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BVB-Star Lewandowski vor Wechsel: Und die Bayern reiben sich die Hände

BVB-Star Robert Lewandowski hat Real Madrid mit seinen vier Toren im Alleingang abgeschossen. In Europa gibt es derzeit keinen besseren Stürmer. Deshalb wollen ihn auch die Bayern. Sein Abschied naht.

Von Klaus Bellstedt

Reals Innenverteidiger Pepe konnte einem nach dem 1:4-Desaster schon ein bisschen Leid tun. Der Portugiese erlebte in Dortmund einen Alptraum-Abend. Das lag in erster Linie an seinem Gegenspieler - an Robert Lewandowski, dem umjubelten Held des BVB, der die Königlichen praktisch im Alleingang mit seinen vier Toren in diesem Champions-League-Halbfinale erledigt hatte.

Pepe, an den ersten drei Gegentreffern beteiligt, sagte hinterher nicht viel. Aber das, was er in der Mixed Zone den spanischen Reportern in die Blöcke diktierte, war durchaus vielsagend. Mehr noch: Es war treffend - und die perfekte Erklärung für das, was sich da kurz zuvor auf dem Rasen des Signal-Iduna-Parks abgespielt hatte: "Du kannst Lewandowski einfach nicht verteidigen." Mehr Lob für einen Stürmer gibt es nicht. Zumal aus dem Mund eines Abwehrspielers.

Flanke Götze von links, Lewandowski schleicht sich im Rücken von Pepe davon und vollstreckt in bester Mittelstürmermanier aus kurzer Distanz zum 1:0. Die Szene aus der 8. Minute könnte in jedem Lehrfilm über das perfekte Stürmerspiel gezeigt werden. Nach dem Motto: So agiert ein Bilderbuch-Goalgetter. Aber Lewandowski kann noch viel mehr. Was der Pole noch alles so in seinem Repertoire hat, bewies er unter anderem bei seinem dritten Tor, als er den bedauernswerten Pepe auf engstem Raum austanzte und den Ball aus elf Metern unters Dach hämmerte. Ein Wahnsinns-Tor!

Europas modernster Stürmer

Robert Lewandowski spielt jetzt seine dritte Saison bei Borussia Dortmund. "Er ist ein Beispiel dafür, was man mit Beharrlichkeit alles erreichen kann", hat sein Trainer Jürgen Klopp einmal über ihn gesagt. Am Anfang war da Lucas Barrios, den der 24-Jährige vor sich hatte. Lewandowski gelang es, den Publikumsliebling zu verdrängen - und sich einen Stammplatz in der Meistermannschaft zu erobern. Wegen der vielen Tore, aber auch wegen seiner außergewöhnlichen Art, Fußball zu spielen. Und genau das hebt ihn von anderen Stürmern ab und macht ihn so wertvoll.

Seine große Übersicht, seine bemerkenswerte Schusstechnik, die enorme Ballsicherheit, all das kennt man von Lewandowski. Wer genauer hinschaut, sieht noch mehr: Da ist diese Lust am Kombinieren, am Mitspielen. Wenn Mario Götze mal wieder einen Partner zum Zaubern sucht, ist auch das für den Angreifer kein Problem. In Europa gibt es im Moment keinen moderneren Stürmertypen.

Gerüchte um bevorstehenden Wechsel

Dortmunds Tormaschine erzielte gegen Real Madrid seine Treffer Nummer sieben, acht, neun und zehn in der laufenden Saison. Nur Cristiano Ronaldo (12) steht noch besser da. Wettbewerbsübergreifend war der Pole bis zum jetzigen Zeitpunkt an 48 Treffern beteiligt. Das ist unglaublich. Und natürlich hat ihn diese Quote zu einem begehrten Spekulationsobjekt gemacht. Aber - und das ist eine weitere Stärke des spielenden Stürmers - er hat sich bis jetzt auf dem Platz nie von irgendwelchen Mondsummen und Angeboten beeindrucken lassen.

Und Gerüchte gibt es viele: Diese kochten auch am Rande des Real-Spiels wieder hoch, dass er schon im Sommer zu den Bayern, seinem Wunschverein, wechseln werde. Für eine Ablösesumme von etwa 25 Millionen Euro. Die Sache könnte nun allerdings ernst werden: Lewandowskis Berater Maik Barthel bestätigte am Donnerstag der "Sport Bild", dass der Stürmer bereits in diesem Sommer den BVB verlassen möchte: "Wir sind uns mit einem Verein einig und haben vor, diesen Sommer zu wechseln. Alle Forderungen des BVB werden erfüllt". Dem Vernehmen nach soll es sich bei diesem Verein um Bayern München handeln.

Lewandowski selbst, dessen Idol übrigens der frühere Dortmunder und jetzige Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer ist, hält sich bei dem Thema erwartungsgemäß bedeckt. "Ich sage gar nichts. Was nach der Saison passiert - da müssen wir noch ein bisschen warten", sagte der Stürmer im Anschluss an das Halbfinale der Dortmunder. Doch auch ohne persönlich Bestätigung von Lewandowski scheint die Sache auf eines hinauszulaufen: Am Ende werden es wieder die Bayern sein, die sich die Hände reiben können.

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