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Frauenfußball-WM 2019 Englands Trainer nach Skandal-Spiel über Kamerun: "Schäme mich für den Gegner"

Frauen-WM: Kamerun gegen England
Die Spielerinnen von Kamerun drohten im Achtelfinale gegen England mit Spielabbruch
© John Walton/PA Wire / DPA
Englands Nationalcoach Phil Neville hat nach dem Sieg über Kamerun den Gegner scharf kritisiert. Die Kamerunerinnen hatten wegen Entscheidungen des Videoassistenten zwischenzeitlich mit Spielabbruch gedroht.

Das WM-Achtelfinale zwischen England und Kamerun bei der Frauenfußball-WM ist von heftigen Protesten der Afrikanerinnen überschattet worden. Die Kamerunerinnen hatten sich zwei Mal von den Entscheidungen des Videoassistenten betrogen gefühlt und theatralisch gedroht, das Spiel abzubrechen. Englands Trainer Phil Neville fand zu den Vorfällen deutliche Worte: "Ich habe mich für sie geschämt. Es hat sich nicht wie Fußball angefühlt, um ehrlich zu sein. In puncto Verhalten war das kein Weltmeisterschafts-Achtelfinale, dass ich im Fußball sehen will", sagte er kurz nach der Partie, die sein Team mit 3:0 für sich entschied. Über seine Mannschaft sagte er: "Meine Spielerinnen verdienen heute großen Respekt." Weil sie sich gegen diesen Gegner, "der sich wie ein Kleinkind aufgeführt hat", diszipliniert verhalten hätten

Kurz vor der Halbzeitpause gab es den ersten Aufreger, als Angreiferin Ellen White zum 2:0 traf. Die unsichere Schiedsrichterin Liang Qin aus China und ihre Assistentinnen hatten zunächst auf Abseits entscheiden. Videoassistent Bastian Dankert griff ein und korrigierte die Entscheidung, und zwar völlig zurecht. Die Kamerunerinnen fühlten sich aber ungerecht behandelt und probten den Aufstand im Mittelkreis. Erst nach einer mehrere Minuten dauernden Unterbrechung wurde das Spiel wieder fortgesetzt. Im Kabinengang soll es anschließend zu tumultartigen Szenen und heftigen Vorwürfen der Kamerunerinnen gekommen sein.

Rüdes Foul durch Kamerun in der Nachspielzeit

In der zweiten Hälfte setzte sich der Ärger fort. Nachdem Ajara Nchout (48.) den Anschlusstreffer für die Afrikanerinnen erzielt hatte, griff Dankert erneut ein und gab den Treffer wegen einer Abseitsstellung von Vorlagengeberin Gabrille Onguene nicht. Allerdings war es tatsächlich nur eine Fußbreite, mit der die Angreiferin im Abseits stand. Wieder folgten heftige Proteste der Afrikanerinnen. Spielführerin Gabrielle Aboudi Onguene musste ihre Kolleginnen erneut überzeugen weiterzuspielen. Der ehemalige kamerunische Weltstar Samuel Eto'o verfolgte als Tribünengast ungläubig das Geschehen. 

In der Nachspielzeit gab es eine weitere unschöne Szene, als Alexandra Takounda nach einem rüden Foul an Houghton mit einer gelben Karten bestraft wurde - auch diese Aktion schaute sich Qin wegen eines möglichen Platzverweises in der Review Area nochmals an, entschied sich aber nur für eine Verwarnung.

Quellen: "Sportbuzzer", "sport1", "Spiegel Online"

tis

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