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Kommentar: Endgültig raus aus Klinis Schatten

Der EM-Kader von Joachim Löw hält ein paar dicke Überraschungen parat. Hildebrand raus, drei Zweitliga-Spieler rein - kann das gut gehen? Es kann! Der Bundestrainer hat bei seiner Nominierung alles richtig gemacht.

Von Volker Königkrämer

Damit hatte keiner gerechnet. Wie vor zwei Jahren sein Vorgänger und Freund Jürgen Klinsmann hat auch Bundestrainer Joachim Löw bei der Nominierung eine dicke Überraschung aus dem Hut gezaubert. Marko Marin, Flügelspieler bei Borussia Mönchengladbach, hatte ernsthaft wohl keiner auf der Rechnung. Und auch die Ausbootung von Timo Hildebrand bei der Besetzung der Torhüterposition war sicher nicht die leichte Variante.

Cleverer Schachzug

Ein gelungener Schachzug des Bundestrainers - und das gleich in doppelter Hinsicht: Mit dem Verzicht auf Hildebrand zu Gunsten des jungen Leverkuseners René Adler gibt er sich populär und kommt den Forderungen der Fans nach. Zuletzt hatte sich ja sogar schon "Kaiser" Franz Beckenbauer für den jungen Keeper stark gemacht. Gleichzeitig demonstriert er mit dem Votum für Marin, dass er sich letztlich seine Unabhängikeit bewahrt.

Die Berufung des Mönchengladbachers ist mutig, aber sie ist auch nachvollziehbar. Marin passt perfekt zu Löws Philospie eines schnellen, offensiven Spiels. Zugleich ist er ein Spieler vom Stil eines Franck Ribery, der diesen Schuss Wahnsinn in sich hat, eine gegnerische Abwehr auch mal ganz allein aus den Angeln zu heben.

Erste Hürde am 28. Mai

Insgesamt hat Löw einen Kader nominiert, mit dem er die "Bergtour" Europameisterschaft selbstbewusst antreten kann. Als erste Hürde muss nun am 28. Mai zunächst die Reduzierung auf 23 Spieler überwinden. Ob die dann letztlich auf den Gipfel stürmen oder aber im Basislager hängen bleiben, sehen wir am 8. Juni, wenn in Klagenfurt das Spiel gegen Polen angepfiffen wird.

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