HOME

Champions League gegen Atlético: So schlecht stehen Guardiolas Chancen auf einen Final-Einzug

Zum dritten Mal in Folge steht Pep Guardiola mit dem FC Bayern im Halbfinale der Champions League. Zum dritten Mal gegen eine spanische Mannschaft - und zum dritten Mal vor dem Aus. Nur gibt es dieses Jahr einen entscheidenden Unterschied.

Pep Guardiola vom FC Bayern München vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Atletico Madrid

Will in seinem letzten Jahr beim FC Bayern München die Champions League gewinnen: Pep Guardiola, der dafür an Atlético Madrid vorbei muss

Das dritte Jahr unter Pep Guardiola, das dritte Halbfinale der Champions League, das dritte Mal droht dem FC Bayern München das Aus. Denn wie in den beiden Jahren zuvor, gelang dem deutschen Rekordmeister gegen einen spanischer Gegner kein Auswärtstor in der Heimat ihres scheidenden Chefcoaches. Spanische Mannschaften liegen dem Spanier nicht. 2014 gab es gegen Real Madrid erst ein 0:1, dann ein blamables 0:4 Dahoam. Gegen den FC Barcelona im vergangenen Jahr kassierten die Bayern im Camp Nou drei Tore, schieden daher trotz eines 3:2-Erfolges im Rückspiel aus.

Und nun also Atlético Madrid. Gegen die Kriegertruppe von Diego Simeone müssen Guardiolas Feinfüße zum Weiterkommen mindestens zwei Tore schießen - vorausgesetzt Manuel Neuer muss im Gegenzug nicht einmal hinter sich greifen. Keine leichte Aufgabe. Tore verhindern ist nämlich die Kernkompetenz von Atlético. In der spanischen Liga haben sie in 36 Spielen lediglich 16 Treffer kassiert. In der Champions League bislang deren fünf. "Wir sterben füreinander. Es ist wie eine Schlacht da draußen - und wir wollen Bayern schlagen", fasste Stürmer Fernando Torres vor dem Spiel zusammen, was die Spanier ausmacht. Mit Kampfkraft und Leidenschaft macht die Simeone-Elf die spielerischen Defizite zu den ganz Großen Europas wett.


Hinzu kommt: Die Defensivkünstler können in München wohl wieder auf Diego Godín zählen, der im Hinspiel verletzt fehlte. Der Abwehrchef hat entscheidenden Anteil an folgender Statistik: Von 53 Pflichtspielen in dieser Saison hat Atlético acht verloren - aber keines mit mehr als einem Tor Unterschied. Genau das aber müssen die Bayern schaffen. Viele Hoffnungen ruhen heute auf Thomas Müller. Der Knipser saß im Hinspiel zu Beginn auf der Bank - nicht wenige hatten das als Fehler Guardiolas gesehen und dem Spanier angelastet. Heute wird er in der Startelf erwartet. Müller ist für seine Torgefährlichkeit bekannt, braucht oft nur eine halbe Torchance, um zu treffen. 

Pep Guardiola wird keine weitere Chance bekommen 

 Zündet auch Müller nicht wie erhofft, so droht Pep Guardiola im dritten Jahr in Folge das selbe Schicksal. Doch dieses Mal gibt es einen entscheidenden Unterschied: Verliert der Spanier erneut, hat er kein weiteres Jahr mehr, um den Henkelpott doch noch an die Säbener Straße zu holen. Und genau daran wird man ihn rückblickend messen - allen gegenteiligen Bekundungen Sammers oder Rummenigges zum Trotz. Schließlich übernahm er den FC Bayern als Triple-Sieger von Jupp Heynckes. Im ersten Jahr holte er dann das Double, vergangenes Jahr die Meisterschaft - und 2016? Noch ist alles drin: vom Triple über das Double zu "nur" Meister. Statistikfüchse werden nun anmerken, dass theoretisch auch noch ein titelloses Jahr drin ist. Wer daran glaubt, hat aber auch vor der Saison in England sein Geld auf Leicester City gesetzt.

Und so steht für den Taktiker Guardiola heute Abend alles auf dem Spiel. Es ist seine "letzte Patrone", wie er es nennt. Die Chancen stehen schlecht, aber nicht aussichtslos. "Nur mit Aggressivität werden wir nicht gewinnen", mahnt Guadiola und hat auch schon einen konkreten Plan: "Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu denken, wie viele Tore wir schießen müssen. Was wir brauchen, ist eine gute Verteidigung." Er fasst zusammen: "Wir müssen Fußball spielen, so gut wie möglich." Ob das reichen wird, um den Spanien-Fluch des Spaniers zu brechen, wissen wir nach der heutigen Fußballnacht. Für die Bayern kann man nur hoffen, dass es eine magische wird.

Wissenscommunity