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Ramadan Darf der IS im Fastenmonat überhaupt Anschläge verüben?

Ramadan
Der Fastenmonat Ramadan gilt als Monat des Friedens und der Versöhnung
© Robin Utrecht/DPA
Für Hunderte Millionen Muslime weltweit hat der Ramadan begonnen. Auch die Fußball-Europameisterschaft fällt in den Fastenmonat. Was bedeutet das für die Sicherheit des Turniers?

Der Fastenmonat Ramadan hat für die weltweit rund 1,6 Milliarden Muslime eine besondere Bedeutung. Die im Koran verankerte Pflicht zum Fasten ist ein Grundpfeiler des Islams. Im neunten Monat des Mondkalenders sollen Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Sex verzichten. Der Ramadan beginnt dem Koran zufolge, wenn nach dem Neumond die Mondsichel sichtbar wird - 2016 in den meisten Ländern am 6. Juni.

Eigentlich gilt der Ramadan zugleich als Monat des Friedens und der Versöhnung; laut Koran sind Streit und Kämpfe während dieser Zeit eigentlich verboten. 

Ist die Fußball-EM in Gefahr? 

Doch islamistische Terroristen verübten in der Vergangenheit bewusst im Fastenmonat Anschläge. In vielen Ländern wird der Ramadan von Gewalt überschattet; in Syrien, Libyen, dem Irak und im Jemen herrschen teilweise schon Jahre andauernde Bürgerkriege oder anhaltende Kämpfe. 

Aus diesem Grund herrscht gerade vor dem Start der Fußball-EM Sorge um die Sicherheit während des Turniers in Frankreich. Nach Angaben der "Bild am Sonntag" schließt das Präsidium der Bundespolizei Anschläge während der EM nicht aus und mahnte alle Polizeidirektionen zur erhöhten Eigensicherung.

Die "Bild am Sonntag" beruft sich dabei auf ein internes Dokument, das auf Hinweisen des Bundesamtes für Verfassungsschutz beruhen soll. Demnach habe der IS dazu aufgerufen, den Ramadan zu Anschlägen im Westen zu nutzen. Damit sei möglicherweise auch die EM bedroht.

Mesut Özil kann im Ramadan nicht mitfasten

Fußballtechnisch müssen Fans sich dagegen keine Sorgen machen: Der deutsche Nationalspieler und gläubige Muslim Mesut Özil wird während der EM nicht nach den Fastenregeln leben.

"Das Wetter ist im Sommer zu warm. Wir haben intensive Trainingseinheiten und Spiele. Da ist es für mich unmöglich zu fasten", sagte Özil der Tageszeitung "Express". Auf die Frage, wie sich der Ramadan mit einer Europameisterschaft vereinbaren lasse, antwortete der Profi des FC Arsenal: "Gar nicht." Von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten, ist für Profisportler nicht machbar. Berufssportler können ihre Fastenzeit aber außerhalb des Ramadan nachholen.

Erst vor Kurzem hatte sich Özil in Pilger-Kleidung vor dem islamischen Heiligtum in Mekka ablichten lassen und damit im Internet große Aufmerksamkeit erhalten.

jen DPA AFP

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