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Cas-Urteil: Calhanoglu erklärt Sperre: "In unserer Kultur hat der Vater hat das Sagen"

Bayer Leverkusen steht unter Schock: Vier Monate muss der Champions-League-Achtelfinalist auf Hakan Calhanoglu verzichten. Der äußert sich nun über die Hintergründe der Sperre.

Hakan Calhanoglu

Hilfe von oben ausgeschlossen: Hakan Calhanoglu muss die Sperre hinnehmen

Bayer Leverkusen hat ein hartes Urteil zu verdauen: Einen Tag vor dem Auftakt zum 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga sperrte der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne Hakan Calhanoglu wegen Vertragsverletzung von sofort an für vier Monate und bestätigte eine Entscheidung des Weltfußball-Verbandes Fifa. Damit fehlt der 22-Jährige, der auch noch 100.000 Euro Geldstrafe zahlen muss, dem Tabellenneunten bis zum Saisonende.

Der Fall liegt schon sechs Jahre zurück. Damals war Calhanoglu noch Profi beim Karlsruher SC. Als 17-Jähriger unterschrieb sein Vater im Namen des minderjährigen Sohnes einen Vertrag beim türkischen Erstligisten Trabzonspor, anschließend verlängerte Calhanoglu dann aber seinen Kontrakt beim KSC. Später wechselte der Mittelfeldspieler zum Freitag-Gegner HSV, seit 2014 ist er bei Bayer.

Hakan Calhanoglu: Schwerer Schlag für Leverkusen

Die Cas-Entscheidung sei "ein schwerer Schlag für Hakan, aber auch für uns", sagte Sportdirektor Rudi Völler. "Nun fehlt uns in der entscheidenden Saisonphase ein ganz wichtiger Spieler." Der Champions-League-Achtelfinalist aus Leverkusen will schließlich wieder zurück auf die Europacup-Bühne und nicht weiter abgehängt werden.  

Calhanoglu selbst erklärt im Interview mit dem "Express" seine Sicht auf die Hintergründe der Sperre: "Ich war 17 Jahre alt und habe beim Karlsruher SC gespielt. Ich habe zufällig über einen Freund mitbekommen, dass sich mein Vater in Darmstadt in einem Restaurant mit Vertretern von Trabzonspor trifft. In unserer Kultur hat der Vater das Sagen. Es gehört sich nicht, ihm keinen Respekt entgegen zu bringen." Nie mehr werde der Vater sich in seine Karriere einmischen, stellt Calhanoglu klar: "So etwas passiert mir nicht noch einmal. Ich habe die Dinge geregelt." Bektas Demirtas sei heute sein Berater, ihm vertraue er.

tim mit DPA / DPA

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