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Champions League: Bremen darf hoffen, Schalke ohne Chance

Der FC Schalke 04 hat gegen die Millionentruppe des FC Chelsea klar mit 0:2 verloren. Nach einem schweren Patzer von Torwart Manuel Neuer gerieten die Königsblauen früh auf die Verliererstraße. Werder Bremen wahrte mit einem verdienten 2:1-Sieg gegen Lazio Rom seine Chancen auf das Achtelfinale.

Der FC Schalke 04 hat die Reifeprüfung in der Champions League beim FC Chelsea nicht bestanden und muss den erneuten K.o. nach der Gruppenphase befürchten. Der deutsche Vizemeister verlor am Mittwochabend beim Tabellensiebten der Premier League mit 0:2 (0:1). Werder Bremen war erfolgreicher und hat seine Chancen auf ein Überwintern in Europas Königsklasse gewahrt. Die Norddeutschen feierten einen verdienten, aber hart umkämpften 2:1 (1:0)-Sieg gegen Lazio Rom.

Vor 40 910 Zuschauern an der Stamford Bridge brachte ein Riesen-Patzer von Schalke-Keeper Manuel Neuer die Gäste früh in Bredouille, als er bereits in der vierten Minute einen Flachschuss des überragenden Franzosen Florent Malouda durch die Beine ließ. Didier Drogba machte in der 47. Minute alles klar. Nach der Heimpleite gegen Valencia (0:1) und dem Erfolg bei Rosenborg Trondheim (2:0) steht Schalke in der Gruppe B vor dem Rückspiel gegen Chelsea in 13 Tagen in der Bringschuld. Am Samstag folgt in der Bundesliga der nächste Härtetest zu Hause gegen Bremen.

Schalke spielte mit drei Angreifern

"Man muss in Chelsea versuchen, sie auch im eigenen Stadion zu ärgern", sagte Schalkes Manager Andreas Müller, aber der Mut, mit drei Angreifern zu beginnen, war doch überraschend. Für Kevin Kuranyi, der sich im Abschlusstraining verletzte, rutschte Sören Larsen in die Anfangself. Statt für das offensive Wagnis belohnt zu werden, begann die Gruppenreise mit einem defensiven Albtraum. Nach nur vier Minuten wurde Malouda links nicht energisch genug gestört und sein relativ harmloser Schuss rutschte Neuer durch die Beine - nach dem folgenschweren Fehler in Rostock der zweite Fauxpas des 21 Jahre jungen Keepers innerhalb von vier Tagen.

Schalkes unbefriedigende Verhinderungstaktik beim Gegentor war charakteristisch für das zu zögerliche Defensivverhalten in der ersten Hälfte. Dazu kamen viele leichte Ballverluste und fehlende Präzision in der Vorwärtsbewegung. Der englische Vize-Meister genoss das ungestörte Dasein und hatte keine Mühe, Spiel und Tempo nach Belieben zu kontrollieren. Erst nach 27 Minuten kamen die Gäste das erste Mal gefährlich vor den Kasten der Londoner, aber der vermeintliche Ausgleich durch Carlos Grossmüller wurde wegen Abseitsstellung des Uruguayers nicht anerkannt. Wenigstens Neuer zeigte sich bei einem Kopfball von Michael Essien (33.) und einem Schuss von Joe Cole (45.) gut erholt von seinem frühen Malheur.

Drogba setzte Schalke matt

Der Beginn der zweiten 45 Minuten war fast ein Abziehbild der ersten. Einen Missverständnis im Schalker Spielaufbau nutzten die "Blues" zu einem Konter - Drogba veredelte die Flanke von Paulo Ferreira aus abseitsverdächtiger Position zum 2:0. Immerhin schien der Fünfte der Bundesliga, bei dem sechs Spieler, darunter Christian Pander und Lewan Kobiaschwili, fehlten, endlich aufzuwachen. Nach der Flanke von Rafinha, in der Defensive gegen Malouda oft überfordert, köpfte Larsen nur an den Innenpfosten (60.).

Nach den schwachen Auftritten in der Liga mit nur einem Punkt aus den Spielen gegen die Aufsteiger KSC (0:2) und Rostock (1:1) gab den Gelsenkirchenern nur die letzte halbe Stunde Grund zur Hoffnung für die Pflichtaufgaben gegen Bremen und am Dienstag im Pokal gegen Hannover. Jermaine Jones hatte bei einem abgefälschten Schlenzer (72.) Pech. Dringlichkeit und Intensität stimmten jetzt beim Team von Mirko Slomka, aber ernsthafte Sorgen musste sich Chelseas Defensive auch ohne ihren verletzten Kapitän John Terry nicht machen - Alex hätte allerdings vier Minuten vor dem Ende noch rot sehen müssen.

Bremen war überlegen

Vor 36 587 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Weserstadion sorgten Boubacar Sanogo (28.) und Hugo Almeida (54.) für den ersten Bremer Dreier auf europäischer Ebene in diesem Jahr. Christian Manfredini traf für die Römer (82.). Werder verbesserte sich durch den Sieg auf Platz drei der Gruppe H. Im vergangenen Jahr waren die Grün-Weißen bereits nach der Vorrunde gescheitert.

Die Hanseaten enttäuschten die Erwartungen ihres Verantwortlichen zunächst nicht und setzten gegen die defensiv eingestellten Gäste von Beginn an auf Offensive. Der Brasilianer Naldo per Kopf nach Freistoß von Diego (12.), Almeida nach einem Patzer von Roms Torwart-Opa Marco Ballotta (14.) und Diego per Freistoß (23.) hatten Chancen, für die ersehnte frühe Führung zu sorgen. Allerdings musste Werder bei den Gegenstößen des Tabellendreizehnten der italienischen Serie A wachsam sein. Besonders bei Freistößen von Christian Manfredini (18.) und Aleksandar Kolarov (24.) zeigte Lazio seine Gefährlichkeit.

Spannnende Schlussphase in Bremen

Dann sorgte Sanogo für das erlösende 1:0. Nach einem Zuckerpass von Diego umkurvte der Stürmer von der Elfenbeinküste Ballotta und schob den Ball ins Tor. Für den Neuzugang vom Hamburger SV war es bereits der neunte Pflichtspieltreffer in der laufenden Saison. Nach der Bremer Führung prägten zahlreiche Nickligkeiten die Partie. Nach dem Seitenwechsel blieb Bremen spielbestimmend - und Almeida erzielte auf Zuspiel von Fritz aus abseitsverdächtiger Position das 2:0 und brachte die Grün-Weißen damit endgültig auf die Siegesstraße. Lediglich der angeblich von Bayern München umworbene Mazedonier Goran Pandev prüfte in der 62. Minute Wiese. Ansonsten kontrollierte Bremen die Partie, bis Manfredini nach einem Freistoß von Kolarov noch einmal für einen spannende Schlussphase sorgte.

DPA/tis / DPA

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