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Ex-Bundesliga-Coach: Sascha Lewandowski soll Abschiedsbrief hinterlassen haben

Die Meldung über den Tod von Sascha Lewandowski sorgt bei Fans und ehemaligen Kollegen für Bestürzung. Die Hintergründe seines Todes sind weiter unklar. In der Wohnung des Ex-Fußballtrainers soll jedoch ein Abschiedsbrief gefunden worden sein.

Ex-Fußballtrainer Sascha Lewandowski

Sascha Lewandowski war Trainer beim Fußball-Erstligisten Bayer Leverkusen und hatte zuletzt den Zweitligisten 1. FC Union Berlin trainiert

Mit großer Bestürzung und Anteilnahme hat der deutsche Fußball auf den Tod von Sascha Lewandowski reagiert. Der 44-jährige Ex-Fußballtrainer wurde am Mittwochnachmittag tot in seiner Wohnung in Bochum gefunden - die Staatsanwaltschaft Bochum beantragte eine Obduktion der Leiche beim Amtsgericht der Stadt. Hinweise auf Fremdverschulden existieren laut Polizei nicht. Laut Behörden ist die Todesursache bislang unklar.

Wie die Zeitungen "Waz", "Bild" sowie die "Ruhr-Nachrichten" unabhängig voneinander erfahren haben wollen, gehen die Ermittler jedoch mittlerweile von Suizid aus. Demnach soll sich Lewandowski mit dem Gas Kohlenmonoxid das Leben genommen haben. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sollen Angehörige die Polizei informiert haben, weil Lewandowski über einen längeren Zeitraum nicht zu erreichen war. Polizei und Feuerwehr hätten dann die Tür zu Lewandowskis Wohnung in Bochum mit Gewalt geöffnet.

Offenbar tot im Bad aufgefunden

An der Tür zum Badezimmer habe zudem ein Hinweis geklebt, der vor dem gefährlichen Gas warnte. Die Türdichtungen seien mit Klebeband abgeklebt gewesen. In dem Raum habe dann Lewandowskis Leichnam gelegen. Wie die "Bild" am Samstag berichtet, sollen Beamte in der Wohnung einen handgeschriebenen Abschiedsbrief gefunden haben. Auch soll der 44-Jährige ein Testament hinterlassen haben. Eine Bestätigung dafür gibt es von offizieller Seite bislang aber nicht.

Reaktionen zum Tod von Lewandowski: "Sprachlos. Erschüttert. Traurig."

Für Unruhe sorgen derzeit Spekulationen, die sich um Ereignisse und Umstände vor Lewandowskis Tod ranken. Grund hierfür ist, dass eine Polizeistreife in Dortmund den Ex-Trainer vergangenen Samstag vorläufig festgenommen hatte. Laut "Bild" soll sich Lewandowski in dem angeblich gefundenen Abschiedsbrief auch zu seiner Festnahme geäußert haben.

Wie "Bild" und "WAZ" übereinstimmend berichten, sei bei der Kontrolle ein Alkoholwert von 0,88 Promille festgestellt worden. Lewandowski habe zur Kontrolle mit auf die Wache gemusst. Wie die "WAZ" und der Sender Sat.1 berichten, sei aus bisher unbekanntem Grund seine Kleidung sichergestellt worden - bei einem Polizisten soll er sich dann Ersatzkleidung geliehen haben.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund wollte sich gegenüber dem stern nicht zu dem Vorfall äußern. Staatsanwalt Elmar Pleus sagte auf Anfrage lediglich: "Wir werden das nicht kommentieren".

In verschiedenen Medien kursieren weitere Vermutungen über die Umstände von Lewandowskis Festnahme. Der stern hat sich bewusst entschieden, keine Spekulationen anzustellen, die Faktenlage ist für uns derzeit nicht ausreichend überprüfbar.

Sascha Lewandowski litt am "Burnout-Syndrom"

Lewandowski ließ sich als Union-Cheftrainer Mitte Februar 2016 wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms ("Burnout-Syndrom") zunächst krankschreiben, im März entschied er sich auf Anraten seiner Ärzte und in Abstimmung mit dem Verein zur Auflösung des Vertrages. Er hatte damals um die Veröffentlichung der Diagnose gebeten.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/1110111 und 0800/1110222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

amt mit Agenturen

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