HOME

Europa League: Fuchs lässt Schalke jubeln - Hannover zittert sich zum Sieg

Auftakt geglückt: Schalkes Neu-Trainer Huub Stevens hat bei seinem Comeback im Ruhrpott gegen Maccabi Haifa einen 3:1-Sieg eingefahren. Im zweiten Europa-League-Spiel musste Hannover gegen Außenseiter Worskla Poltawa bis zum Schluss zittern.

Trainer Huub Stevens hat beim FC Schalke 04 ein siegreiches Comeback gefeiert. Doppel-Torschütze Christian Fuchs (8. und 66. Minute) und der eingewechselte José Manuel Jurado (82.) sicherten dem Niederländer einen schmeichelhaften 3:1- Sieg gegen Israels Fußball-Meister Maccabi Haifa. Idan Veret hatte für die Gäste zum 1:1 getroffen (35.).

Im zweiten Europa-League-Spiel des Abends quälte sich Hannover 96 in der Ukraine zu einem 2:1 (2:0) bei Außenseiter Worskla Poltawa. Nach der Heim-Nullnummer gegen Standard Lüttich sorgten Mohammed Abdellaoue (32.) und Christian Pander (44.) für die scheinbar beruhigende Pausenführung der im Europapokal weiter ungeschlagenen 96er. Der Tabellensechste aus der Ukraine verkürzte durch Alexej Kurilow (50.) und hatte danach gute Chancen zum Ausgleich, nutzte sie aber nicht. Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen in der Gruppe B hat Hannover nun eine gute Ausgangsposition.

"Es ist schön, wieder zurück zu sein"

In der Veltins Arena bejubelten die Schalke-Fans unter den 49.070 Zuschauern nicht nur den "verlorenen Sohn" Stevens, sondern auch den ersten Sieg im zweiten Europa-League-Spiel. Mit nunmehr vier Punkten hat sich der UEFA-Cup-Sieger von 1997 eine gute Ausgangsposition für die nächsten Partien in der Gruppe J geschaffen.

"Es ist schön, wieder zurück zu sein", sagte Stevens, der schon vor 14 Jahren bei Schalkes Triumph im UEFA-Cup auf der Bank saß. "Aber die Vergangenheit ist nicht wichtig. Für uns kommt es darauf an, was heute und morgen passiert", meinte der 57 Jahre alte Niederländer eine Woche nach dem Burnout-Rückzug seines Kollegen Ralf Rangnick.

Marco Höger ersetzt verletzten Atsuto Uchida

Der FC Schalke, der mit einem 0:0 in Cluj gegen Rumäniens Rekordmeister Steaua Bukarest in die Europa League gestartet war, konnte gleich bei drei angeschlagenen Profis Entwarnung geben: Torhüter Ralf Fährmann (Magen-Darm-Probleme), Torschütze Fuchs (Erkältung) und Sturm-Ikone Raúl, der über Schmerzen im Fuß klagte, standen alle in der Startelf. Auf den Japaner Atsuto Uchida (Faserriss im Oberschenkel) musste Stevens dagegen verzichten. Für den Rechtsverteidiger rückte Marco Höger in die Mannschaft.

DFB-Pokalsieger begann sein 127. Spiel in einem europäischen Pokalwettbewerb verhalten, die erste Chance hatte der zwölfmalige israelische Meister: Nach einem Eckball flog der quirlige Marlon de Jesus heran, köpfte aber daneben (7.). Das 1:0 fiel knapp 60 Sekunden später - aber auf der Gegenseite: Nach einer Blitzkombination auf der linken Außenbahn bediente Klaas Jan Huntelaar Linksverteidiger Fuchs mustergültig. Der Österreicher behielt die Nerven und erzielte sein erstes Europa-League-Tor für die Königsblauen. Beim 2:1 schlug sein direkter Freistoß im Tor von Haifa-Keeper Sari Falah ein (66.).

Fahrlässig und Leichtsinning

Schalke musste bei den sporadischen Kontern der Israelis mächtig auf der Hut sein. Vieles blieb Stückwerk, Harmonie im Spielaufbau war selten auszumachen, zudem schlichen sich teilweise Fahrlässigkeiten und Leichtsinn in die Aktionen des Bundesligafünften ein. Dennoch blieb Schalke am Drücker: Nach Freistoß von Fuchs ging ein Kopfball von Joel Matip, der oft durch Fehlpässe auffiel, knapp drüber (22.). Torjäger Raúl vergab nach Vorabeit des starken Julian Draxler die Riesenchance zum 2:0 (30.); nach der Pause strich sein Kopfball nur um Zentimeter am Pfosten vorbei (51.).

Bei den Gästen scheiterte Jurica Buljat mit einem Freistoß (34.), dann nutzte Vered den Blackout von Fährmann, der dem Kroaten den Ball vor die Füße prallen ließ, im Nachschuss zum Ausgleich. Draxler vergab die mögliche erneute Führung (41.), und beim von den Schalke-Fans schon bejubelten 2:1 stand Huntelaar keineswegs im Abseits (43.). Doch der Schiedsrichter gab den Treffer nicht.

96er starten wackelig in die Partie

Hannover spielte überraschend mit dem 35-jährigen Altin Lala in der Startformation. Der Routinier zählt seit mehr als zwei Jahren nicht mehr zur Stammelf. Für den albanischen Rekordnationalspieler blieb Manuel Schmiedebach 65 Minuten auf der Bank. Trainer Mirko Slomka setzte auf die Routine von Lala, doch der Mittelfeldspieler hatte immer wieder Probleme, wenn die Gastgeber schnell Richtung Tor unterwegs waren. Die 96er-Abwehrkette ließ in der ersten Hälfte allerdings keine großen Torchancen zu.

Nach 20 wackeligen Anfangsminuten kehrte beim Tabellensechsten der Bundesliga mehr Stabilität ein. Die ersten Warnschüsse gaben jeweils in der zehnten Minute Pander und Sergio Pinto ab. Panders Freistoß parierte Torhüter Sergej Dolganskiy, Pintos Versuch flog knapp am Pfosten vorbei. Besser machte es nach einer Phase mit einigem Leerlauf Abdellaoue. Der Angreifer verschaffte sich nach Lalas Zuspiel mit einem Antritt etwas Platz und traf aus 25 Metern ins lange Eck. Hannover übernahm nach der sehenswerten Einzelleistung des Norwegers das Kommando in der erst um kurz nach 22 Uhr Ortszeit angepfiffenen Partie.

Jan Schlaudraff versuchte sein Glück oft mit Einzelaktionen, setzte sich aber erst kurz vor der Pause erstmals entscheidend durch. Seinen Rückpass verfehlte Abdellaoue zwar bei seinem versuchten Absatzkick, doch Pander war aus spitzem Winkel zum 2:0 zur Stelle.

Poltawa wittert in der zweiten Hälfte seine Chance

Allerdings ließ Hannover die Gastgeber direkt nach der Halbzeit wieder ins Spiel kommen. Kurilow traf nach einem in die Mitte abgewehrten Freistoß mit einem Volleyschuss, den Kapitän Steven Cherundolo noch unhaltbar abfälschte. Poltawa witterte nun seine Chance, Torwart Ron-Robert Zieler stand immer häufiger im Mittelpunkt und musste unter anderem einen Freistoß von Pawel Rebenok (61.) und einen Schuss von Ahmed Januzi (64.) parieren. Rebenok traf nach Vorarbeit des agilen Roman Bezus (67.) sogar nur den Pfosten.

Hannover ließ gegen die überraschend starken Ukrainer nach dem Anschlusstor jegliche Souveränität vermissen, rettete den knappen Vorsprung aber ins Ziel.

Dietmar Fuchs, Michael Rossmann, DPA / DPA

Wissenscommunity