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EM 2021 "Ich bin kein Rassist" – Österreich-Stürmer Arnautovic entschuldigt sich für Torjubel

Marko Arnautovic jubelt
Marko Arnautovic jubelt nach seinem Tor gegen Nordmazedonien - und Teamkollege David Alaba muss ihm den Mund zuhalten
© Robert Ghement / DPA
Er traf, pöbelte – und nun entschuldigt er sich: Österreichs Nationalspieler und Ex-Bundesligastürmer Marko Arnautovic musste nach seinem aggressiven Torjubel bei der EM einiges geraderücken.

Dass Marko Arnautovic kein ganz einfacher Zeitgenosse ist, weiß man in Deutschland aus seiner Zeit bei Werder Bremen, wo er mit disziplinarischen Verfehlungen auffiel. Nun musste sich der exzentrische Stürmer für einen mutmaßlich rassistischen Ausfall bei der Fußball-EM entschuldigen.

Mit seinem Tor zum 3:1-Endstand hatte Arnautovic am Sonntagabend den Auftaktsieg seiner Österreicher gegen Nordmazedonien besiegelt. Doch statt mit seinen Mitspielern friedlich zu jubeln, schimpfte Arnautovic aggressiv in Richtung Gegenspieler. Dass die Worte nicht angemessen waren, konnte man schon daran erkennen, dass sein eigener Mannschaftskollege David Alaba versuchte, ihm mit Gewalt den Mund zuzuhalten. 

Der emotionale Ausbruch schlug auch nach dem Spiel hohe Wellen. Arnautovic habe einen obszönen sowie rassistischen Begriff für seinen Gegenspieler Ezgjan Alioski benutzt, berichteten Medien, die die Beschimpfung von Arnautovics Lippen abgelesen hatten. Ein Politikum: Denn Alioski hat albanische Wurzeln, Arnautovic serbische. Die beiden Nationen haben eine konfliktreiche Geschichte. 

Arnautovic entschuldigt sich für Emotionen

Am Montag bemühte sich Arnautovic nun, die Geschichte wieder herunterzukochen. "Ich bin kein Rassist", betonte Arnautovic auf Instagram. "Es gab gestern einige hitzige Worte in den Emotionen des Spiels, für die ich mich entschuldigen möchte." Ganz besonders wolle er sich bei seinen "Freunden aus Nordmazedonien und Albanien" entschuldigen, schrieb Arnautovic. Er habe Freunde überall auf der Welt und stehe für Vielfalt. Zudem schrieb er die albanischen Worte für Entschuldigung.

In ähnlichen Worten äußerte er sich auch auf einer Pressekonferenz im österreichischen Teamlager, zu der er kurzfristig erschienen war. "Es war ein Wortgefecht in den Emotionen, von der einen wie von der anderen Seite." Politik oder Rassismus hätten dabei keine Rolle gespielt. 

Arnautovic spielte in seiner Karriere bereits in England, Italien, den Niederlanden und Deutschland. Von 2010 bis 2013 trug er das Trikot von Werder Bremen, für das er 14 Tore in 72 Spielen erzielte. In Erinnerung sind aus dieser Zeit allerdings auch Suspendierungen wegen unerlaubter Diskothekenbesuche und nächtlicher Polizeikontrollen nach Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit. Seit 2019 spielt Arnautovic bei Shanghai SIPG in China.

bak

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