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Flugangst bei HSV-Star Guerrero: Zum Abheben reicht's wieder nicht

In Hamburg macht sich Verzweiflung breit. HSV-Angreifer Paolo Guerrero kommt einfach nicht aus Peru zurück. Der Grund: akute Flugangst. Vier Maschinen ließ er bereits sausen. Muss Guerrero jetzt per Schiff zurück nach Europa reisen?

Der Hamburger SV muss weiter auf seinen Torjäger Paolo Guerrero warten. Guerrero kommt nicht aus seiner Heimat Peru zurück. Vier Flieger hat der Peruaner nun schon sausen lassen. Wegen Flugangst. Am Mittwoch scheiterte der vorerst letzte Rückreiseversuch des verletzten Stürmers in Richtung Hansestadt. Nach Informationen von "bild.de" betrat Guerrero am Mittwochmorgen den wartenden Flieger von Lima nach Amsterdam gar nicht erst. Sein Cousin Martin Rojas, der Guerrero bei seiner Flugangst beistehen sollte, hatte kein gültiges Visum für die EU. Rojas durfte nicht fliegen, der HSV-Star blieb erleichtert mit am Boden.

Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, wollte sich der HSV eigenmächtig um ein Einreisevisum für Rojas kümmern. Daraus wurde aber anscheinend nichts. Warum Rojas zum Zeitpunkt des Abflugs über kein Visum verfügte, bleibt unklar. Die Rückreise von Paolo Guerrero entwickelt sich auch wegen des letzten verpassten Fliegers immer mehr zu einem Mysterium.

Vier gescheiterte Flugversuche

In Guerreros Januar-Rückreisebilanz stehen nun vier gescheiterte Flugversuche. Kehrt der Stürmer, der bis zu seiner Kreuzbandverletzung im September in vier Bundesliga-Spielen vier Tore schoss, überhaupt wieder an die Elbe zurück? "Wenn es nicht geht, müssen wir uns andere Schritte überlegen", sagte HSV-Coach Bruno Labbadia noch am Dienstag. Angedacht ist eine mögliche Schiffsreise zurück nach Hamburg - geschätzte Reisedauer drei Wochen. Auf See könnte der Peruaner allerdings nur eingeschränkt seine Reha nach der Kreuzbandverletzung fortsetzen.

Möglich ist auch, dass Guerrero professionelle psychologische Betreuung erhält. Labbadia erläuterte: "Das ist eine Angelegenheit, die sehr stark in private Bereiche geht, Ich maße mir in diesem Fall nicht die Kompetenz an, den Fall beurteilen zu können." Labbadia war Guerreros Problem seit Wochen bekannt. "Wir haben zuletzt extra den Druck rausgenommen", so der Coach.

Guerrero klagt seit Jahren über Flugangs, seit August vergangenen Jahres allerdings verstärkte sich die Blockade. Damals erlebten er und sein Team einen unruhigen Flug bei der Heimreise vom Europa-League-Spiel beim französischen Zweitligisten EA Guingamp. In Paris musste die Maschine wegen Hydraulikproblemen zwischenlanden.

Vertragsverlängerung steht noch aus

Abgesehen von der Flugangst liegt dem sensiblen Guerrero noch ein anderes Problem auf der Seele: Der Vertrag des peruanischen Nationalstürmers beim HSV läuft am Saisonende aus. Und ob er vorher wieder fit wird, ist unklar. Zudem haben die Rothosen mit Ruud van Nistelrooy gerade erst einen Weltstar an die Elbe gelotst. In der Reihenfolge der Stürmer dürfte also selbst ein fitter Guerrero nur noch an dritter Stelle - noch hinter Petric - stehen.

Beim Hamburger SV ist der Peruaner wegen seiner starren Haltung in Sachen Vertragsverhandlung ein wenig in Ungnade gefallen. Guerrero hatte eine deutliche Gehaltsaufstockung gefordert. "Seine Verhandlungssituation hat sich grundsätzlich verändert", sagt der Vereinsvorsitzende Bernd Hoffmann jetzt.

Verletzt und nun auch noch nicht anwesend: Das anhaltende Rückreise-Mysterium schwächt Guerreros Position zusätzlich. Flugangst und Profi-Fußball, zwei Dinge, die so gar nicht zueinander passen.

Von Felix Haas

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