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EM 2012 Deutschland schlägt die Türkei mit 3 -1


Mit einem perfekten Angriff stoppte die DFB-Elf eine zunächst konterstarke türkische Elf. Das Team von Jogi Löw spielte danach kontrolliert nach vorne, blieb aber oft zu lässig in den Aktionen. Dennoch gewannen die Deutschen verdient mit 3:1 (1:0) in Istanbul. Für die Türken heißt die letzte Hoffnung nun: Deutschland!

Deutschland ließ sich zu Beginn auskontern und hatte das Glück und Manuel Neuer auf ihrer Seite. Nach dem perfekten Angriff und dem Führungstreffer durch Mario Gomez spielte die DFB-Elf immer besser und gewann letztlich verdient mit 3:1 (1:0) gegen die Türkei.

Die Treffer erzielten Mario Gomez (35. Minute), Thomas Müller (66.) und Bastian Schweinsteiger per Foulelfmeter (86.). Vor 50.000 Zuschauern in Istanbul besorgte Hakan Balta (79.) den zwischenzeitlichen türkischen Anschlusstreffer.

Ohne Özil und Klose

Mesut Özil und Miroslav Klose mussten leicht angeschlagen passen. Für die beiden Stammkräfte rückten Mario Götze und Mario Gomez ins Team. Das Spiel begann mit einigen Passstafetten einer ballsicheren DFB-Elf, die erste Chance hatte aber die Türkei. Sabri Sarioglu steckte den Ball auf Hamit Altintop durch, im Duell der beiden in Gelsenkirchen geborenen Spieler zog der Kapitän der Türken den Kürzeren. Seinen Torschuss wischte Manuel Neuer mit einer glänzenden Reaktion über den Kasten (4.). Das Spiel wurde hektisch und beide Teams verloren zunehmend die Ordnung im Mittelfeld.

Die Partie war zu diesem Zeitpunkt von vielen Zweikämpfen geprägt. Das Team von Jogi Löw machte den strukturierteren Eindruck und hatte mehr Ballbesitz. Für die Türkei ergaben sich dadurch Räume zum Kontern. In der 29. Minute nutzten die Gastgeber diesen Platz. Ein Angriff, der auf der linken Seite startete, wurde auf rechts verlagert. Dort gab Arda Turan den Ball spitz zurück in den Strafraum, wo Selcuk Inan ihn aus 12 Metern über das Tor drosch. Nachdem Hamit Altintop eine Halbchance für die Türkei vergab, machte Manuel Neuer das, was er am besten kann.

Der perfekte Angriff

Der Neu-Münchener brachte den Ball mit einem schnellen Abwurf auf Thomas Müller, der einen Diagonalball über 40 Meter auf Gomez schlug, ins Spiel. Der Klose-Ersatz nahm das Spielgerät perfekt an, verlud den kantigen Servet Cetin und platzierte die Kugel aus 12 Metern zur 1:0-Führung für das deutsche Team (36.) ins lange Eck. Die Gastgeber ließen den Kopf nicht hängen, konnten aber keine weitere Gefahr für das Tor von Manuel Neuer herauf beschwören.

Deutschland spielte lange Zeit bis zum Sechzehner überlegt, es fehlte allerdings der letzte Pass gegen defensiv gestaffelte Türken. Das Team von Guus Hiddink zeigte sich vor dem 0:1 konterstark, konnte mehrere gute Chancen kreieren. Auch dadurch unterstützt, dass die Deutschen Schwierigkeiten im defensiven Umschaltspiel hatten. Allein Manuel Neuer und der schlechten Chancenverwertung war es zu verdanken, dass Deutschland nicht in Rückstand geriet. Dann kam der perfekte Angriff von Neuer über Müller bis zu einem abgezockten Mario Gomez, der in Halbzeit eins den Unterschied ausmachte.

Gomez kaum zu stoppen

In der 54. Minute demonstrierte Gomez erneut, warum er derzeit zu den besten Stürmern Europas gehört. Seinen Flachschuss aus 15 Metern konnte Volkan Demirel nur mit Mühe um den Pfosten lenken. Nur wenig schlechter machte es Thomas Müller, dessen Flachschuss aus 17 Metern nur knapp aber am linken Pfosten vorbei streifte (58.). Auf der anderen Seite war es Jerome Boateng, der im letzten Moment vor dem allein durchgestarteten Burak Yilmaz rettete. Wie ein Trennschleifer schob er sich zwischen Ball und Gegenspieler und klärte zur Ecke (59.).

Der nächste Flachschuss der deutschen Mannschaft wurde von Andre Schürrle abgegeben. Der in der 62. Minute für Lukas Podolski in die Partie gekommene Leverkusener konnte allerdings nicht genug Druck hinter den Ball bringen (64.). Das zweite Tor für das deutsche Team resultierte erneut aus einem langen Pass von Manuel Neuer, allerdings landete dieser unkontrolliert herausgeschlagene Ball eher zufällig bei Mario Götze, der mit einem Querpass am Sechzehner eher zufällig Thomas Müller fand, und dieser machte alles andere als zufällig das 2:0, mit einem gezielten Flachschuss aus 16 Metern ins lange Eck (66.).

Hexenkessel, Teekessel, Hexenkessel

Das 0:2 nahm den Gastgebern den Mut. Mühsam schleppten sie den bleischweren Ball in Richtung Manuel Neuer, während die deutschen Konter mit locker-leichtem Spielgerät gefällig gen Volkan Demirel rollten. Jogi Löws Miene erhellte sich zunehmend, da machte ihm ausgerechnet der Musterschüler Thomas Müller einen Strich durch die gute Laune. Müller hatte seinen Gegenspieler Hakan Balta aus den Augen verloren, der eine Flanke auf den zweiten Pfosten von Gökhan Gönül volley verwandeln konnte (80.). Das Stadion war nun wieder der Hexenkessel, den man erwartet hatte.

So gut Gökhan Gönül den Anschlusstreffer vorbereitet hatte, so schlecht sah er in der 84. Minute gegen Thomas Müller aus, den er im Sechzehner in die Beine fuhr, worauf Schiedsrichter Martin Atkinson auf den Elfmeterpunkt zeigte. Bastian Schweinsteiger ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte flach unten rechts zum 3:1 (85.).

Türkeis letzte Hoffnung: Deutschland

Die Türken hatten das Spiel clever begonnen, ließen die Deutschen kombinieren und konterten gefährlich. Allerdings verpassten sie es die Chancen zu nutzen und der Treffer durch Mario Gomez machte einen Strich durch ihr defensives Konzept. Die DFB-Elf wurde sicherer im Kombinationsspiel nach vorne und hatte die Partie lange Zeit im Griff. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer hätte das Spiel noch einmal kippen können, doch die deutsche Elf ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und gewann verdient mit 3:1.

Die Türken verpassten durch die Niederlage die Chance, sich auf Platz zwei festzuspielen und müssen nun das letzte Spiel gegen Aserbaidschan gewinnen und auf eine Niederlage der Belgier gegen Deutschland hoffen.

Michel Massing

sportal.de sportal

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