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Bundesliga: Wieder Wirbel um Videobeweis - Schalke hat Glück nach Elfmeterpfiff

Der Videobeweis bleibt ein Daueraufreger in der Bundesliga: Auch am 15. Spieltag kam es wieder zu kuriosen Einsätzen der umstrittenen Technik. Der FC Schalke hatte erneut Glück bei einer Elfmeterentscheidung.

Referee Stegemann schaut sich die Szene vor dem Elfmeterpfiff noch einmal an

Referee Stegemann schaut sich die Szene vor dem Elfmeterpfiff noch einmal an

Die Aufregung um den Videobeweis in der Fußball-Bundesliga lässt nicht nach. Im Samstagabendspiel kam die umstrittene Technik gleich zweimal zugunsten des FC Schalke 04 zum Einsatz. Zunächst bestätigte der Assistent in Köln eine knappe Abseitsstellung beim vermeintlichen 2:0 durch Borussia Mönchengladbach, wenig später sorgte der Videoschiedsrichter maßgeblich dafür, dass ein bereits gepfiffener Elfmeter gegen Schalke zurückgenommen wurde.

Kurz vor der Pause kommt es nahe der gegnerischen Außenlinie zu einem Zweikampf zwischen Gladbachs Wendt und Schalkes Caligiuri. Beide gehen robust mit dem Körper rein, Caligiuri zu Boden. Schiedsrichter Stegemann hat gute Sicht, steht nur wenige Meter daneben und zeigt klar mit einer Geste an, dass das Spiel weiterlaufen soll. Der Ball landet kurz darauf im Strafraum bei Stindl, der von Naldo klar am Knöchel getroffen und zu Fall gebracht wird. Der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter. Dann kommt der Hinweis des Videoassistenten aus Köln, der ihm nahelegt, sich die Szene vor dem völlig unstrittigen Elfmeterfoul noch einmal genauer anzugucken. Das tut der Referee auch und entscheidet nach Sichtung der Bilder auf Stürmerfoul Wendt und Freistoß Schalke. Das Spiel hätte also unterbrochen werden müssen, das Foul im Strafraum hätte es gar nicht geben dürfen, so die Argumentation.

Für die Zuschauer im Stadion war - wie so oft beim Videobeweis - überhaupt nicht klar, was gerade passiert war, ein gellendes Pfeifkonzert ging im Borussenpark nieder. Aber auch vor den TV-Bildschirmen und im Netz waren die Reaktionen sehr skeptisch. War die Entscheidung, den Zweikampf weiterlaufen zu lassen, wirklich eine klare Fehlentscheidung? Wie weit zurück sollte sich ein Schiedsrichter das Spielgeschehen beim Videobeweis noch einmal angucken? Und vor allem: Hatte der Referee die Situation nicht bereits aus nächster Nähe beurteilt? Bei Twitter machten einige ihrem Ärger Luft:

Im Verlaufe des Spiels wurde dann bekannt: Auch der erste Videobeweis-Einsatz in Gladbach war kurios. Die Abseitsstellung beim vermeintlichen Treffer von Stindl, die der Linienrichter gesehen hatte, war eigentlich gar keine. Auch hier ahndete Köln eine Abseitsstellung, die sich 20 Sekunden zuvor - unbemerkt vom Gespann auf dem Platz - zugetragen hatte.

Kurioser Videobeweis bereits bei Bayern-Spiel

Bereits am Nachmittag beim Spiel Eintracht Frankfurt gegen FC Bayern München kam der Videobeweis in einem besonders bemerkenswerten Fall zum Einsatz: Dort zeigte der Schiedsrichter dem Frankfurter Marius Wolf in der 72. Minute nach einem Foul an James Rodriguez die Rote Karte. Der 22-Jährige Frankfurter war bereits auf dem Weg in die Kabine, als diese Entscheidung wieder zurückgenommen und in eine Gelbe Karte abgeschwächt wurde. Kevin-Prince Boateng winkte seinen Kollegen wieder aufs Feld zurück. 

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