Luca Waldschmidt (vorne) hat gerade den 2:1-Siegtreffer für den HSV erzielt.

Kollektives Ausrasten in Hamburg: Luca Waldschmidt (vorne) hat gerade den 2:1-Siegtreffer für den HSV erzielt.

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Der Aufreger des Tages

Bei all' dem Jubel in Hamburg (Klassenerhalt) und Köln (Europacup) sowie dem Ärger rund um die überkandidelte Münchner Meisterfeier ging eine Sache fast unter: Der Pfeilwurf von Frankfurt. Nachdem Marcel Sabitzer in der 25. Minute bei Eintracht Frankfurt das 1:0 erzielt hatte (Endstand: 2:2) flog plötzlich ein schwarzer Dartpfeil mit Plastikspitze Richtung Rasen, verfehlte die Leipziger Jubeltraube und blieb schließlich unweit von Eintracht-Keeper Lukas Hradecky im Gras stecken. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Ein Sky-Moderator präsentierte das corpus delicti in der Halbzeitpause vor den Kameras des Senders. "Es ist etwas in den Innenraum geflogen, was dort nichts zu suchen hat. Aber es war halb so wild", erklärte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann nach dem Spiel. RB-Trainer Ralf Hasenhüttl wollte dem Vorfall und damit dem Übeltäter lieber keine größere Bühne bieten. Die Frankfurter Polizei hat allerdings Ermittlungen aufgenommen.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Sie erwarten das 2:1 für den HSV an dieser Stelle? Nein, dazu später. Wir empfehlen stattdessen einen Treffer, der keine allzu großen Auswirkungen mehr auf die Abschlusstabelle hatte, eigentlich gar nicht fallen durfte und von dem sicher auch der Schütze ohne Studium der TV-Bilder nicht wüsste, wie er den reingemacht hat: Sven Schipplocks 1:1 für Darmstadt in Mönchengladbach (Endstand: 2:2). Heller zieht in der 62. Minute in den Strafraum und flankt vors Tor, wo Schipplock mit ausgestrecktem Bein den Ball in den Maschen unterbringen will. Doch er verpasst. Stattdessen fällt die Kugel dem daneben stehenden Colak quasi auf den Kopf, von dort prallt sie gegen Schipplocks immer noch gehobenes Bein und fliegt tatsächlich noch ins Tor. Die Slapstick-Bude der Saison. Glückwunsch!

Sven Schipplock erzielt das 1:1 für Darmstadt in Mönchengladbach

Immer schön hoch das Bein, es kommt ja vielleicht ein Ball vorbei: Sven Schipplock erzielt das 1:1 für Darmstadt in Gladbach.


Gewinner des Tages

So, jetzt aber zum HSV! Und Luca Waldschmidt! Da wird der Junge einen Tag nach seinem 21. Geburtstag vier Minuten vor Schluss eingewechselt - in so einem wichtigen Spiel. Und zwei Minuten später rennt er mit weit aufgerissenen Augen über den Platz, weil er gerade per Kopfball sein erstes Bundesligator überhaupt erzielt und damit dem HSV (mal wieder) den Klassenerhalt gesichert hat. Soviel ist klar: In der Hansestadt wird man Waldschmidt nicht vergessen, im Moment kennt ihn praktischer jeder: "Waldschmidt rettet den HSV". Von so einer Schlagzeile träumt jeder kickende Junge irgendwann mal. Für Luca Waldschmidt ist dieses Märchen nun wahr geworden.

Verlierer des Tages

30 Tore. Fast in jedem Spiel ein Treffer. Das reicht so gut wie immer, um die Torjägerkanone zu gewinnen. Tatsächlich wurde diese Marke in 54 Jahren Bundesliga nur fünf Mal übertroffen: dreimal von Gerd Müller (1970, 1972, 1973), einmal von Dieter Müller (1977) und einmal von Lothar Emmerich (1966). Jetzt das sechste Mal: BVB-Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang schoss 31 Tore - und damit eins mehr als Bayerns Robert Lewandowski. Es ist das erste Mal seit 43 Jahren, dass zwei Stürmer in einer Saison die 30-Tore-Marke erreichen oder übertreffen. Damals, 1974, reichten Gerd Müller und Jupp Heynckes je 30 Treffer, um sich die Torjägerkrone zu teilen. Diesmal nicht. Und weil das so ist, stand der polnische Ausnahmestürmer etwas bedröppelt zwischen den Meister-Feierbiestern; ließ Schultern und Kopf hängen. "Er war schon etwas geknickt", sprach Mats Hummels für seinen Teamkollegen, "er wäre gerne Torschützenkönig geworden." 

Bild des Tages

Schiedsrichter Wolfgang Stark und Gladbachs Spieler Christoph Kramer tauschen Trikots

Letztes Spiel im Borussia-Park: Schiedsrichter Wolfgang Stark tauscht mit Galdbachs Christoph Kramer die Trikots.


Es war nur eine kleine Szene am Rande. Schiedsrichter Wolfgang Stark leitete am Samstag im Gladbacher Borussia-Park sein letztes Bundesligaspiel. Abschied nach 20 Jahren. Weltmeister Christoph Kramer kam und tauschte mit dem Referee die Trikots. "Ich dachte, dass er irgendwas drunter hätte, was er zeigen wollte", erklärte Kramer vor den Sky-Kameras die ungewöhnliche Aktion. "Da hatte ich vorher eine Info bekommen ... aber hat er nicht, der Fuchs." Kramer freute sich dennoch über seine neuste Trophäre für die Trikotsammlung: "Jetzt habe ich mal ein Schiedsrichtertrikot - ist auch schön."


Soviel für diese Saison. Wir checken wieder ab dem 18. August. Dann beginnt die 55. Bundesliga-Saison.

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