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BVB-Superstar zerlegt eigenes Team: Das BVB-Debakel und die Frage: Hat sich Favre vercoacht? Reus zumindest platzt der Kragen

Die Demontage des BVB lenkt selbstredend den Fokus auf den Trainer: Wollte Lucien Favre den großen FC Bayern zu sehr überraschen und hat sich am Ende vercoacht? Superstar Marco Reus fand deutliche Worte für die Dortmunder Taktik.

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Über weite Teile der Saison konnte der geneigte Fußballfan durchaus berechtigt davon träumen, dass in diesem Jahr mal nicht die Bayern am Ende triumphieren werden. Doch eben diese Träume zertrümmerte der Rekordmeister am Samstagabend mit dem Vorschlaghammer. Mit 5:0 demontierte das Team von Niko Kovac Borussia Dortmund und holte sich eindrucksvoll die Tabellenführung zurück. Wer nach dieser Vorstellung noch hofft, der BVB würde in den letzten sechs Spielen zwei Punkte mehr als der FCB holen, muss wahrlich ein Optimist sein – oder ziemlich naiv.

Die Bayern führten Dortmund nach allen Regeln der Kunst vor, sorgten mit vier Toren vor der Pause bereits früh für ganz klare Verhältnisse. Der BVB wirkte völlig überfordert, konnte – abgesehen von einem kurzen Lichtblick nach rund sechs  Minuten – überhaupt nichts Gefährliches auf den Rasen bringen. Natürlich gerät nach solch einem Armutszeugnis Dortmunds Coach Lucien Favre unter Druck. Der hatte sich nämlich ein paar besondere Einfälle für die wichtigste Partie des Jahres einfallen lassen, die allesamt besonders in die Hose gingen.

BVB-Aufstellung: Reus, Piszczek und Dahoud im Fokus

Zunächst einmal stellte er Lukas Piszczek überraschend in die Startelf. Der Pole hatte seit Ende Februar verletzungsbedingt keine Minute gespielt und ist mit 33 Jahren ohnehin nicht mehr der Schnellste. Ob er die beste Wahl gegen Bayerns Flügelflitzer Kingsley Coman war? Das darf angezweifelt werden.

Dann verfrachtete Favre Superstar Marco Reus auf die von ihm ungeliebte Position im Sturmzentrum, verzichtete auf den formstarken Mario Götze und brachte lieber Mo Dahoud. Der Deutsch-Syrer spielt eine enttäuschende Saison, stand oft nicht einmal mehr im Kader und lieferte auch in München ein katastrophal schlechtes Spiel ab. Bezeichnend, dass er die einzige gute Chance des BVB direkt zu Beginn völlig freistehend vergab.

Kein Wunder also, dass viele Journalisten mit ihren Fragen explizit auf die Aufstellung zu sprechen kamen. Reus entlockten sie auf Nachfrag zumindest das erneute Geständnis, dass das Sturmzentrum "nicht meine Lieblingsposition ist und ich da nicht spielen möchte". Allerdings schob der Angreifer direkt hinterher, das sei "scheißegal". Man müsse "da spielen, wo der Trainer einen aufstellt und dann eine andere Einstellung an den Tag legen".

Mit der Taktik und damit indirekt auch teilweise mit dem Trainer ging er hart ins Gericht: "Wir haben einfach katastrophal gespielt und verteidigt. Wir hatten null Druck nach vorne. (...) Bayern ist kein Karnevalsverein. Wir stehen viel zu tief, damit fängt es schon an. Man muss offensiv hier spielen, aber das haben wir zu keiner Sekunde geschafft. (...) Wir standen zu weit auseinander und haben die Räume nicht gut verteidigt, nach vorne keine guten Lösungen gefunden. (...) Wir haben heute verdient verloren."

BVB-Verantwortliche schützen Favre

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und -Manager Michael Zorc bemühten sich, den Trainer aus der Schusslinie zu nehmen. "Wer die Aufstellung als Begründung sieht, hat keine Ahnung von Fußball", polterte ein  wütender Zorc. Und Boss Watzke pflichtete bei: "Wenn wir so auftreten, kann er aufstellen, wie er will. Wir müssen uns nur anders präsentieren."

Und der Trainer selbst? Es sei "leicht zu sagen, dass es eine falsche Idee war", entgegnete Favre allen, die Reus im Sturmzentrum für die falsche Idee hielten. "Aber wir haben es so gemacht, weil wir Läufe in die Tiefe haben wollten." Außerdem wisse er nicht, "ob wir mit Götze besser gespielt hätten". Immerhin bei Piszczek gab er sich einsichtig: "Man hat gesehen, dass er zwei Monate nicht mehr gespielt hat.  (...) Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er nicht gespielt hätte."

Der BVB-Geschäftsführer wagte sich bei "Wontorra - der Fußball-Talk" sogar optimistisch aus der Deckung: "Natürlich wollen wir noch Meister werden", sagte der 59-Jährige und prophezeihte: "Spätestens am Dienstag werden die Bayern merken, dass sie auch nur drei Punkte für den Sieg bekommen haben und wir werden realisieren, dass wir nur einen Punkt hinter ihnen liegen."

Quellen: Sky / Kicker 

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