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DFB-Pokal, 2. Runde: Regionalligist Trier schafft die Sensation

Pokal-Sensation in Trier: Die in der vierten Liga spielende Eintracht drehte nach 0:2-Rückstand gegen Zweitligist Bielefeld noch das Spiel und zog in die nächste Runde ein. Gladbach blamierte sich in letzter Minute gegen Duisburg. Die Top-Teams aus der Bundesliga kamen plangemäß weiter.

Ex-Profi Mario Basler und seine Underdogs von Eintracht Trier haben für den nächsten Coup gesorgt und das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Viertligist setzte sich am Dienstagabend mit 4:2 (2:2, 2:2) nach Verlängerung gegen Zweitligist Arminia Bielefeld durch. Der MSV Duisburg sorgte durch ein Last-Minute-Tor für eine weitere Überraschung und besiegte Borussia Mönchengladbach mit 1:0 (0:0). Der FC Bayern München ließ sich trotz Rotation von Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen nicht überraschen und zog durch ein 5:0 (2:0) souverän in die nächste Runde ein. Wenig Probleme hatten auch Hoffenheim, Dortmund und Schalke. Die Zweitligisten TuS Koblenz und Greuther Fürth konnten sich erst in der Verlängerung durchsetzen.

Trier dreht Spiel in der Verlängerung

Der vom früheren Bundesligaprofi Mario Basler trainierte Regionalligist Trier machte nach seinem Erstrunden-Coup gegen Bundesligist Hannover 96 auch Bielefeld das Leben richtig schwer und zeigte großen Kampfgeist. Sogar der Tore-Doppelpack des Bielefelders Zlatko Jancic (46./48.) brachte die "Basler-Bande" nicht aus dem Konzept. Sahr Senesie (61./75./Foulelfmeter) traf ebenfalls doppelt und zwang die Bielefelder so noch in die Verlängerung. Dort drehten die entfesselt aufspielenden Kicker aus der höchsten Amateurklasse das Spiel schließlich vollends. Der namibische Nationalspieler Wilko Risser (110.) und erneut der überragende Senesie (120.+1) machten die Sensation in der Verlängerung perfekt.

Gladbach geht erneut die Puste aus

Im ersten Pokalspiel, das im Borussia-Park ausgetragen wurde, bestimmte Gladbach die meiste Zeit die Partie gegen den eine Klasse tiefer spielenden Nachbarn - und hatte auch zahlreiche klare Torchancen. Die Fohlen schafften es aber nicht, den sehr guten MSV-Schlussmann Tom Starke zu überwinden. Der Nackenschlag folgte schließlich in der Nachspielzeit. Kristoffer Andersen schockte die unglücklichen Hausherren mit dem späten Siegtreffer und sorgte der zweiten Pokal-Runde für die erste Überraschung durch die Mannschaft von Trainer Peter Neururer. Wie schon im letzten Bundesligaspiel gegen Hoffenheim, als die Gladbach in den letzten fünf Minuten drei Treffer kassierten, hatte die Konzentration der Gastgeber vor dem Last-Minute-Tor der Duisburger spürbar nachgelassen.

Längerer Anlauf für Bayerns Rotationself

Insgesamt acht Änderungen nahm Bayern-Trainer Louis van Gaal in der Startelf vor. Die Nationalstürmer Miroslav Klose und Mario Gomez bildeten den Zweier-Sturm, im Tor stand diesmal Michael Rensing und Franck Ribéry durfte zum zweiten Mal in dieser Saison von Beginn an ran. Luca Toni feierte in der zweiten Halbzeit sein 30- Minuten-Saisondebüt - ein Tor gelang dem Weltmeister aber noch nicht. Zur Führung bedurfte es noch der Mithilfe von RWO. Daniel Embers (32.) fälschte eine Hereingabe von Philipp Lahm unglücklich ab. Als Gomez (41.) auf Vorarbeit von Lahm nachlegte, war das Duell schon vor der Pause praktisch entschieden. Zu leichtfertig vergaben die Bayern im zweiten Durchgang zahlreiche Chancen, dann sorgten Daniel van Buyten (67./86.) und Thomas Müller (70.) für den standesgemäßen Endstand.

Club kann Hoffenheim nicht fordern

Gegen Hoffenheim trat der 1.FC Nürnberg mit drei Angreifern deutlich offensiver an als zuletzt. Maxim Choupo-Moting bot sich nach fünf Minuten auch gleich eine Chance. Auf der Gegenseite vergab Demba Ba (16.) eine große Kopfballmöglichkeit. Kapitän Per Nilsson, der in dieser Saison noch keine Bundesliga-Minute im Einsatz war, machte es besser und brachte 1899 mit "Köpfchen" in Führung. Die Überlegenheit der Kraichgauer war deutlich, das beruhigende zweite Tor wollte aber nicht gelingen. Wie sich zeigte, war dies gegen schwache Nürnberger auch nicht notwendig.

Bochum gewinnt nur die eigenen Fans

Spiel verloren, Fans zurückgewonnen - so könnte das Fazit des VfL Bochum nach dem Einstand von Trainer Frank Heinemann im Pokalduell mit dem Revier-Rivalen Schalke 04 lauten. Zwar ging das erste Spiel nach der Entlassung von Coach Marcel Koller mit 0:3 (0:1) verloren, trotz der Niederlage konnte die engagierte Heimelf aber Versöhnung mit ihren treuen Anhängern feiern. Drei Tage vor dem schweren Bundesliga- Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg bot der VfL eine leidenschaftliche Vorstellung, doch ins Achtelfinale zog die spielerisch klar bessere Mannschaft von Felix Magath ein. Nationalspieler Heiko Westermann (10. Minute), Halil Altintop (56.) und Eigentorschütze Christian Fuchs (76.) sorgten vor 29.592 Zuschauern für den verdienten Sieg der "Knappen".

Barrios führt den BVB in die nächste Runde

Welttorjäger Lucas Barrios schoss den kriselnden Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund fast im Alleingang ins Achtelfinale. Der BVB siegte im Karlsruher Wildparkstadion vor 24,864 Zuschauern gegen den Bundesliga-Absteiger KSC überlegen mit 3:0 (2:0). Dabei setzte Barrios ein Ausrufezeichen mit zwei Toren und einer Vorlage. Der Welttorjäger von 2008 stand erstmals seit einem Monat in der Startelf und zahlte das Vertrauen an Coach Jürgen Klopp zurück. Der KSC musste sich trotz einer kämpferisch starken Leistung geschlagen geben und konzentriert sich nun auf den Wiederaufstieg.

Koblenz und Fürth brauchen 120 Minuten

Die SpVgg Greuther Fürth steht nach einem Sieg gegen den Ligakonkurrenten Rot Weiss Ahlen im Achtelfinale. Die Franken setzten sich dank der Treffer von Christopher Nöthe (61. Minute), Youssef Mokhtari (98.) und Nico Müller (120.+1) mit 3:2 (0:0, 1:1) in der letzten Sekunde der Verlängerung gegen Ahlen durch. Für die Fürther ist es der erste Achtelfinaleinzug seit 2006. Für die Gastgeber, die in der Meisterschaft noch kein Spiel gewinnen konnten, reichte es trotz des Doppelpacks von Luca Tankulic (87./93) nicht, um Ahlens neuem Trainer Andreas Zimmermann bei seinem Debüt eine Niederlage zu ersparen.

TuS Koblenz hat nach 30 Jahren erstmals wieder das Pokal-Achtelfinale erreicht. Im Duell mit dem favorisierten Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus setzte sich das Team von Trainer Uwe Rapolder mit 4:2 nach Verlängerung (2:2, 1:1) gegen die Lausitzer durch. Für den Siegtreffer vor 5046 Zuschauern im Stadion Oberwerth sorgte der eingewechselte Tom Geißler (120.+1 Minute), nachdem der Brasilianer Everson (104. Minute) Koblenz mit seinem zweiten Treffer in Führung gebracht hatte. Dabei war Cottbus früh im Spiel durch Emil Jula (9.) in Führung gegangen, ehe Koblenz das Spiel drehte. Der Däne Sörensen rettete Energie mit seinem Treffer (79.) zwar noch in die Verlängerung, doch in der Extrazeit reichte die Kraft nicht mehr, um sich durchzusetzen.

DPA/dho / DPA

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