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Europa League: Europa League im Check - Wer sind die Favoriten?

Kann der FC Schalke wieder um einen europäischen Titel mitspielen? Haben die anderen Teams mit Champions League-Ambitionen überhaupt Lust auf die ungeliebte kleine Schwester? Wir haben sieben Mannschaften unter die Lupe genommen und sagen, wer der Topfavorit ist.

Die vergangenen vier Sieger der Europa League hießen FC Porto, Atletico Madrid, Shakhtar Donetsk und Zenit St. Petersburg. Alle vier Teams gehörten vor der jeweiligen Saison nicht unbedingt zu den Topfavoriten. Und so muss man sich auch vor dieser Spielzeit die Frage stellen, wie wichtig die großen Teams den Nachfolger des UEFA-Pokals nehmen.

Wir sind in der großen Europa League-Vorschau auf sieben Teams gestoßen, die – unabhängig von den Winter-Nachrückern aus der Champions League – um den Einzug in das Finale am 9. Mai in Bukarest spielen können.

PSV Eindhoven

Der letztjährige Tabellendritte der niederländischen Eredivisie steht stellvertretend für einige Außenseiter-Teams, die durchaus weit kommen können. Bekanntlich werden in der Europa League im Winter die Karten aber nochmal neu gemischt, wenn die Tabellendritten der Champions League hinabsteigen in die Niederungen des europäischen Fußballs. Zu nennen sind hier Teams wie Athletic Bilbao, Dynamo Kiew, FC Fulham oder auch Hannover 96.

Für Eindhoven spricht die große internationale Erfahrung, das Team von Trainer Fred Rutten ist ein Dauergast in Europa und könnte mit dem jungen und ambitionierten Team eine gute Rolle spielen. Gespannt sein darf man auf Georginio Wijnaldum, das neue niederländische Toptalent kam von Feyenoord nach Eindhoven und ist mittlerweile schon zum Nationalspieler aufgestiegen.

Lazio Rom

Italienische Teams und die Europa League, das war in den vergangenen Jahren alles andere als eine Liebesbeziehung. Deshalb muss man abwarten, wie ernst Trainer Edy Reja und sein Team den Wettbewerb nehmen. Anders als Lokalrivale AS, der in den Playoffs an Slovan Bratislava scheiterte, gab sich Lazio gegen Rabotnicki Skopje keine Blöße und siegte 6:0 und 3:1.

Die erste halbe Stunde zum Saisonauftakt gegen Milan war ebenfalls sehr vielversprechend. Die Neuzugänge Miroslav Klose und Djibril Cissé harmonierten sehr gut mit Kapitän Stefano Mauri und Hernanes, in der Offensive ist Lazio glänzend besetzt. In der Abwehr müssen sich die Laziali nach den Abgängen von Torwart Fernando Muslera (Galatasaray) und Stephan Lichtsteiner (Juventus) aber noch finden. Zum Auftakt gegen Vaslui will Reja seinen neuen Stoßstürmer Klose schonen, ein Indiz für die Ambitionen der Römer ist das angesichts des Gegners aber noch nicht.

Atletico Madrid

Ein Team mit Diego im Mittelfeld und Radamel Falcao im Sturm könnte durchaus noch weiter oben angesiedelt sein. Doch der Saisonstart mit einem 0:0 im heimischen Vicente Calderon gegen Osasuna und die 0:1-Niederlage in Valencia haben gezeigt, dass Atletico noch Zeit braucht. Die Abwehr blieb bis auf den Abgang von Torwart David de Gea (Manchester United) zwar größtenteils zusammen, aber in der Offensive muss Trainer Gregorio Manzano noch die richtige Mischung finden.

Zudem hat Atletico mit der Gruppe I eine der wenigen attraktiven erwischt, in der Konstellation mit Udinese Calcio, Stade Rennes und Auftaktgegner Celtic Glasgow ist das Weiterkommen kein Selbstläufer.

Udinese Calcio

Atleticos Gruppengegner Udinese spielte nach der starken letzten Saison in der Qualifikation zur Champions League, schied dort aber gegen den FC Arsenal aus. Trainer Francesco Guidolin musste die Abgänge von Alexis Sánchez, Gökhan Inler und Cristian Zapata verkraften, damit muss man bei dem bekennenden Ausbildungsverein aber immer rechnen.

Der Auftakt in die Serie A klappte mit dem 2:0-Sieg in Lecce besser, machte aber auch gleich wieder die Abhängigkeit von Torjäger Antonio di Natale deutlich. Udinese war schon im vergangenen Jahr vor allem erfolgreich, wenn der 33-Jährige seine Topform erreichte, wenn nicht, fehlte in der Offensive häufig die Durchschlagskraft. Ansonsten gilt für die Friulani wie für Lazio: Mit der nötigen Ernsthaftigkeit kann Udinese weit kommen.

Schalke 04

Über den Einzug in die nächste Runde darf es auf Schalke bei den Gruppengegnern Bukarest, Larnaca und Haifa keinerlei Zweifel geben. Doch wie weit kann der Weg der Knappen gehen? Immerhin standen die Schalker in der vergangenen Saison im Halbfinale der Champions League. Manager Horst Heldt hat den Kader zwar ausgedünnt, bis auf Manuel Neuer wurde aber kein Stammspieler abgegeben.

Und so haben die ersten Spiele in der Bundesliga, aber auch das Weiterkommen in den Playoffs gegen Helsinki gezeigt, was für S04 in dieser Saison möglich ist. Trainer Ralf Rangnick hat nun genügend Spieler zur Verfügung, die sein laufintensives System umsetzen können. Noch fehlt es aber an Konstanz. Geht die Mannschaft wie in Finnland nur mit halber Kraft ans Werk, reicht es auch gegen kleinere Gegner nicht. Trotzdem gehört Schalke, anders als die unerfahreneren Hannoveraner zum absoluten Favoritenkreis.

Paris St. Germain

Wenn in diesem Sommer Gerüchte auf dem internationalen Transfermarkt kursierten, fiel immer auch der Name Paris St. Germain. Mit Millionen aus Katar soll der neue Sportdirektor Leonardo eine Mannschaft zusammenstellen, die nicht nur in Frankreich um den Titel mitspielt, sondern auch international für Furore sorgen kann.

Die Gegenwart heißt noch Europa League, in der kommenden Saison soll es natürlich die Königsklasse sein. Über 80 Millionen Euro gab Leonardo dann auch aus, 42 davon gingen nach Palermo, um Spielmacher Javier Pastore nach Paris zu lotsen. Die weiteren Neuen heißen Kévin Gameiro, Jérémy Menez, Blaise Matuidi, Diego Lugano und Mohamad Sissoko und versprechen Qualität, doch Trainer Antoine Kombouaré ließ schon in der vergangenen Saison guten Fußball spielen. Der Saisonstart war holprig aber erfolgreich, mit PSG muss gerechnet werden.

Tottenham Hotspur

Der Saisonstart lässt starke Zweifel aufkommen, warum wir die Spurs zum Topfavoriten der Europa League machen. Gegen die beiden Teams aus Manchester werden aber auch andere Teams verlieren und das 2:0 bei Wolverhampton war der eigentliche Auftakt in die Saison, zumal Tottenham nach der abgesagten ersten Partie gegen Everton noch ein Nachholspiel hat.

Die Spurs nahmen im Sommer auf dem Transfermarkt zwar über 30 Millionen Euro ein und gaben – etwas untypisch – selbst nur 8,5 Millionen Euro aus, doch mit Scott Parker und Emmanuel Adebayor kamen zwei echte Verstärkungen. Zudem konnten Luka Modric und Gareth Bale gehalten werden, das Mittelfeld gehört zum Besten in der Europa League. Schlägt Stürmer Adebayor voll ein, hat Trainer Harry Redknapp auch die größte Lücke in seinem Kader geschlossen. Nimmt Tottenham den Wettbewerb ernst, führt der Weg zum Titel nur über London.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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