Champions League Santa Cruz sichert Bayern einen Punkt

Der FC Bayern kam in seinem zweiten Champions-League-Spiel beim RSC Anderlecht über ein 1:1 nicht hinaus. Nach einem Platzverweis für Pizzaro musste der deutsche Rekordmeister mehr als eine Halbzeit mit zehn Mann auskommen.

Roque Santa Cruz hat einen enttäuschenden FC Bayern München vor einer weiteren "schwarzen Nacht" in der Champions League bewahrt. Mit seinem Kopfballtor in der 74. Minute zum 1:1 (0:0) beim belgischen Vizemeister RSC Anderlecht sicherte der Angreifer aus Paraguay dem nach Claudio Pizarros Platzverweis (35.) in Unterzahl spielenden deutschen Meister am Dienstagabend wenigstens noch einen Zähler. Vor 22 500 Zuschauern im Stadion Constant Vanden Stock traf der Ex-Frankfurter Ivica Mornar (53.) gegen die Bayern, die trotz des Punktgewinns teilweise an die desolaten Leistungen der Vorsaison erinnerten. Mit vier Punkten aus zwei Spielen liegen die Münchner immerhin vor dem nächsten Auswärtsspiel am 21. Oktober beim Giovane Elber-Club Olympique Lyon im Soll.

Nur am Anfang dominant

"Von den drei Auswärtsspielen müssen wir eins gewinnen, dann sind wir auf der sicheren Seite", hatte Trainer Ottmar Hitzfeld vor der ersten Champions-League-Partie auf des Gegners Platz seit einem Jahr gefordert. Doch die gegenüber der Bundesliga-Partie in Rostock auf drei Positionen veränderte Bayern-Mannschaft wusste die Gunst der Stunde nicht zu nutzen. 25 Minuten lang konnte der FC Bayern gegen die ängstlichen Belgier im Mittelfeld beinahe nach Belieben kombinieren. Doch trotz ihrer Dominanz erspielten sich die Gäste, wie angekündigt wieder mit Pizarro, Owen Hargreaves und dem in der Liga gesperrten Ze Roberto in der Startelf, keine echte Torchance.

Auf der linken Seite machte Ze Roberto viel zu wenig aus seinem Freiraum, rechts leistete sich Hargreaves eine hohe Fehlerquote und selbst Michael Ballack gelang trotz allen Bemühens nur wenig. In vorderster Front stand Roy Makaay meist auf verlorenem Posten.

Umstrittener Platzverweis für Pizarro

Mit hektischen Aktionen und vielen Ballverlusten bauten die Bayern die Gastgeber zunehmend auf und gaben das Spiel schließlich nach dem Platzverweis gegen Pizarro ganz aus der Hand. Der gerade verwarnte Peruaner sah nach einem harten Ellbogen-Einsatz gegen Anderlechts Abwehrspieler Hannu Tihinen die Gelb-Rote Karte. "Die Gelbe Karte war ein Witz, aber ihn dann gleich für die nächste Kleinigkeit vom Platz zu stellen, eine Frechheit", ereiferte sich Manager Uli Hoeneß über die Entscheidung des spanischen Schiedsrichters Cantalejo.

"Goldenes Händchen" bei Einwechslungen

Das Bemühen um Schadensbegrenzung in Unterzahl gelang den Bayern gegen die nun offensiver werdenden Belgier nur acht Minuten lang. Dann ließ sich der indisponierte Robert Kovac an der Torauslinie von Dindane Aruna wie ein Anfänger ausspielen, und der Ex-Frankfurter Mornar lenkte die Vorlage des Afrikaners in das von Oliver Kahn zu früh verlassene Bayern-Tor. Doch dann bewies Trainer Hitzfeld mit seinen Einwechselungen eine glückliche Hand: Roque Santa Cruz und hasan Salihamidzic waren Mitte der zweiten Halbzeit für Ze Roberto und Kuffour eingewechselt worden und sorgten für den insgesamt verdienten Ausgleich. Hasan Salihamidzic flankte in der 74. Minute auf den Kopf von Santa Cruz, und der Paraguayer verwertete gleich die erste Torchance zum Ausgleich.

Ottmar Hitzfeld zufrieden

Nach dem Spiel zeigte sich Ottmar Hitzfeld über den Punktgewinn in Unterzahl zufrieden. "Ich bin erleichtert. Anderlecht ist sehr heimstark, wenn man dort schon so früh mit zehn Mann spielen muss, ist das eine schwere Hypothek". Die Gelb-Rote Karte gegen Pizarro verärgerte den Lörracher: "Die erste Gelbe Karte war unberechtigt. Doch wenn man schon verwarnt ist, dann darf man nicht so naiv in den nächsten Zweikampf gehen."

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