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Champions League: Schalke feiert - Bremen erlebt Debakel

Schalke hat in der Champions League den ersten Sieg eingefahren: Das Team von Felix Magath gewann verdient sein Heimspiel gegen Benfica Lissabon. Bremen erlebte bei Inter Mailand ein Debakel. Samuel Eto'o schoss Werder fast im Alleingang ab.

Auf Schalke haben sie nach dem 2:0-Sieg gegen Benfica Lissabon allen Grund, zufrieden zu sein. Die Formkurve des Teams von Felix Magath zeigt eindeutig nach oben. Bremen musste dagegen bei Inter Mailand eine herbe 0:4-Niederlage einstecken. Gegen den Titelverteidiger war Werder ohne jede Chance. Samuel Eto’o schoss die Gäste aus Norddeutschland fast im Alleingang ab.

Mit einem Doppelschlag in der Schlussphase bescherten Jefferson Farfán und Klaas-Jan Huntelaar dem FC Schalke 04 das ersehnte Erfolgserlebnis in der Champions League. Dank der Treffer des Peruaners (73. Minute) und des niederländischen Neuzugangs (85.) feierte der Revierclub einen am Ende verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen Benfica Lissabon. Nach dem ersten Sieg im zweiten Gruppenspiel hat die Mannschaft von Trainer Felix Magath nun wieder gute Chancen auf die nächste Runde in der "Königsklasse".

Schalke im Aufwärtstrend


Trotz unübersehbarer spielerischer Mängel und teilweise schwerer Patzer in der Abwehr ließen die Königsblauen vor 50.436 Zuschauern mit dem dritten ungeschlagenen Pflichtspiel nacheinander einen Aufwärtstrend erkennen und überzeugten am Ende vor allem durch Moral und Kampfkraft.

Zunächst hatte Schalke große Probleme gegen die starken Portugiesen, die in der Anfangsphase den Gastgeber gehörig unter Druck setzten. Gegen das hochmotivierte, ballsichere und kombinationsfreudige Benfica fand der Tabellenvorletzte der Bundesliga kaum den Weg zum Tor. Lediglich zwei Treffer aus Abseitsposition waren in den ersten 30 Minuten zu verzeichnen. Benfica attackierte früh und hätte durch Javier Saviola in Führung gehen müssen (14.), doch der argentinische Angreifer verfehlte völlig frei stehend per Direktabnahme das Tor von Manuel Neuer.

Schalkes Abwehr ohne Sicherheit


Dessen Vorderleuten war die Verunsicherung trotz zuletzt zweier Partien ohne Niederlage deutlich anzumerken. Der Japaner Atsuto Uchida leistete sich den einen oder anderen Wackler, Christoph Metzelder agierte zwar verbessert, aber noch weit von der Top-Form vergangener Tage entfernt. Eine halbe Stunde dauerte es, bis die Schalke-Fans eine gelungene Kombination über Huntelaar und José Manuel Jurado beklatschen durften.

Viele Ballverluste und zahlreiche kleinere Fouls ließen kaum konstruktiven Fußball zu - bis zur 40. Minute. Nach feinem Querpass des spanischen Zugangs Jurado traf Raúl nur den Pfosten, Ivan Rakitic scheiterte im Nachsetzen an Benfica-Torwart Roberto. "Schade, das war super gespielt", kommentierte Schalke-Sportdirektor Horst Heldt zur Pause. "Wir verzweifeln nicht, der nächste wird reingehen."

Schalke spielt starke zweite Halbzeit


Tatsächlich nahmen die Gastgeber den Schwung der letzten Minuten vor dem Seitenwechsel mit in Hälfte zwei und sorgten endlich auch für Torgefahr. Magath brachte Routinier Hans Sarpei für den überforderten Uchida und Jones für den enttäuschenden Rakitic. Auch wenn Raúl in seinem 132. Champions-League-Spiel seinen 66 Toren keinen weiteren Treffer folgen lassen konnte, übernahmen seine Nebenleute diese Aufgabe. In der Nachspielzeit feierten die versöhnten Fans dann auch wieder einmal ihre Mannschaft.

Titelverteidiger Inter Mailand mit Dreifach-Torschütze Samuel Eto'o erteilte der Bremer Notelf beim mühelosen 4:0 (3:0) eine Lehrstunde. Ohne die verletzten Leistungsträger Torsten Frings, Claudio Pizarro, Clemens Fritz und Naldo wurde der Bundesliga-Zwölfte vorgeführt. Vor nur 30.000 Zuschauern im halbleeren San Siro trafen Eto'o (21./27./81.) und Wesley Sneijder (30.) für den italienischen Tabellenführer. Die 626 mitgereisten Werder-Fans sahen einen ordentlichen Beginn ihrer Lieblinge - und zahlreiche Defensiv- Konzentrationspannen danach. So stehen die Bremer nach dem 2:2 im ersten Gruppenspiel gegen Tottenham Hotspur in der dritten Partie am 20. Oktober bei Twente Enschede schon gewaltig unter Erfolgszwang.

Bremen beginnt respektabel


Nur zu Beginn des Spiels zeigte die Bremer Verlegenheitstruppe ansatzweise, dass sie mit dem Titelverteidiger mithalten kann. Nach 125 Sekunden stürmte Inter-Keeper Julio Cesar bei einem langen Ball unnötig aus seinem Kasten - den Heber von Sturmsolist Hugo Almeida klärte der Ex-Münchner Lucio knapp vor der Linie. Bei Almeidas krachendem Freistoß eine Minute später sah der brasilianische Nationaltorhüter schon besser aus. In der 20. Minute vergab Almeida seine dritte Gelegenheit.

Die unterhaltsame Anfangsphase hatte es in sich. Die Bremer griffen meist erst an der Mittellinie an und präsentierten sich in der Rückwärtsbewegung völlig orientierungslos. So konnte sich Italiens Champion - übrigens ohne Italiener in der Anfangself - nahezu ohne Gegenwehr in der Offensive austoben. Nachdem Inters 18- jähriger Nachwuchskünstler Philippe Coutinho (6.) und Vize- Weltmeister Sneijder (9.) Hochkaräter ausließen, demonstrierte Eto'o, warum er mit einem Jahressalär von 10,5 Millionen Euro netto der Topverdiener der Serie A ist.

Benitez bringt zur Halbzeit den Ersatzkeeper


Zuerst bestrafte der Kameruner Daniel Jensens leichtfertigen Ballverlust im Strafraum zur Führung, beim 2:0 ließ er den steifen Innenverteidiger Sebastian Prödl schlecht aussehen. Sneijder erhöhte nach Eto'os Traumpass nach genau einer halben Stunde sogar auf 3:0. "Das schlägt dem Fass den Boden aus", sagte Franz Beckenbauer im TV zur Bremer Fehlerkette. Die Norddeutschen fanden defensiv praktisch nicht statt. 22 Gegentore in zwölf Pflichtspielen sind einfach zu viel. Als Inters Coach Rafael Benitez zur Pause auch noch grundlos Ersatztorhüter Luca Castellazzi für Julio Cesar brachte, war die Demütigung perfekt.

In den zweiten 45 Minuten brachten die Bremer außer zwei Halbchancen durch Wesley (52.) und Marko Marin (59.) aber nicht viel zustande. Nach der schmerzhaften 0:1- Pleite am letzten Spieltag der Serie beim AS Rom konnten die Inter- Anhänger diesmal den herrlichen Spätsommerabend und den Schlusspunkt durch Eto'o (81.) ungestört genießen - nur das verletzungsbedingte Ausscheiden von Lucio (62.) trübte die Freude ein bisschen.

tis/DPA / DPA

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