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FC Bayern: "Wir dürfen das Glück nicht zu sehr strapazieren"

Trotz der letzten Siege hält die Kritik der Bayern-Führung an den Leistungen der Mannschaft an. Trotzig verteidigt Hitzfeld sein Spielsystem und erklärt trotz dünner Personaldecke einen Sieg im letzten Hinrundenspiel in Freiburg zur Pflicht.

Die Bayern haben die entscheidenden Spiele der letzten Woche gegen Anderlecht und Stuttgart zwar gewonnen – alles in Butter ist beim deutschen Rekordmeister vor dem letzten Hinrundenspiel in Freiburg dadurch noch lange nichts. Uli Hoeneß hatte nach dem Spiel gegen Stuttgart die spielerischen Defizite der Mannschaft ungewohnt deutlich angesprochen, und den Trainer Hitzfeld mit den Worten ungewohnt offen kritisiert: "Vor der Rückrunde müssen wir mit dem Trainer über Grundsätzliches reden". Und meinte damit vor allem den Dauereinsatz nur halbgesunder Spieler.

Auch Karl-Heinz Rummenigge sieht die kommende Winterpause als Zeit zum Umdenken: "Wir dürfen das Glück nicht zu sehr strapazieren". Ottmar Hitzfeld will sich die Kritik nicht gefallen lassen. Ihn plagen vor dem letzten Hinrundenspiel in Freiburg auch noch ganz andere Sorgen: Neben dem gesperrten Michael Ballack (5. Gelbe Karte) fallen die Defensivkräfte Bixente Lizarazu (grippe), Samuel Kuffour (Oberschenkelverhärtung) und Robert Kovac (Zerrung) aus. "Wir werden eine ganz neue Abwehr haben", sagte der sorgengeplagte Erfolgscoach in München.

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Hitzfeld setzt weiter auf Rotation

Die sanften Sticheleien der Bayern-Führung an seinem Spielsystem wies der Lörracher barsch zurück. "Die Rotation war der Garant für unsere Erfolge der letzten Jahre, sie wurde in den letzten Wochen zu wenig angewandt, weil wir nicht die Auswahl hatten", will der Trainer keine Diskussion aufkommen lassen. Wegen Personalmangels habe er immer wieder auch nicht ausgeruhte Spieler einsetzen müssen. so Hitzfeld weiter.

Sieg in Freiburg Pflicht – Finke wünscht sich "geiles Spiel"

Für den Hinrundenabschluss bei Finkes Freiburger fordert er einen Sieg: "Wir haben uns in den letzten Spielen etwas aufgebaut, dass lassen wir uns nicht kaputt machen". Keine leichte Aufgabe, denn der SC hat von acht Heimspielen sechs für sich entscheiden können, nur eines verloren, zählt mit 19 Punkten zu den stärksten Mannschaften vor eigenem Publikum. Die Breisgauer sind in den vergangenen Duellen gegen die Bayern oftmals über sich hinausgewachsen, so dass Volker Finke dem Spiel durchaus optimistisch entgegensieht. Ein "geiles Fußballspiel" wünscht er sich und einen "tollen Jahresabschluss".

Alles andere als ein Sieg wäre für die Bayern ein herber Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft. Die Bayern rangieren derzeit in der Bundesliga-Tabelle mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Werder Bremen auf dem vierten Platz.

"Deisler wird Fußball spielen"

Davon, dass auch Sebastian Deisler in der nächsten Zeit seinen Beitrag zur erfolgreichen Titelverteidigung leisten kann, ist Ottmar Hitzfeld nach seinem Besuch im Krankenhaus überzeugt. "Den Umständen entsprechend geht es ihm gut. Er wird bald wieder Fußball spielen können". Wann das genau der Fall sein wird, sei nicht wichtig. „Wir wollen ihn nicht unter Druck setzen“

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