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EM 2021 im stern-Check Wirbel um ein Stück Stoff, Pfeifkonzert für die Türkei und Gosens' Adduktoren

EM 2021: Robin Gosens packt sich im Spiel gegen Portugal an die Adduktoren
Robin Gosens packt sich im Spiel gegen Portugal an die Adduktoren
© Federico Gambarini / Picture Alliance
Eine Kapitänsbinde sorgt für Aufregung, die Türkei verabschiedet sich blamabel aus dem Turnier und Jogi Löw denkt schon an Ungarn. Das und mehr im EM-Check des stern.

So lief der EM-Spieltag

Alle Ergebnisse, Torschützen und Tabellen des EM-Spieltags zum Nachlesen im stern-Ticker.

Darüber spricht die EM

Nicht nur der 4:2-Sieg Deutschlands gegen überforderte Portugiesen erregte große Aufmerksamkeit, auch die im Spiel getragene Kapitänsbinde von Manuel Neuer. Der hatte es doch tatsächlich gewagt, ein Modell in Regenbogenfarben zu tragen. Das wiederum rief nicht nur verbale Entgleisungen auf unterstem Niveau auf den Plan, auch die Uefa prüfte zumindest kurzzeitig, ob der deutsche Keeper die bunte Binde weiter tragen darf. Neuer darf, wie der DFB dann bestätigte. Die Regebogenbinde werde als "als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für "good cause" bewertet", hieß es weiter. Viel Theater um nichts also.

Verlierer des Tages

Drei Niederlagen in drei Spielen, nur ein eigenes Tor bei acht Gegentreffern: Da lässt sich nichts schön reden – für die Türkei ist die EM nach blamablen Auftritten in allen Partien vorzeitig beendet. Entsprechend enttäuscht flüchteten die Schützlinge von Trainer Senol Günes– begleitet von Pfiffen ihrer Fans – direkt nach dem Abpfiff in die Stadion-Katakomben. "Wir haben nicht den nötigen Charakter gezeigt und sind unter unseren Erwartungen geblieben", bilanzierte Günes, der sich für die Leistung seines Teams zwar verantwortlich zeigte, einen freiwilligen Rücktritt nach dem Spiel jedoch ausschloss.

Gewinner des Tages

Was mussten sie an Kritik einstecken, auch ein schlechter Teamgeist war ihnen attestiert worden: Die bisherige EM war nicht das Turnier der Schweiz – bis zum gestrigen Sonntag. Beim überzeugenden 3:1-Sieg über die Türkei zeigten die hochtalentierten Eidgenossen erstmals ihre Offensiv-Power und dürfen mit vier Punkten als Tabellendritter nun doch noch hoffen, in die Finalrunde einzuziehen. 

"Die Qualität haben wir in unserem Team. Daran haben wir immer geglaubt", sagte Xherdan Shaqiri, der mit zwei Toren Matchwinner des Abends war. Der 29-jährige Ex-Münchner hat sich damit bei vier großen Turnieren in Folge in die Torschützenliste eingetragen.

Der EM-Moment

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Drittes EM-Spiel, dritter Sieg: Italienische Fans bejubeln in Rom den 1:0-Erfolg ihres Teams gegen Wales. Angesichts der durchweg überzeugenden Auftritte der Squadra Azzurra in der Vorrunde wächst im Land die Hoffnung, nach 1938 zum zweiten Mal den EM-Titel zu holen.
© Andrew Medichini / AP / DPA

Und die Deutschen?

Die genossen nach dem starken 4:2-Sieg über Titelverteidiger Portugal einen wohlverdienten Entspannungstag im Teamquartier in Herzogenaurach. Einer jedoch richtete den Blick trotz internationaler Lobeshymnen ob des Auftritts der DFB-Elf am Samstag den Blick nach vorn: Trainer Jogi Löw, dessen Gedanken bereits um den nächsten Gegner Ungarn kreisten (Mittwoch, 21 Uhr / ZDF und MagentaTV).

EM 2021 im stern-Check: Wirbel um ein Stück Stoff, Pfeifkonzert für die Türkei und Gosens' Adduktoren

"Es gibt ja keine Tage, an denen man völlig runterfährt als Trainer. Natürlich gibt so ein Erfolg eine gewisse Stärkung. Wir haben es selber in der Hand. Jetzt müssen wir gegen Ungarn nachlegen." Umso sehnsüchtiger werden neue Infos erwartet, wie Mats Hummels (Patellasehne), Ilkay Gündogan (Wade) und Shootingstar Robin Gosens (Adduktoren) die Blessuren vom Spiel am Samstag weggesteckt haben.

Güdogan saß am Regenerationstag neben den Kollegen bereits auf dem Fahrrad-Ergometer. Gosens war mit aufgeschlagenem rechten Knie bei den Stabilitäts- und Yogaübungen dabei. "Ich hänge schon länger damit rum, dass meine Adduktoren ein bisschen schmerzen", berichtete der Flügelspieler von Atalanta Bergamo. Löw ist vorsichtig, er stuft gerade muskuläre Probleme als "immer brandgefährlich" ein.

Das steht heute an

In drei von vier Spielen geht es bei der Fußball-EM am heutigen Spieltag noch ums Weiterkommen. Die Ukraine und Österreich kämpfen im direkten Duell um Platz zwei in der Gruppe C (18.00 Uhr / ARD und Magenta TV). Im Parallelspiel zwischen der Niederlande und Nordmazedonien (MagentaTV) geht es indes sportlich um nichts mehr: Das Oranje-Team steht bereits fix im Achtelfinale, Nordmazedonien hat keine Chance mehr aufs Weiterkommen. Emotional wird das Spiel dennoch für die Mannschaft: So kündigte Idol Goran Pandev an, heute letztmalig im Nationaltrikot aufzulaufen.

In Gruppe B treffen die bereits für das Achtelfinale qualifizierten Belgier auf Finnland (21 Uhr / MagentaTV). Im Parallelspiel bekommt es Russland mit Dänemark zu tun (ARD und MagentaTV). Nach zwei Niederlagen gegen Finnland und Belgien haben die Dänen immer noch die Chance, Gruppenzweiter zu werden: Wenn sie Russland mit zwei Toren schlagen und die Finnen gegen Belgien verlieren. 

mod mit DPA

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