EM-Qualifikation Das entscheidende Spiel


Endgültig grünes Licht für Michael Ballack, wachsende Ungeduld und grenzenlose Zuversicht: Vor dem entscheidenden EM-Qualifikationsspiel gegen Island in Hamburg strahlen Rudi und seine Elitekicker eine fast beängstigende Selbstzufriedenheit aus.

Endgültig grünes Licht für Michael Ballack, wachsende Ungeduld und grenzenlose Zuversicht im gesamten Kader: Beim Countdown für den Tag der Entscheidung strahlen Rudi Völler und die deutschen Fußball-Nationalspieler eine fast schon beängstigende Selbstsicherheit aus. "Wir werden uns qualifizieren und auch bei der EM eine gute Rolle spielen", versprach Bundestrainer Michael Skibbe am Donnerstag bereits Großtaten für die Titelkämpfe in Portugal, obwohl die Teilnahme an der Europameisterschaft 2004 erst noch am Samstag (17.00 Uhr/ZDF) im Qualifikations-Finale gegen Island gesichert werden muss.

"Keiner bringt uns vom Weg ab"

Der Gedanke daran, dass man in Hamburg mit einer Niederlage gegen den Gruppen-Rivalen die Direkt-Qualifikation noch verspielen könnte, erscheint im Lager des Vize-Weltmeisters unvorstellbar. "Wir sind so kurz vor dem Ziel. Jetzt wird uns keiner mehr vom Weg nach Portugal abbringen", prophezeite Völler. Und Mittelfeldspieler Bernd Schneider versicherte: "Wir werden auf der Ziellinie nichts anbrennen lassen."

"Ballack wird spielen"

Verstärkt wurde der Optimismus noch durch die Stippvisite von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt im Reinbeker Teamquartier. Der Mannschaftsarzt des DFB und des FC Bayern München räumte nach einer Untersuchung die letzten Bedenken an einem Einsatz des am Knöchel verletzten Michael Ballack aus. "Er könnte schon heute spielen", verkündete Skibbe. Doch weil "jede Stunde den Heilungsprozess beschleunigt", soll der Mittelfeldstar so wenig wie nötig trainieren.

Neuville verletzt

Während auch Schneider (Zehprellung) und Carsten Ramelow(Kniereizung) spielen können und werden, steht hinter ihrem Leverkusener Teamkollegen Oliver Neuville noch ein Fragezeichen. Der allerdings nur als "Joker" vorgesehene Stürmer zog sich im Zweikampf mit Christian Wörns eine Prellung am rechten Fuß zu und fehlte deshalb am Donnerstagnachmittag beim Training in der AOL-Arena.

"Von mir aus könnte es losgehen"

Die einzige Übungseinheit in der am Samstag ausverkauften Spielstätte schürte noch den Tatendrang bei seinen Kollegen. "Von mir aus könnte es endlich losgehen. Ich sitze die ganze Zeit nur im Hotel rum und man fragt sich, was man macht", beschrieb Routinier Fredi Bobic die nervende Warterei auf den Anpfiff. Auch für den Stürmer von Hertha BSC steht außer Zweifel, dass die DFB-Auswahl am Samstag gegen 18.45 Uhr als EM-Teilnehmer feststehen wird. "Wir sollten die Leistung vom 2:1 gegen Schottland als Grundlage nehmen und müssen Leidenschaft und Geschlossenheit zeigen", forderte Bobic.

Mannschaft steht

Ungewöhnlich früh haben sich Völler und Skibbe schon für ihre Startformation entschieden. "Die taktische und die personelle Ausrichtung stehen fest", betonte Skibbe. Am Freitag soll die Mannschaft informiert werden. Von den zehn verfügbaren Spielern aus der siegreichen Schottland- Elf muss allenfalls der Berliner Verteidiger Marko Rehmer fürchten, seinen Platz an den jungen Stuttgarter Andreas Hinkel zu verlieren. Für den gesperrten Tobias Rau soll der Hamburger Christian Rahn auf der linken Seite zum Zug kommen.

Obwohl insgesamt zehn Langzeitverletzte oder Rekonvaleszenten nicht zur Verfügung stehen, haben Völler und Skibbe keine Bedenken um die Qualität des Kaders. «Der Teamgeist und das Vertrauen macht unsere Mannschaft stark», glaubt Skibbe. Na dann spielt mal.

Oliver Hartmann und Klaus Bergmann, dpa DPA

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