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Bomben auf BVB-Bus: "Ein Metallstift bohrte sich in eine Kopfstütze"

Mit drei Sprengsätzen ist der Mannschaftsbus des BVB attackiert worden. Die "Tatmodalitäten" weisen auf einen "terroristischen Hintergrund", sagt die Bundesanwaltschaft. Untermauert wird dies durch die Art und Weise der Bomben.

Spuren der Explosion am BVB-Mannschaftsbus

Zersplitterte Scheiben: Diese Schäden sind an der Außenseite des BVB-Mannschaftsbusses entstanden.

"Das waren keine Silvesterböller." Mit diesen Worten machte ein Polizeisprecher schon früh deutlich, dass sich am Dienstagabend eine ernste Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ereignet hatte. Eine Aussage, die Polizei und Staatsanwaltschaft später offiziell machten: "Es handelte sich nicht um Pyrotechnik", hieß es während einer eilig einberufenen Pressekonferenz in der Nacht.

Inzwischen ist klar: Die Spieler des BVB schwebten in ernster Gefahr. Die insgesamt drei Sprengsätze hatten nach Angaben von Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft, eine "Sprengwirkung von mehr als 100 Metern". So erklärt sich, dass der Team-Bus schwer beschädigt wurde, als das Fahrzeug das Versteck der Sprengsätze in einer Hecke unweit des Teamhotels passierte. Auf welche Art die Bomben gezündet wurden, wird laut Bundesanwaltschaft ebenso noch kriminaltechnisch untersucht wie die Art des Sprengstoffes.

Wucht der Detonation trieb Metallstifte in den Bus

Bei den Sprengsätzen soll es sich nach Äußerungen aus Sicherheitskreisen vom Dienstag um Rohrbomben "besonderer Art" handeln. Laut Köhler waren sie mit Metallstiften bestückt, die durch die Detonation herausgeschleudert wurden. Die Wucht reichte aus, damit sich einer der Stifte in die Kopfstütze eines Sitzes im BVB-Bus bohrte. "Wir können also von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist", stellte Bundesanwaltschafts-Sprecherin Köhler fest. Die Machart der Dortmunder Bomben deutet somit auf klassische Splitterbomben hin, die weniger durch die ausgelöste Detonationswelle ihres Sprengkopfes als vielmehr durch das herausgeschleuderte Material Schaden anrichten.

Die Art und Weise der Planung und Ausführung der Tat deuteten auf einen "terroristischen Hintergrund", betonte Köhler. Die bisherigen Ermittlungen untermauerten damit zum Teil Einschätzungen von TV-Experten, die von einer professionellen Vorbereitung und Ausführung des Anschlags gesprochen hatten. Offenbar seien Ort und Ablauf der Spielvorbereitung des BVB ausführlich beobachtet worden, heißt es.


dho / dho

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