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Champions League: Borussia Dortmund und Arsenal trennen sich 1 -1

Borussia Dortmund spielte druckvoll, überlegen, nutzte aber seine zahlreichen Chancen nicht. So schien ein verunglückter Querpass von Sebastian Kehl eine knappe und bittere Niederlage des BVB besiegelt zu haben, bis Jürgen Klopps Einwechselhändchen immerhin einen Punkt rettete.

Der BVB hatte in der ersten Hälfte der Auftaktpartie der Champions-League-Gruppe F fast wie in der Meistersaison agiert, all das gezeigt, was man gegen Hertha am Wochenende vermisst hatte. Aber die Dortmunder nutzten gegen den schwachen und in der Abwehr lückenhaften FC Arsenal ihre zahlreichen dicken Chancen nicht.

Das bestrafte Robin van Persie (42.) nach einem Fehlpass von Sebastian Kehl eiskalt mit der 1:0-Führungfür die Gäste, die den Spielverlauf nicht im Geringsten widerspiegelte. In der zweiten Hälfte verlegten sich die Londoner dann fast nur noch auf die Defensive, igelten sich am eigenen Strafraum ein, wollten so den Spielfluss der Dortmunder hemmen, um den knappen Vorsprung glanzlos über die Zeit zu retten. Doch dann schlug der eingewechselte Ivan Perisic zu und traf volley zum hochverdienten 1:1-Ausgleich, der seinem Club immerhin einen Punkt zum Auftakt der Champions-League-Saison sicherte.

Viele Umstellungen auf beiden Seiten

Jürgen Klopp musste auf Lucas Barrios verzichten, der immer noch an seiner Hüftverletzung laborierte, ihn ersetzte in vorderster Front Robert Lewandowski. Mario Götze, der zuletzt in der Liga gesperrt pausieren musste, kehrte wie auch etwas überraschend Kapitän Kehl in die Startelf zurück. Weichen mussten Ilkay Gündogan und Jakub Blaszczykowski.

In der Anfangsformation stand auf der Gegenseite erstmalig Neuzugang Yossi Benayoun, der Arsenal im ersten Spiel der 14. Champions-League-Gruppenphase in Folge eine etwas offensivere Ausrichtung hätte geben sollen. Coach Arséne Wenger, der das Spiel erneut von der Tribüne verfolgen und die Anweisungen am Spielfeldrand Assistent Rat Rice überlassen musste, hatte von seinen weiteren Neuerwerbungen zudem Per Mertesacker, Mikel Arteta und Gervinho in seinem 4-2-3-1 aufgeboten.

BVB überlegen, aber Arsenal trifft

Die 65.614 Zuschauer im Signal-Iduna-Park erlebten einen tollen Start der Hausherren, die dank ihres blitzschnellen Umschaltens gegen das mit vielen Fehlern in der Spieleröffnung aufwartende und in der Abwehr alles andere als sattelfeste Arsenal bereits in den ersten zwölf Minuten zu drei dicken Chancen kamen. Zunächst hatte Roman Weidenfeller einen Fehler von Mats Hummels ausgebügelt, vor Gervinho gerettet und damit einen direkten Gegenstoß eingeleitet. Kevin Großkreutz agierte jedoch zu zögerlich und verzog über das Tor (5.).

Dann nutzte Shinji Kagawa einen Abstimmungsfehler zwischen Mertesacker und Innenverteidiger-Kollege Laurent Koscielny und erlief einen langen Hummels-Pass. Im Gegensatz zu Großkreutz schloss der Japaner allerdings viel zu überhastet ab und setzte den Ball ebenfalls über das Quergebälk (10.). Und dann war es Götze, der mit einem Pass auf Lewandowski an der Strafraumgrenze erneut die Defizite der Arsenal-Defensive aufdeckte. Allerdings konnte der Schuss des Polen von Bacary Sagna in höchster Not von der Linie gekratzt werden (12.).

Dortmund machte vor allem über Götze nach vorne das Spiel. Der BVB musste sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, die hochkarätigen Chancen nicht genutzt zu haben. Auch ein Kopfball von Lewandowski nach Rechtsflanke von Lukasz Piszczek wurde zur leichten Beute von Wojciech Szczesny (39.). Und so kam, was auf hohem internationalen Niveau kommen musste: Arsenals bis dato einzige Chance war ein Schuss aus zwölf Metern von van Persie gewesen, den Weidenfeller nach einer guten halben Stunde locker parieren konnte. Doch dann unterlief Kehl ein ungenauer Querpass, ein Doppelpass mit Theo Walcott brachte van Persie in Schussposition, die der Niederländer eiskalt zum 0:1 nutzte (42).

Der späte hochverdiente Ausgleich

Dortmund machte auch in der zweiten Halbzeit das Spiel, hatte deutlich mehr Ballbesitz, fand jedoch zunächst kein Durchkommen. Immer wieder liefen sich die Schwarz-Gelben in der sich nun vornehmlich aufs Mauern verlegende Arsenal-Defensive fest. Mehr als ein paar wenig erfolgreiche Schüsse von der Strafraumgrenze sprangen so nicht heraus.

Nach 68 Minuten reagierte Klopp, brachte in der Hoffnung dadurch mehr Durchschlagskraft zu entwickeln Blaszczykowski und Perisic anstelle von Großkreutz und Kehl, die beide nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Aus dem Spiel heraus ging auch in der Folge nichts, dafür bot sich nach einem Eckball die ganz dicke Chance zum Ausgleich. Neven Subotic scheiterte mit seinem Flachschuss aber an Szczesny (81.).

Kurz vor Ende wurden die Bemühungen der Borussen dann aber doch noch belohnt. Die Arsenal-Abwehr klärte einen Freistoß direkt auf den Fuß des Kroaten Perisic, der den Ball volley im rechten Winkel versenkte und dem BVB den Start in die Champions-League-Saison doch noch rettete.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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