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Frauen-Fußball Birgit Prinz beendet ihre Karriere


Die Laufbahn im DFB-Trikot beendete Silvia Neid - den Zeitpunkt für den Rücktritt vom Clubfußball bestimmte Birgit Prinz selbst. Mit 33 Jahren hängt Deutschlands erfolgreichste Spielerin aller Zeiten ihre Schuhe nun auch beim FFC Frankfurt an den Nagel.

214 Länderspiele, zwei WM-Titel, drei Europameisterschaften, neun Deutsche Meistertitel, dreimal Weltfußballerin des Jahres: Mit Birgit Prinz beendet eine der besten Fußballerinnen aller Zeiten ihre aktive Laufbahn. Das gab die Kapitänin des FFC Frankfurt auf einer Pressekonferenz bekannt. Aus dem Nationalteam war Prinz bereits nach der WM zurückgetreten, nun will sie auch dem FFC Frankfurt den Rücken kehren.

"Für mich ist der Moment gekommen, meine Karriere als aktive Fußballspielerin nach 25 Jahren zu beenden. Dies ist keine einfache Entscheidung für mich, da das Fußballspielen für mich immer eine große Leidenschaft war. Doch es fühlt sich jetzt nach dem richtigen Moment an", wurde Prinz auf der Website des DFB zitiert.

Nachdem sie bei der WM in Deutschland überraschend ihren Stammplatz verloren hatte, musste sie von der Bank aus mit ansehen, wie der Titelverteidiger und Gastgeber im Viertelfinale an Japan scheiterte. Zuvor hatte Prinz in ihren 214 Länderspielen sage und schreibe 128 Tore erzielt - doppelt so viele wie Inka Grings, die in diesem Jahr 33 wird und ein Jahr jünger ist als sie.

"Sind erwachsene Frauen"

Mit Bundestrainerin Silvia Neid, die Prinz' Karriere in der Nationalmannschaft faktisch schon im Juli beendet hatte, will die Frankfurterin kein schlechtes Verhältnis pflegen: "Wir haben beide auf den Deckel bekommen. Aber wir sind erwachsene Frauen und werden das Gespräch suchen". Zudem habe die Enttäuschung der WM keine Rolle bei ihrem Entschluss gespielt.

Vielmehr soll ihre berufliche Laufbahn als Diplompsychologin fortan größeren Raum in ihrem Leben einnehmen: "Das steht jetzt im Vordergrund, nachdem ich da jahrelang zurückstecken musste. Ich bin bekannt dafür, keine halben Sachen zu machen, und hatte das Gefühl, mich nicht mehr hundertprozentig für den Verein einsetzen zu können. Deshalb habe ich diesen Schritt vollzogen."

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger wollte über ein etwaiges Abschiedsspiel für die Rekordnationalspielerin noch nichts Konkretes sagen: "Jetzt, da sie ihren Rücktritt offiziell bekannt gegeben hat, wird der DFB natürlich darüber beraten, wie eine verdiente Nationalspielerin wie Birgit Prinz offiziell und angemessen verabschiedet werden kann. Dafür ist es natürlich auch unabdingbar zu wissen, wie sich Birgit selbst ihren Abschied vom aktiven Sport vorstellt. Deshalb werde ich mich bemühen zeitnah ein persönliches Gespräch mit ihr zu führen", kündigte er über dfb.de an.

In Frankfurt geboren, verbrachte Prinz bis auf ein Intermezzo bei Carolina Courage, das ihr auch den amerikanischen Meistertitel einbrachte, ihre gesamte Karriere im Damenbereich in der Mainmetropole - zunächst beim FSV, für den sie bereits mit 15 Jahren in der Bundesliga debütierte, und ab 1998 beim neu gegründeten FFC.

Daniel Raecke

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