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Meinung

FC Hollywood: Mit der Diskussion um Kovac belegen die Bayern endgültig ihre verzerrte Wahrnehmung

Es stand schon lange zu befürchten, aber das aktuelle Theater an der Säbener Straße ist der endgültige Beweis: Beim FC Bayern München leiden inzwischen alle Verantwortlichen an einer völlig verzerrten Wahrnehmung.

Trainer Niko Kovac steht nach mageren Ergebnissen in der jüngsten Vergangenheit beim FC Bayern München unter Druck

Trainer Niko Kovac steht nach mageren Ergebnissen in der jüngsten Vergangenheit beim FC Bayern München unter Druck

DPA

Niko Kovac ist nicht mehr Trainer des FC Bayern München. Das stimmt zwar noch nicht offiziell, scheint zahlreichen Medienberichten zufolge aber beschlossene Sache – unabhängig vom Ausgang der Champions-League-Partie gegen Benfica Lissabon. Das ist ein Armutszeugnis. Nicht für Kovac, sondern für die Chefetage des Vereins. Und vor allem für die Spieler.

Die Meldungen, die zurzeit über das Theater an der Säbener Straße die Runde machen, sind entlarvend und erinnern fatal an den FC Hollywood der 90er-Jahre: Offenbar ist es für Kovac zum Problem geworden, dass er "die Kabine" nicht mehr hinter sich weiß. Laut "Bild"-Zeitung sprechen sich viele Spieler gegen den Trainer aus.

Die Spieler mal wieder. Jene Spieler also, die es sich vor gut einem Jahr auf so unversöhnliche Weise mit Carlo Ancelotti verscherzten, dass Jupp Heynckes aus der Rente kommen und den hochdekorierten Millionären mit seiner großväterlichen Art den Kopf streicheln musste. Wohlgemerkt jener Ancelotti, der zuvor bei Vereinen wie dem AC Mailand, Paris St. Germain oder Real Madrid noch die verwöhntesten Superstar-Gockel zur Einheit geformt hatte und dem selbst Ego-Shooter wie Cristiano Ronaldo ("Ein großer Trainer und ein toller Mensch") oder Zlatan Ibrahimovic ("Ancelotti ist der Beste aller Zeiten") liebevolle Worte hinterherwarfen.

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Spätestens das 3:3 gegen den Bundesliga-17. Fortuna Düsseldorf dürfte Niko Kovac klargemacht haben, dass seine Zeit in München schon wieder zuende gehen könnte. Auf dem Platz stand eine ideenarme Mannschaft, die sich bei klarer eigener Führung von einem designierten Absteiger auskontern ließ. So ein Spiel kann man als Bayern-Trainer nur selten ohne Trainer-Diskussion überstehen.

Spätestens das 3:3 gegen den Bundesliga-17. Fortuna Düsseldorf dürfte Niko Kovac klargemacht haben, dass seine Zeit in München schon wieder zuende gehen könnte. Auf dem Platz stand eine ideenarme Mannschaft, die sich bei klarer eigener Führung von einem designierten Absteiger auskontern ließ. So ein Spiel kann man als Bayern-Trainer nur selten ohne Trainer-Diskussion überstehen.

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Beim FC Bayern haben die Spieler zu viel Macht

Allein diese Tatsache belegt ein Grundproblem beim FC Bayern: Die Spieler haben viel zu viel Macht, jedenfalls deutlich mehr als bei anderen europäischen Topvereinen. Wem in München ein Furz quer sitzt, der hockt eine Viertelstunde später bei Uli Hoeneß im Büro und weint ihm auf den Schreibtisch.

Bestes Beispiel dafür ist Franck Ribéry, der seit Jahren zumindest auf internationalem Niveau nicht mehr mithalten kann, dem in München aber jeder Fehltritt verziehen wird, weil Hoeneß die schützende Hand über ihn hält wie über einen Sohn. Und natürlich heißt es auch diesmal wieder, dass Ribéry besonders unzufrieden mit dem Trainer sei.

Nur: Ein vermeintlicher Leistungsträger, der sich bei Auswechslungen aufführt wie ein 12-Jähriger, der in gefühlt jedem Spiel mindestens einmal am Rande der Tätlichkeit agiert, und dessen Legende sich vor allem aus Gala-Vorstellungen gegen Greuther Fürth, den SC Freiburg oder ähnliche Kaliber speist, nicht aber durch entscheidenden Einfluss in großen Spielen, so ein vermeintlicher Leistungsträger hemmt jede Entwicklung.

Schuld sind immer die anderen

Aber so läuft es beim FC Bayern schon länger: Die Schuld wird immer bei den anderen gesucht. Die Spieler suchen sie beim Trainer, die Bosse bei den Medien. Und so diskutieren sie nun angeblich über Arsène Wenger, noch so einen verdienten Mann, den sie aus der Rente holen würden. Heynckes reloaded? Mitnichten.

Schon mit der Diskussion um Kovac nach dessen nur viermonatiger Amtszeit haben sich die Bayern endgültig der Lächerlichkeit preisgegeben. Eine Verpflichtung der Arsenal-Ikone Wenger als Lösung der aktuellen Probleme würde der ganzen Posse allerdings noch einmal die Krone aufsetzen. Kann es eine weniger zukunftsträchtige Lösung geben als den 69-Jährigen?

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Uli Hoeneß und Paul Breitner kennen sich also schon lange, 52 Jahre um genau zu sein. Zu Beginn ihrer Karrieren waren sie enge Freunde, wohnten sogar zusammen in einer WG im Münchner Osten. Den ersten großen Titel mit der Nationalmannschaft holen Hoeneß (l.) und Breitner (daneben) 1972 bei der Europameisterschaft.

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Und vor allem: Wird bei den Bayern nicht laut Selbstauskunft seit jeher alles und jeder ausschließlich an Titeln gemessen? Wenger hatte in London vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses seit 2004 keine Meisterschaft mehr gewonnen. Trauen Hoeneß und Rummenigge ihm ernsthaft zu, diese maue Bilanz bei den Bayern im hohen Alter noch einmal ordentlich aufzuhübschen? Es wäre nur ein weiterer Beweis dafür, dass beim deutschen Rekordmeister inzwischen alle Verantwortlichen an einer völlig verzerrten Wahrnehmung leiden.

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