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Duell auf Augenhöhe BVB vs. RB Leipzig: Das müssen Sie zum Pokalfinale wissen

Duell auf Augenhöhe: BVB vs. RB Leipzig: Das müssen Sie zum Pokalfinale wissen
Ein Hauch von DFB-Finale liegt in der Luft. Am Donnerstag werden in Berlin die Mannschaften RB Leipzig und Borussia Dortmund aufeinander treffen. Coronabedingt vor leere Rängen. Doch das dürfte für die Motivation der beiden Teams keine allzu große Rolle spielen. Denn die Vorfreude auf einen sportlichen Saison-Höhepunkt überwiegt garantiert. Das betonte dann auch Julian Nagelsmann, Trainer von RB Leipzig auf der abschließenden Pressekonferenz am Mittwochabend in Berlin: “Es war jetzt nicht ganz so leicht, ins Finale zu kommen. Da sind wir schon stolz drauf, dass wir es geschafft haben, dass wir im Finale stehen und gehen da morgen mit der, ja wie gesagt, nötigen Anspannung, auch der nötigen Vorfreude rein. Und dann guck mal, wer am Ende der glückliche Sieger ist." Geht man nach der Historie, dann liegen die Dortmunder klar vor dem Team aus Leipzig. Vier Mal durften die Kicker aus dem Pott den Pokal bereits in die Höhe stemmen. Der jüngste Erfolg war 2017 - also vor vier Jahren.Doch nun müssen sich die aktuellen Spieler ganz auf die anstehende Partie konzentrieren. Dazu Edin Terzić, Trainer des BVB: „Also, es stehen sich die Mannschaften gegenüber, die die meisten Spiele dieses Jahr im DFB-Pokal gewonnen haben. Wir wollen dieses eine Spiel mehr gewinnen in diesem Jahr im DFB-Pokal. Und dafür brauchen wir sowohl eine gute Leistung offensiv als auch defensiv. Weil man hat ja auch gemerkt, wenn man da ein, zweimal nicht aufpasst, kann es ganz schnell gehen, weil Leipzig natürlich auch in der Offensive sehr variabel agiert, sehr gefährlich ist, immer wieder gut reagieren können mit ganz vielen verschiedenen Spielertypen, die dann auf dem Platz stehen können. Und deshalb werden uns morgen das verspreche ich schon mal, nicht nur auf die Offensive konzentrieren, sondern auch zusehen, dass wir defensiv sehr stabil verteidigen werden.” Anpfiff des DFB-Finales ist am Donnerstagabend in Berlin um 20:45.
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So viel Chancengleicheit gab es in einem Pokalfinale schon lange nicht mehr. Wenn am Abend der BVB und RB Leipzig aufeinander treffen, gibt es keinen Favoriten. 

Für den bisher titellosen RB Leipzig ist es das zweite Endspiel im DFB-Pokal, für den viermaligen Sieger des Wettbewerbs Borussia Dortmund bereits das zehnte. Doch ungeachtet dieser Zahlen dürfte es das wohl offenste Finale der vergangenen Jahre werden. Da der übermächtige FC Bayern beim Zweitligisten Holstein Kiel strauchelte, stehen sich nun zwei  Teams auf Augenhöhe gegenüber, wie auch das mitreißende und knappe 3:2 der Dortmunder gegen den Finalgegner im Bundesliga-Duell vor fünf Tagen zeigte. Fußball-Deutschland darf sich auf ein turbulentes und spannendes Endspiel freuen.

Die Ausgangslage: Beim BVB läuft's

Nimmt man die Bundesliga-Tabelle als Maßstab, gehen die Leipziger als Favorit ins Rennen. Schließlich liegt der Zweite sechs Punkte vor dem Vierten aus Dortmund. Doch die bisherigen Ligaduelle gingen beide an den BVB. Am 9. Januar siegte der Revierclub mit 3:1 in Leipzig; zuletzt setzte sich der Revierclub in Dortmund mit 3:2 durch. Und doch haben die Leipziger einen Vorteil: Sie sind bereits für die Champions League qualifiziert und können sich voll auf das Pokalfinale konzentrieren. Dagegen dürfen sich die Dortmunder nur drei Tage nach Berlin in Mainz keinen Ausrutscher erlauben. Von einer Belastung durch die Situation war beim BVB zuletzt aber nichts zu spüren; die Schwarz-Gelben haben einen Lauf.

Das Personal: Haaland wieder fit?

Die Leipziger müssen auf Angelino und Tyler Adams verzichten. Der BVB hofft auf ein Comeback von Torjäger Erling Haaland, der nach überstandener Oberschenkelprellung und zweiwöchiger Zwangspause wieder fit ist. "Wir werden uns zusammensetzen und besprechen, ob es Sinn macht, ihn in den Kader zu nehmen", sagte Terzic kurz vor dem Abschlusstraining des Revierclubs am Mittwochabend im Berliner Olympiastadion.

Die Torjäger: Poulsen ist Pokal-Goalgetter

Nicht der Dortmunder Haaland, sondern Yussuf Poulsen ist der beste Torschütze des aktuellen Pokal-Wettbewerbs. Mit fünf Treffern führt der dänische Angreifer die entsprechende Rangliste an. Auf Rang zwei liegt der Dortmunder Jadon Sancho mit vier Toren zusammen mit dem Paderborner Dennis Srbeny. Haaland ist zwar der treffsicherste Profi der Champions League (10) und rangiert in der Bundesliga (25) auf Platz zwei, traf im Pokal aber bisher nur einmal: beim mühseligen 3:2 seines Teams nach Verlängerung im Achtelfinale gegen den Zweitligisten Paderborn.

Die Fans: Wie den Sieger feiern?

Wie schon im vergangenen Jahr findet das Finale aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt. Beide Vereine appellierten an den Anhang, auf eine Reise nach Berlin zu verzichten. Auch die Dortmunder Polizei traf Vorsorge. "Geben Sie uns keinen Anlass, in Dortmund einschreiten zu müssen. Und schützen Sie damit sich und andere!", teilte sie in der Hoffnung mit, dass es auch in der Revierstadt während und nach dem Finale ruhig bleibt. Man setze auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen, bereite sich aber auch auf einen Einsatz vor. Dass es die Anhänger des Siegerteams nicht zumindest auf die Straßen zieht, ist kaum anzunehmen.

Die Trainer: Beide vor erstem Titel

Für beide Trainer ist es die Chance auf den ersten Titel im Profi-Fußball. Liebend gern würde sich RB-Coach Julian Nagelsmann nach nur zwei Jahren in Leipzig zum FC Bayern verabschieden. "Es geht darum, dass ich mit der Mannschaft zusammen einen Titel gewinne. Auf meinen Werdegang hat das keine großen Auswirkungen", kommentierte der 33-Jährige.

Sein Gegenüber Edin Terzic soll zur neuen Saison Assistent des neuen BVB-Cheftrainers Marco Rose werden. Nach zuletzt fünf Bundesliga-Siegen gab sich der 38 Jahre alte Favre-Nachfolger kämpferisch: "Es stehen sich die beiden Mannschaften gegenüber, die in diesem Jahr die meisten Spiele im Pokal gewonnen haben. Wir wollen das eine Spiel mehr gewinnen. Der Wunsch ist extrem groß, den Pokal in den Händen zu halten."

Die Daten

Anstoß: 20.45 Uhr
Ort: Olympiastadion Berlin
Schiedsrichter: Felix Brych
Übertragung: ARD, Sky, stern-Liveticker

dho DPA

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