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Champions League: Schalke verpasst sein blaues Wunder

Schalke ist raus: Trotz einer starken Leistung in der ersten Halbzeit ist für Schalke im Viertelfinale der Königsklasse Endstation gewesen. Auch im Rückspiel unterlagen die Königsblauen Barcelona mit 0:1. Mit Manchester United zog das dritte englische Team gegen AS Rom in das Halbfinale ein.

Die Schalker begannen im Fußball-Tempel Camp Nou, der mit 80.000 Zuschauern nicht ausverkauft war, ohne den übergroßen Respekt, der sie im Hinspiel so lange gelähmt hatte. Von Beginn an setzten sie voll auf Angriff und konnten gegen den Favoriten Barcelona viel Druck aufbauen. Das Team von Trainer Mirko Slomka kombinierte so gut wie seit Wochen nicht und erspielte sich in der Anfangsphase gute Torchancen. Allerdings scheiterte Schalke erneut an der schwachen Chancenverwertung. Ein glückliches Tor durch Yaya Touré am Ende der ersten Halbzeit (43.) zerstörte die Träume des Revierclubs von der großen Sensation.

Bereits nach fünf Minuten verfehlte Gerald Asamoah knapp das Tor, dann musste Barca-Torhüter Victor Valdes bei einem 22-Meter-Schuss von Halil-Altintop nachfassen, nachdem Asamoah die Aktion mit einem schönen Hackentrick eingeleitet hatte (7.). Bedanken konnten sich die Schalker in dieser Phase des Spiels bei ihrem Keeper Manuel Neuer, der einen Schuss von Xavi parierte.

Kuranyi hatte die besten Chancen

Die besten Chancen, das 0:1 aus dem Hinspiel auszugleichen, hatte jedoch Kevin Kuranyi, der nach seiner schöpferischen Pause beim 1:0 am vergangenen Samstag gegen Hansa Rostock wieder in die Anfangsformation zurückgekehrt war. Zunächst scheiterte der Nationalspieler nach einer Asamoah-Flanke mit einem Kopfball (14.), dann verpasste er knapp eine Hereingabe von Jermaine Jones (21.). Zwischendurch verfehlte zudem Jones knapp das Barca-Gehäuse (20.).

Nach gut 20 Minuten geriet das druckvolle Angriffsspiel der Königsbaluen ins Stocken. Barcelona, das anfangs nervös wirkte und den Schalkern viel Raum bei ihren stürmischen Angriffen ließ, nahm das Spiel mehr und mehr in die Hand. Vor allem Xavi Hernandez, der zuvor mit einem 15-Meter-Schuss an Schalke-Torwart Manuel Neuer gescheitert war (12.), und Andres Iniesta zogen im Mittelfeld die Fäden. Beim 0:1 stand dem Tabellendritten der Primera Division das Glück zur Seite. Nach einer Hereingabe von Jungstar Bojan Krkic, der sich auf der rechten Seite freie Bahn hatte, lenkte Marcelo Bordon den Ball aufs eigene Tor, sein Abwehrkollege Mladen Krstajic rettete zunächst per Kopf auf der Linie, doch der Ball landete direkt vor den Füßen des freistehenden Touré, der sich die Chance nicht nehmen ließ und das Spielgerät ins Tor stocherte. Jetzt war es um das Selbstbewusstsein des Außenseiters geschehen.

In der zweiten Haslbzeit war Barca besser

Nach dem Seitenwechsel nahm Barcelona das Heft in die Hand und bestimmte das Spiel. Die beiden Mittelfeldantreiber Xavi und Iniesta leiteten immer wieder gefährliche Angriffe ein, Schalke-Keeper Neuer verhinderte mit starken Paraden einen höheren Rückstand. Erst parierte er einen 18-Meter-Schuss von Iniesta (51.), dann rettete er gegen Xavi (66.). Die Königsblauen hatten dem nur noch wenig entgegenzusetzen, Torchancen ergaben sich kaum noch. Die 7000 mitgereisten Fans nahmen es mit Humor. "Ihr werdet nie deutscher Meister", riefen sie an die Adresse des katalonischen Renommierklubs.

Bei den Gelsenkirchenern verdiente sich Torhüter Neuer die Bestnote, auch Fabian Ernst überzeugte, der zunächst starke Jones ließ im Laufe des Spiels allerdings nach. Bei den Katalanen, die erneut ohne ihre verletzten Superstars Ronaldinho, Lionel Messi und Deco auskommen mussten, überragten Xavi und Iniesta.

Drei englische Teams im Halbfinale

Die Königsblauen durften sich immerhin mit Einnahmen von mindestens 35 Millionen trösten. Der neunmalige Europapokal-Sieger Barca, der seit 14 Monaten in der Königsklasse zuhause ungeschlagen ist, darf dagegen weiter vom zweiten Champions-League-Titel nach 2006 träumen. Der 18-malige spanische Meister trifft im Halbfinale am 23. und 29. April auf Manchester United, das sich gegen AS Rom durchsetzte. Für ManU war es der elfte Heimsieg in Serie in der Champions League und bedeutete einen neuen Rekord. Damit stehen drei englische Clubs im Halbfinale der europäischen Eliteklasse. Gestern hatten sich bereits Chelsea und Liverpool durchgesetzt.

SID/tis / SID

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