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Dortmund trifft auf Arsenal London: So wie gegen Bayern

Borussia Dortmund fühlt sich reif für den nächsten Coup. Vier Tage nach dem 1:0 im Bundesliga-Gipfel beim FC Bayern will der deutsche Meister auch beim FC Arsenal einen Big-Point landen und die Chance auf das Achtelfinale in der Champions League wahren. Achten muss der BVB vor allem auf einen.

Borussia Dortmund ist ein glänzender Start in die Woche der Wahrheit gelungen. Beim 1:0-Sieg gegen den FC Bayern gelang dem Team von Trainer Jürgen Klopp der Entwicklungssprung von einer spielstarken Mannschaft mit Hang zu Hurra-Fußball hin zu einer ergebnisorientierten Truppe, die mit hohem taktischem Verständnis zunächst an die Defensive denkt.

Wenn solche Leistungen ständig abrufbar wären, würde der BVB auch beim FC Arsenal als Favorit in das Spiel gehen. Doch die Gunners sind in Topform. Inklusive des Sieges in den Playoffs gegen Udinese ist Arsenal vor heimischen Publikum in der Champions League seit zwölf Spielen ungeschlagen.

Zudem verbuchte das Team um den deutschen Nationalspieler Per Mertesacker nach mäßigem Saisonstart in den vergangenen zwölf Pflichtspielen zehn Siege. Viel wird für den BVB davon abhängen, wie es gelingt, Angreifer Robin van Persie zu stoppen. Der Niederländer war bereits beim 1:1 im Hinspiel erfolgreich und traf für seinen Club im Jahr 2011 in 29 Spielen unglaubliche 31 Mal ins Tor. Der Arsenal-Kapitän sei "in unglaublicher Form, findet dessen Mittelfeldkollege Aaron Ramsey. Abwehrkollege Johan Djourou nennt ihn sogar "den augenblicklich gefährlichsten Stürmer der Welt". Er stehe "auf einer Stufe mit Messi und Ronaldo.

Der nächste Achttausender

Aber auch das Selbstvertrauen beim Deutschen Meister ist groß. "Wir haben den ersten Achttausender bezwungen. Jetzt haben wir den nächsten vor uns", erzählte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor der Reise nach London. Inspiriert vom Sieg beim Bundesliga-Tabellenführer gab sich auch Sportdirektor Michael Zorc kämpferisch: "Wir brauchen noch keinen Abgesang anzustimmen, die Chancen sind nach wie vor da."

Allerdings zählt für das Weiterkommen in der Königsklasse nur ein Sieg, bei einem Remis oder einer Niederlage gilt der Blick zur anderen Partie zwischen Olympique Marseille und Olympiakos Piräus, ob zumindest Platz drei und damit das Überwintern in der Europa League zu schaffen ist. Vor den letzten beiden Spieltagen in der Gruppe F führt Arsenal (8 Punkte) die Tabelle vor Marseille (7), dem BVB (4) und Piräus (3) an.

Beim dritten Auswärtsspiel muss deshalb eine andere Leistung als bei den Lehrstunden in Marseille (0:3) und Athen (1:3) her. Der Erfolg in München muss deshalb als Mutmacher herhalten. "Das gibt Selbstvertrauen, dass man bei einem absoluten Spitzenclub auswärts gewinnen kann. Das brauchen wir auch in London", kommentierte Zorc.

"Ich will nichts vom Derby hören"

Angesichts der schwierigen Aufgabe rückt selbst das traditionell brisante Spiel gegen den Erzrivalen FC Schalke am kommenden Wochenende vorerst in den Hintergrund. Geschäftsführer Watzke erklärte es zum Tabuthema: "Wir müssen jetzt nach London, alles andere zählt nicht. Ich will nichts vom Derby hören."

Die Taktik, mehr auf Ergebnis- als auf Erlebnisfußball zu setzen, soll auch im Emirates-Stadium zu einem Big-Point verhelfen. Wichtig wird es aber trotzdem sein, auch eigene Angriffe zu kreieren. Denn die Schwachstelle der Gunners ist in jedem Fall die Abwehr. Mertesacker sucht noch seine Form und der langsame Linksverteidiger Andre Santos gilt in der Premier League als Unsicherheitsfaktor.

"Wenn wir das so hinkriegen wie in München, haben wir alle Chancen", sagte Außenverteidiger Marcel Schmelzer. Eine vor allem auf Torsicherung bedachte Gangart hatte sich nicht nur beim FC Bayern, sondern auch im vorigen Champions-League-Spiel gegen Piräus (1:0) ausgezahlt und der Borussia weitere Schlagzeilen über eine naive Taktik erspart.

Im Fokus werden Mario Götze und Kevin Großkreutz stehen, die beide medienwirksam auf die Wunschliste der Gunners gesetzt wurden. Gerade bei Götze hält sich das Lampenfieber aber in Grenzen: "Diese Spiele machen uns Spaß. Wir wollen auch in London zeigen, was wir können."

sportal.de / sportal

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