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Bundesliga im stern-Check: Warum der FC Hollywood zur Unzeit sein Comeback feiert

Trotz der peinlichen Pressekonferenz kriegt der FC Bayern in der Bundesliga nicht die Kurve - und dann ätzt auch noch eine Spielerfrau gegen Bayern-Trainer Niko Kovac. Ganz klar: Der FC Hollywood ist zurück. Das freut vor allem einen Bundesliga-Klub.

Thomas Müller, Joshua Kimmich und Franck Ribéry vom FC Bayern München gehen mit gesenkten Köpfen vom Platz

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Aufreger der Spieltags

Kaan Ayhan wirkte nach Abpfif sichtlich geknickt. "Ich weiß auch nicht, wie ich da anders hätte zum Ball gehen können", sagte der Düsseldorfer. Er hatte kurz nach der Pause einen Schuss von Gladbachs Plea geblockt, weggedreht und mit angelegtem Ellenbogen. Der Ball ging trotzdem an Ayhans Arm, Schiedsrichter Dr. Felix Brych entschied auf Elfmeter. Am Ende stand es 3:0 für Gladbach. Nach der Elfmeterszene befragt, sagte Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel: "Die Spieler schmeißen sich in den Ball. Wo sollen sie mit ihren Händen denn noch hin?" Die Frage ist berechtigt. Neben dem Videobeweis ist eine praktikable Hand-Regel wohl das größte Problem im Regelwerk. 

Gewinner des Spieltags

Nicht drückend überlegen spielen, aber doch souverän gewinnen - so spielt eine Spitzenmannschaft. Und das war am 10. Spieltag eindeutig Borussia Dortmund. In Wolfsburg reichte den Dortmundern ein Reus-Kopfball in der ersten Halbzeit zum Sieg. Damit steht schon vor dem Spitzenspiel gegen Bayern am Samstag fest, dass der BVB auch am 11. Spieltag die Tabellenführung verteidigt. Das dürfte die breite Brust, mit der die Dortmunder eh schon auflaufen, noch ein wenig breiter machen.

Verlierer des Spieltags

Der FC Bayern ist wieder in alter FC Hollywood-Form. Während es im eigenen Stadion nur zum 1:1 gegen den tapfer kämpfenden SC Freiburg reicht, postet die Frau von Thomas Müller noch während des Spiels eine böse Spitze gegen Trainer Niko Kovac, weil der es wagte, den Zwei-Tore-Stürmer Müller über 70 Minuten lang auf die Bank zu setzen. Thomas Müller selbst fand die Instastory seiner Frau grinsend: "Das ist sicherlich aus der Emotion heraus entstanden. Im Nachhinein finde ich das natürlich nicht so toll, aber sie liebt mich halt. Was soll ich machen?" Kovac selbst sagte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zu dem Thema: "Nichts" - und beließ es tatsächlich dabei. Lisa Müller hat den Post später gelöscht und sich auch bei Kovac entschuldigt. Das war dem Verein sogar eine Nachricht auf seiner Homepage wert.

Die Bayern haben also nicht mehr nur wegen schwacher Leistungen des Teams und einer peinlichen Pressekonferenz der Klubführung Unruhe im Verein - ausgerechnet vor dem Champions-League-Spiel gegen AEK Athen am Mittwoch und vor allem dem Spiel gegen Tabellenführer Borussia Dortmund am Samstagabend. Wer weiß, wie lange Kovac noch Trainer ist, sollte das Spiel gegen den BVB verloren gehen? Viel ungünstiger könnte die Situation vor dem Duell mit dem BVB jedenfalls nicht sein.

Thomas Müller, Joshua Kimmich und Franck Ribéry vom FC Bayern München gehen mit gesenkten Köpfen vom Platz

Dieses Tor sollten Sie (noch einmal) sehen

Das Freitagabend-Spiel war schon entschieden, als Nicolai Müller sich in die Flanke seines Frankfurter Teamkollegen Jetro Willems warf. Diagonal lag Müller rechts vor dem Tor in der Luft und rammte den Ball mit dem Kopf am Stuttgarter Torwart Ron-Robert Zieler zum 3:0 ins Tor. Die Körperhaltung mag dabei etwas merkwürdig gewirkt haben, aber Müllers Flug-Kopfball war absolut sehenswert.

Bild des Tages

Arm in Arm stehen Freiburgs Trainer Christian Streich und Bayerns Torwart Manuel Neuer auf dem Platz. Streich hat Neuers Trikot
Getty Images

Eine Szene für Fußball-Romantiker: Nach dem Abpfiff in München umarmten sich Bayerns Torwart Manuel Neuer (r.) und Freiburgs Trainer Christian Streich (l.). Auch, wenn Neuer angesichts des 1:1 nicht ganz glücklich aussieht, machen er und Streich in dem Moment jemanden sehr glücklich. "Ich habe einen Bub daheim, der wollte gerne das Trikot von Manuel Neuer haben. Es war mir fast ein bisschen peinlich als Trainer, aber jetzt freue ich mich, dass ich meinem Bub eine Freude machen kann", sagte Streich später, während er hier in der linken Hand Neuers Trikot hält.

mit DPA

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