Ellbogencheck DFB sperrt Atouba


Für einen Griff in den Intimbereich rächte sich HSV-Rüpel Thimothee Atouba mit einem saftigen Ellbogencheck. Ein Ausrutscher, der jetzt bestraft wurde. Atoubas Club will derartige Undiszipliniertheiten nicht mehr dulden.

Gerade eben war der Hamburger SV noch nach seinem 1:O-Erfolg im Uefa-Pokal-Spiel gegen Litex Lowetsch in bester Feierlaune, als die Spieler auf dem Rückflug in die Hansestadt die schlechte Nachricht erreichte: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Thimothee Atouba nach seinem Ellbogen-Check in Frankfurt (1:2) gegen Albert Streit für vier Spiele gesperrt. Der DFB entschied im schriftlichen Verfahren und sagte die für Donnerstag angesetzte mündliche Verhandlung ab. Das Verfahren gegen Streit wurde hingegen eingestellt, da dieser laut Atouba nur an der Sporthose gerissen hatte. Ein Vorfall, der von Schiedsrichter Manuel Gräfe nicht wahrgenommen worden war.

"Er ist ein Spieler, der unheimlich emotional ist", kommentierte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer die Entscheidung: "Es war nie in Frage gestellt, dass die Schuld von Atouba ausgeht". Ein Dorn im Auge sei ihm aber die ungeregelte Auswahl der Nachverhandlungen nach Bundesliga-Spieltagen. "Ich will nur anregen, dass man sich dringend zusammensetzt und das allgemein regelt", erklärte der Sportchef.

HSV duldet keine Ausraster

Intern ist klar, dass "wir solche Ausraster nicht mehr dulden werden". Saftige Geldstrafen drohen Wiederholungstätern wie auch Guy Demel, der wie Atouba am Samstag in Nürnberg noch gesperrt ist. Seit Sommer 2006 hat der HSV acht Platzverweise kassiert. "Es ist fatal, dass wir uns durch solche Undiszipliniertheiten in Schwierigkeiten bringen", sagte Vorstandsfrau Katja Kraus.

Der Vorfall in Frankfurt war nicht der erste Ausraster Atoubas. Im Dezember 2006 hatte er dem HSV-Publikum mehrmals den Stinkefinger gezeigt: Und das nur, weil ihn die fast 50.000 Fans ausgepfiffen hatten, nach er zunächst einen Elfmeter verschuldete und dann nach einem Gegentor nicht beherzt zur Sache zur Sache ging. Schließlich gab er auf, forderte seine Auswechslung und ging dann auch noch auf Co-Trainer Ralf Zumdick los.

Gegen Litex war Atouba vollkommen von der Rolle: Der Brasilianer Wellington lief ihm ein ums andere Mal davon. Der Kameruner wirkte verunsichert und ging gar nicht mehr in Zweikämpfe. Das Problem für Stevens: Der dauerverletzte Juan Pablo Sorin ist keine Alternative auf der linken Abwehrseite und auch Collin Benjamin fällt nach einer Knie-Operation aus. Mit einer dürftigen Abwehrleistung konnte man gegen harmlose Bulgaren bestehen, in der Bundesliga muss sich der HSV aber steigern. "Das war nichts für Fußball-Feinschmecker", gab Beiersdorfer zu.

DPA DPA

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