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DFB-Pokal: Stuttgart erlebt wieder Debakel gegen Bayern

Neun Tore, zwei gelb-rote Karten und ein verschossener Strafstoß: Bayern München ist nach einem spektakulären Sieg gegen den VfB Stuttgart ins Viertelfinle des DFB-Pokals eingezogen. Peinliche Pleiten gab es für Wolfsburg, Köln und Frankfurt, die alle an Zweitliga-Clubs scheiterten.

Bayern München ist nach einer spektakulären Partie gegen den VfB Stuttgart in das Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Nach dem 5:3-Sieg am vergangenen Wochenende in der Bundesliga gewann der Rekordpokalsieger diesmal mit 6:3. In den drei anderen Spielen des Tages zogen drei Bundesligisten gegen Zweitligaclubs den Kürzeren. Frankfurt unterlag auf dem Tivoli gegen Alemannia Aachen nach Elfmeterschießen mit 3:5. Wolfsburg musste sich vor eigenem Publikum Energie Cottbus mit 1:3 geschlagen geben und Köln kassierte gegen Duisburg 1:2-Heimniederlage.

Bayern München bescherte dem VfB Stuttgart mit dem zweiten Sieg gegen die Schwaben binnen drei Tagen ein ungemütliches Weihnachtsfest und verschärfte die Krise des abstiegsbedrohten Tabellen-17. der Bundesliga weiter. Schon nach dem 3:5-Niederlage in der Liga am vergangenen Sonntag hatten aufgebrachte VfB-Fans die Klub-Bosse bedroht.

Stuttgart beginnt verunsichert


Stuttgart begann entsprechend verunsichert und schenkte dem Rekord-Cupsieger zwei frühe Tore durch Andreas Ottl (6.) und Mario Gomez (8.). Für den nach 30 Minuten unter wüsten Beschimpfungen ausgewechselten Ex-Stuttgarter Gomez war es das 19. Tor in den vergangenen 15 Pflichtspielen. Am Sonntag in der Liga hatte er gleich dreimal gegen die Schwaben getroffen.

Pawel Pogrebnjak ließ den VfB mit seinen zwei Toren (32./45.) wieder vom zweiten Pokal-Erfolg gegen die Bayern im achten Treffen träumen. Nach der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Miroslav Klose (52.) sorgte zunächst für die 3:2-Führung der Bayern, ehe Stuttgart nach einer Gelb-Roten Karte gegen Khalid Boulahrouz (67.) in Unterzahl durch Matthieu Delpierre (77.) ausglich. Zuvor hatte Bayern-Torwart Jörg Butt einen Foulelfmeter von Christian Gentner (74.) gehalten. Doch die Bayern blieben cool und konterten durch Treffer von Thomas Müller (81.), erneut Klose (86.) und Ribery (90.+4). Auch Delpierre (87.) sah noch die Gelb-Rote Karte.

Aachen bleibt Spezialist für Favoriten-Stürze


Alemannia Aachen bleibt dank Benjamin Auer der Spezialist für Favoritenstürze im DFB-Pokal und darf sich nach dem dramatischen Einzug ins Viertelfinale auf ein zusätzliches Weihnachtsgeld freuen. Der Tabellenzehnte der 2. Fußball-Bundesliga bezwang Eintracht Frankfurt mit 5:3 (1:1, 0:0, 0:0) im Elfmeterschießen und steht damit erstmals seit 2007/08 wieder in der Runde der letzten acht Mannschaften. Auer verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Unglücksrabe der Eintracht war Alexander Meier, der seinen Schuss in den Aachener Nachthimmel setzte.

Vor 32.160 Zuschauern im ausverkauften Aachener Tivoli erzielte nach torloser regulärer Spielzeit Marco Höger (93.) die Führung für die Gastgeber. Der eingewechselte Martin Fenin (99.) hatte für den Favoriten ausgeleichen können. Sein Teamkollege Pirmin Schwegler sah wegen einer Notbremse die Rote Karte (15.). Mit dem fälligen Foulelfmeter scheiterte Höger an Eintracht-Torhüter Ralf Fährmann. Im Elfmeterschießen konnte er keinen der fünf Aachener Versuche parieren.

Wolfsburg blamiert sich gegen Cottbus


VfL Wolfsburg steht eine turbulente Winterpause ins Haus, die Tage von Trainer Steve McClaren sind wohl gezählt. Der Meister von 2009 blamierte mit einer 1:3 (0:3)-Niederlage gegen den Zweitligisten Energie Cottbus und erlitt zum Jahresende nach zuvor sechs Unentschieden in der Bundesliga einen sportlichen Totalschaden.

Vor nur 12.000 Zuschauern erzielten Nils Petersen (2./43.) und Jiayi Shao (40.) die Tore für die Lausitzer, die erstmals seit der Saison 1996/1997 im Pokal wieder die Runde der letzten Acht erreichten. Damals waren die Brandenburger im Finale am VfB Stuttgart gescheitert. Wolfsburg verkürzte durch Kapitän Edin Dzeko nach einer desolaten ersten Halbzeit in der 56. Minute nur noch auf 1:3.

Köln ergeht es nicht besser


Die Gastgeber waren gegen den Tabellendritten der 2. Liga von Beginn an hohes Risiko gegangen. Neben Dzeko bot Trainer McClaren in Grafite und Mario Mandzukic zwei weitere Stürmer auf. Doch der Schuss ging nach hinten los. Cottbus bestimmte das Spiel. Bereits in der zweiten Spielminute war Petersen zur Stelle und deckte zum ersten Mal die eklatanten Schwächen der Wolfsburger Abwehr auf. Nach einer Ecke kam der 22-Jährige unbedrängt zum Kopfball und ließ Diego Benaglio keine Chance. In der 40. Minute war der Chinese Shao nach sehenswerter Vorarbeit von Petersen zur Stelle und schob zum 2:0 ein. Drei Minuten später stellte Jules Reimerink die VfL-Abwehr erneut bloß. Nach einem Solo über links ließ er Simon Kjaer schlecht aussehen und passte auf Petersen, der zwischen drei Gegenspielern seelenruhig zum 3:0 einschob.

Köln erging es gegen Außenseiter MSV Duisburg nicht besser. Die "Zebras" setzten sich verdient mit 2:1 (1:0) durch und verhinderten die vierte Viertelfinal-Teilnahme der Rheinländer in diesem Jahrzehnt. Stefan Maierhofer (3. Minute) und Julian Koch (76.) bescherten dem Tabellenfünften der zweiten Liga und Pokalfinalisten von 1998 mit ihren Toren vor 44.500 Zuschauern den Einzug in die Runde der letzten Acht. Für Köln konnte Simon Terrode in der 84. Minute nur noch verkürzen.

Die Auslosung für das Viertelfinale ergab folgende Partien:


Schalke 04 - Kickers Offenbach/1. FC Nürnberg
Energie Cottbus - 1899 Hoffenheim
Alemannia Aachen - Bayern München
MSV Duisburg - TuS Koblenz/1. FC Kaiserslautern

tis/SID/DPA / DPA

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