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Flutkatastrophe: Kicker helfen den Opfern

Der deutsche Fußball zeigt Engagement. Die Nationalmannschaft tritt zum Benefizspiel an und Bayern München spendet mit seinen Profis 300.000 Euro als Soforthilfe.

Mit einem Benefizspiel unter Beteiligung der Nationalmannschaft und einem langfristigen Projekt des FC Bayern München hat der Fußball nach der Flutkatastrophe in Asien die Vorreiterrolle bei den Hilfsaktionen des deutschen Sports übernommen. Rekordmeister Bayern München wird mit seinen Profis als Soforthilfe 300 000 Euro spenden und damit eine Patenschaft für ein Waisenhaus, ein Kinderheim oder eine Schule in Sri Lanka übernehmen.

Hoeneß: "Wichtig sind langfristige Hilfen über den Moment hinaus"

"Wir wollen versuchen, den Kindern und Menschen, denen durch die Flutkatastrophe so viel Leid entstand und deren Zukunft derzeit so ungewiss erscheint, die Hand zu reichen, und helfen", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Bei der Starthilfe von 300 000 Euro wird es laut Manager Uli Hoeneß nicht bleiben: "Wichtig sind langfristige Hilfen über den Moment hinaus", betonte er.

Konkret wird auch die am Wochenende von DFL-Präsident Werner Hackmann angekündigte "konzertierte Aktion des deutschen Fußballs", bei der die wohl größte Spendensumme erzielt werden dürfte. Nach Angaben von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff wird ein Benefizspiel stattfinden. "Wir werden dort mit der Nationalmannschaft auftreten", berichtete Bierhoff am Montagabend in der SAT.1-Sendung "Deutschland hilft" vorab über die laufenden Gespräche zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Vorbild ist das Spiel zu Gunsten der Hochwasseropfer

Am Dienstag wurde fieberhaft an den Rahmenbedingungen der Aktion wie Ort, Termin und dem Kontrahenten für die DFB-Auswahl gearbeitet. DFB und DFL haben vor rund zwei Jahren schon einmal gemeinsame Sache für Opfer einer nationalen Naturunglücks gemacht: Ein Spiel zwischen der Nationalmannschaft und einer Ausländerauswahl der Bundesliga hatte im Dezember 2002 in der Schalke-Arena 3,5 Millionen Euro zu Gunsten der Hochwasseropfer im Osten Deutschlands eingebracht.

Die Bayern hatten sich nach Gesprächen mit dem Auswärtigen Amt für eine Hilfsmaßnahme in Sri Lanka entschieden, "wo die Not am größten ist", wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bemerkte. Vorstand und Mannschaft hatten am Montag spontan beschlossen, 300 000 Euro als erste Hilfe zur Verfügung zu stellen. "Doch dabei wird es nicht bleiben", versprach Hoeneß: "Wir wollen das Projekt über 10 oder 15 Jahre betreuen, jährlich nach dem Rechten schauen und immer wieder Kinder zu uns nach München einladen."

Hasan Salihamidzic überlebte die Flutwelle auf den Malediven

"Das Leid dort ist so schlimm und traurig, dass es einfach unsere Aufgabe ist, helfend einzugreifen", sagte Nationalspieler Michael Ballack bei der Bekanntgabe des Bayern-Projektes. Von den Münchner Profis hatte der Bosnier Hasan Salihamidzic die Flutwelle hautnah miterlebt. Den Tsunami überstand er mit seiner Familie beim Urlaub auf den weniger betroffenen Malediven allerdings unbeschadet.

Neben den Bayern helfen auch andere deutsche Profi-Clubs den Opfern in Asien: So haben der Zweitligist MSV Duisburg und der Bundesligist VfL Bochum angekündigt, den Reingewinn ihres Freundschaftsspiel am 16. Januar in der MSV-Arena einer "geeigneten Organisation" zur Opferhilfe und zum Wiederaufbau zu überweisen.

Eine konzertierte Aktion des Fußballs, wie sie DFL und DFB gerade auf die Beine stellen, hat es bereits in England gegeben. Allein die 20 Clubs der Premier League bringen gemeinsam einen Betrag von über 1,5 Millionen Euro auf.

Von Klaus Bergmann/DPA

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