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Fußball-Presseschau: Ein träger Kick wie kalter Kaffee

Beim Viertelfinalsieg Spaniens gegen Italien kämpfte das Publikum mit dem Schlaf. / Russland zerzaust Holland und hinterlässt staunende, aber auch skeptische Blicke. / Drei von vier Teams, die ihre Stammelf im letzten Gruppenspiel geschont hatten, haben sich im Viertelfinale verabschiedet - Zufall? stern.de und "indirekter freistoß" blicken in die Gazetten.

Roland Zorn (Frankfurter Allgemeine Zeitung) unterdrückt sich beim Spiel Spanien gegen Italien ein Gähnen: "120 Minuten lang war es ein torloser klassischer Fußball-Langweiler, erst danach wurde es spannend. Dem Prickeln eines Elfmeterschießens konnten nicht einmal Italien und Spanien aus dem Weg gehen. Die Darbietungen beider Teams schmeckten nach kaltem Kaffee. Die Italiener lockten die Spanier bei ihren wenigen Schnellangriffen nach altbewährter Manier in ihren Sperrbezirk, und die verfingen sich darin."

Flurin Clalüna (Neue Zürcher Zeitung) reibt sich den Schlaf aus den Augen: "Lange präsentierten sich beide Spielanlagen ziemlich zynisch und hässlich. Meistens sah man Verhindererfußball, ohne die sehnlich erwartete Qualität, höchstens durchmischt mit Spurenelementen von Klasse. Erkennbar war vor allem, dass beide Teams das Risiko meiden wollten. In der enttäuschenden Ereignislosigkeit begann das lange Warten. Auf irgendetwas Aufregendes. Auf das Elfmeterschießen. Aber vielleicht folgte der Stillstand ja einem logischen Erklärungsmuster: Die Azzurri sind sich gewohnt, die Spiele auf diese unnachahmliche Art einzuschläfern, sich scheintot zu stellen, um dann zuzuschlagen. Die Spanier hingegen wandten sich phasenweise von den zuletzt demonstrierten spielerischen Vorzügen ab. Vermutlich, weil sie etwas um jeden Preis vermeiden wollten - nur nicht wieder in Schönheit untergehen wie in der Vergangenheit."

Markus Völker (tageszeitung)

klemmt sich Streichhölzer in die Augen: "Immer dann, wenn sich die Chance zum schnellen Spiel nach vorne bot, verharrte Italien. Von diesem Bazillus war leider auch das spanische Team befallen. Am bislang heißesten Tag des Turniers (33 Grad) entwickelte sich ein Fußballspiel, das die Geduld der Zuschauer arg strapazierte. Ein träger Kick war zu erdulden: Quergeschiebe des Balles, kaum Torchancen und zwei vermeintliche Spitzenteams, die nichts anderes als drögen Sommerfußball zeigten. Diese Partie war eine einzige Enttäuschung, zumal die Spanier und ihr hochgelobtes Sturmduo Fernando Torres und David Villa ohne Fortune und gescheite Zuspiele ihr Dasein fristeten."

Daniel Theweleit (Stuttgarter Zeitung) schwärmt von den Russen, 3:1-Sieger gegen Holland: "Die Ballsicherheit, die Präzision, das Tempo, die technische Fertigkeit und die Physis der Russen sind zu einem neuen Maßstab verschmolzen. Diese Kombination muss nun erstmal einer schlagen, zumal Russland im Gegensatz zu den Holländern ein perfektes Timing für den Turnierverlauf gefunden zu haben scheint." Peter B. Birrer (Neue Zürcher Zeitung) staunt Bauklötze: "Wie ist die eklatante physische Dominanz der russischen Auswahl zwischen der 90. und der 120. Minute zu erklären? Die eine Antwort ist: keine Ahnung. Ein Erklärungsansatz könnte sein, dass die russische Auswahl im Schnitt ein paar Jahre jünger ist als diejenige des Gegners. Aber sie hatte dafür fünf Tage weniger Erholungszeit als die meisten Niederländer. Doch davon war nichts, gar nichts zu sehen."

Thomas Kistner (Süddeutsche Zeitung)

schöpft angesichts der russischen Überlegenheit einen Verdacht, ohne ihn auszusprechen: "Was Arschawin & Co. zelebrieren, ist wunderbar anzusehen, wirkt aber zunehmend grotesk. Schon beim 2:0 über Schweden wäre ein 6:0 passender gewesen: Am Ende kurvten nur noch Russen übers Feld, die Skandinavier dienten als gelbblaue Plastikstangen. Dass auch Holland in der Verlängerung auf eine Weise unter die Räder kam, die aussah, als führten Profis ein paar Freizeitkicker vor, wirft Fragen auf: Wie schaffen es die jungen Russen, Europas Spitzenfußballer körperlich derart zu beherrschen? Wie funktioniert diese superbe Athletikschule, was macht Guus Hiddink anders als die Kollegen, deren Beste stehen bleiben, wenn Russland den Turbo zündet? Auch van Basten rätselt über die slapstickreife Kräftedifferenz - diese zu erhellen, sollte Kern jeder EM-Fachdebatte sein. Zumal Hiddink ja gern öfter solche Coups liefert: Seine topfitten Australier wurden im Achtelfinale 2006 mit Mühe von Italien gestoppt, 2002 jagten seine Südkoreaner gar ins Halbfinale. Damals musste sich Hiddink übrigens eines, naja, Verdachts erwehren: ‚Grundschnelligkeit verbessert man nicht mit Medikamenten", sagte er, "wer Beweise hat, soll sie vorlegen.' Kein Zweifel, dass da alles sauber abläuft. Wird das Ganze eben zur Bankrotterklärung für alle Trainer und Kompetenzteamleiter, deren Profis den Russen körperlich so heillos unterlegen sind wie Schweden und Holländer."

Claudio Catuogno (Süddeutsche Zeitung) lässt sich von Holland enttäuschen: "Schon erstaunlich, wie schnell etwas, das als Versprechen begann, nun als Missverständnis begraben wird. Schon die Kompletteinfärbung der Schweiz kam einem nun entlarvt vor: Viele Oranjes entpuppten sich als kostümierte Eidgenossen, reglos saßen sie im Stadion, als hätte der ADAC in der Holland-Kurve Dummies aus Plastik gelagert. So bewegungslos, so blutleer - das passte zum Spiel des Favoriten."

Christian Eichler (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

hält es für einen Fehler, dass Portugal, Kroatien und Holland, die drei ausgeschiedenen Gruppensieger, im letzten Gruppenspiel ihre Stammelf geschont hatten: "Die Gemeinsamkeit dieses Scheiterns besteht nicht nur darin, dass diese drei Teams, nach begeisternden Leistungen gegen Top-Teams, ihre Vorrundengruppen gewonnen hatten. Sondern auch darin, dass sie das schon nach zwei Spieltagen wussten. So glaubten sie, ihre besten Spieler fürs Viertelfinale schonen zu können. Nun sieht das wie ein Eigentor aus. Die Holländer waren schon bei der WM 2006 so verfahren, hatten im letzten Gruppenspiel gegen Argentinien die meisten Stammspieler geschont - und verloren ihr Achtelfinale. Ebenso die Spanier. Es scheint, dass bei großen Turnieren der Rhythmus etwas ist, das immer noch unterschätzt wird gegenüber der Erholung. Mehr als die Ruhe braucht der Turnierspieler den Reiz des Wettkampfes. Alle vier Tage weiß er, wo er steht. Lässt man Spieler pausieren, verdoppelt sich die Zeit der gefühlten Tatenlosigkeit. Ein Spannungsabfall tritt ein. Nicht müde Muskeln sind der Feind - die Langeweile ist es. (…) Das biblische Motto der EM lautet: Die Ersten werden die Ersten sein. Die Ersten der Vorrunde - die Ersten, die es in der K.-O.-Runde erwischt."

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(