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EM kompakt 28 Millionen Deutsche sehen das EM-Aus


Knapp 28 Millionen Zuschauer verfolgten in Deutschland das Aus ihres Teams vor dem Fernseher. Das ist der bisherige Höchstwert bei der Euro 2012. Die Rekordquote von 2008 wird dabei nicht geknackt.

Genau 27,98 Millionen Fußball-Fans sahen am Donnerstagabend die Live-Übertragung vom deutschen EM-Halbfinal-K.o. gegen Italien (1:2) in der ARD. Das ist der bisherige Höchstwert bei der EURO 2012. Der Marktanteil betrug 76,8 Prozent. Der EM-Quoten-Rekord wurde allerdings nicht geknackt. Die beste Einschaltquote bei einer EURO wurde am 25. Juni 2008 beim Halbfinale Deutschland-Türkei mit 29,46 (MA: 81,6) aufgestellt.

100.000 Euro Urlaubsgeld für Lahm und Co.

Nach dem erneut verpassten Titelgewinn dürfen sich die 23 deutschen EM-Spieler mit einem Urlaubsgeld von jeweils 100.000 Euro trösten. Diese Prämie zahlt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) pro Mann für den Einzug ins verlorene Halbfinale gegen Italien. Bei einem Titelgewinn hätten Kapitän Philipp Lahm und seine Kollegen die Rekordsumme von jeweils 300 000 Euro kassiert.

Auch für den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hatten die deutschen Spieler 100 000 Euro erhalten. Nach der Finalniederlage bei der Europameisterschaft vor vier Jahren in Österreich und der Schweiz gegen Spanien (0:1) hatte es den bisherigen Höchstbetrag von 150 000 Euro pro Mann gegeben.

DFB leicht im Plus

Der DFB kann sich die 2,3 Millionen Euro an Prämien für die 23 Spieler locker leisten. Denn der Verband erhält aus dem Prämientopf der Europäischen Fußball-Union (UEFA) insgesamt 16 Millionen Euro. Beim Titelgewinn wären es sogar 23,5 Millionen Euro gewesen. "Wir gehen hier mit einem leichten Plus aus dem Turnier, das wir uns mit der Bundesliga teilen werden", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Der Verband hätte die Titelprämie von 300 000 Euro gerne an Lahm und Co. ausgezahlt, weil seiner Meinung nach "diese Mannschaft sich das verdient" gehabt hätte.

Die 16 Millionen des Verbandes ergeben sich aus den acht Millionen Euro, die jede der 16 teilnehmenden Nationen erhält, sowie weiteren Erfolgsprämien. Für die Gruppensiege gegen Portugal (1:0), die Niederlande (2:1) und Dänemark (2:1) zahlt die UEFA jeweils eine Million Euro. Zwei Millionen Euro gab es für den Einzug ins Viertelfinale, weitere drei Millionen für den 4:2-Sieg gegen Griechenland und den Vorstoß ins Halbfinale. Nach dem Finale am Sonntag zwischen Spanien und Italien wird der Sieger 7,5 Millionen Euro UEFA-Prämie erhalten. Der unterlegene Finalist erhält als Trostpflaster 4,5 Millionen Euro.

TV-Reporter Réthy: Das andere Finale wäre mir lieber gewesen

Béla Réthy ist einer der wenigen Deutschen, der nach dem EM-Aus der DFB-Auswahl zum Endspiel nach Kiew reisen kann. "Darf", verbessert der erfahrene Fernsehmann. Das ZDF hat ihn frühzeitig für das Finale nominiert. Dass am Sonntag (20.45 Uhr) Italien anstelle von Deutschland gegen Spanien um den Titel spielen wird, hat ihn ebenso wie zig Millionen Fußballfans in der Heimat überrascht. "Natürlich muss man mit allen Konstellationen rechnen, eigentlich wäre mir aber das andere Finale lieber gewesen", sagt Réthy.

"Wenn Deutschland spielt, ist man mit anderen Empfindungen dabei", gesteht der 55-jährige Reporter. Nun packt er an diesem Samstag seine Siebensachen, mit denen er seit drei Wochen durch Polen und die Ukraine tourt, und macht sich auf den Weg nach Kiew. Das Endspiel ist die sechste EM-Partie, die er bei diesem Turnier kommentiert. Bereits beim Gruppenspiel Spanien - Italien am 10. Juni in Danzig saß er am Mikrofon. "Das war die bisher beste EM-Partie. Die Zuschauer können sich auf ein gutklassiges Endspiel freuen", verspricht Réthy.

Für den Sohn ungarischer Eltern, der in Brasilien aufwuchs, ist es das fünfte große Finale in seiner Reporter-Karriere. Bei den WM-Turnieren 2002 und 2010 sowie den Europameisterschaften 1996 und 2004 war er ebenfalls der Mann für das letzte Match. "Er hat sich durch seine starken Leistungen dafür empfohlen", urteilt ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz über den Fußball-Experten.

ins/DPA/AFP DPA

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