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Frauen-Fußball: DFB-Damen siegen wieder

Die deutsche Damen-Nationalmannschaft ist erfolgreich in die Qualifikation zur EM 2013 gestartet. Fatmire Bajramaj traf gleich doppelt beim 4:1-Sieg gegen die Schweiz. Linda Bresonik und Martina Müller machten den Sack zu. Einzig die mangelnde Chancenverwertung müssen sich die Damen vorwerfen lassen.

Im ersten Länderspiel nach dem WM-Desaster haben die DFB-Frauen gegen bestenfalls drittklassige Schweizerinnen einen ungefährdeten Sieg eingefahren. Beim 4:1 (1:0) zum Auftakt der Qualifikationsrunde für die Europameisterschaft 2013 war die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid dem Fußballzwerg in allen Belangen überlegen und hätte mit ein bisschen mehr Geschick im Abschluss auch noch höher gewinnen können.

Vor einer tristen Kulisse von nur 6632 Zuschauern in der gähnend leeren Augsburger Bundesliga-Arena schossen Fatmire Bajramaj (32./66. Minute), Linda Bresonik (73.) und Martina Müller (80.) die DFB-Frauen in eine gute Ausgangsposition auf dem Weg zur EM nach Schweden. Neben der Schweiz sind Rumänien, Kasachstan, Spanien und die Türkei in den kommenden Monaten weitere deutsche Gegner. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich automatisch für das Turnier in zwei Jahren.

"Wir haben uns gegen den schwersten Gruppengegner viele Chancen herausgespielt und sind deshalb zufrieden. Einziger Makel war, dass wir viele dieser Chancen nicht genutzt haben", resümierte Neid. Doppel-Torschützin Bajramaj, bei der WM noch Ersatzspielerin, überzeugte diesmal als Spielmacherin und beteuerte: "Das war eine gute Leistung. Ich weiß aber, dass da noch mehr geht."

Deustchland als Favorit in die Gruppe gestartet

Deutschland gilt angesichts der schwachen Konkurrenz als haushoher Favorit und unterstrich diese Rolle auch. Einziger Wermutstropfen war der überflüssige Gegentreffer durch Ramona Bachmann (68.).

Die Schweizer Elf - der vermeintlich stärkste Kontrahent - beeindruckte ansonsten allenfalls durch ihre löchrige Defensive, die von Bajramaj und Co. immer wieder überrannt wurde. 69 Tage nach dem bitteren Viertelfinal-K.o. bei der Heim-WM benötigte Neids Mannschaft ohne die zurückgetretene Birgit Prinz allerdings rund eine Viertelstunde Anlauf. Mit sieben Spielerinnen, die auch am 9. Juni beim 0:1 gegen Japan in der Startelf gestanden hatten, kam Deutschland gegen tief stehende Schweizerinnen erst mit Verspätung ins Spiel und zu Torchancen.

Zuviel Chancen bis zum ersten Tor

Nach 16 Minuten führte die erste gelungene Kombination zur ersten Möglichkeit - Rechtsverteidigerin Sandra Betschart klärte Melanie Behringers Abschluss aber mit großem Einsatz gerade noch vor der Linie. Auch zahlreiche weitere Versuche von Alexandra Popp (19.), der Neu-Frankfurterin Bajramaj (24./30.) und Annike Krahn (29.) blieben ungenutzt - erst nach 32 Minuten hatte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes die bemitleidenswerte Torfrau Marisa Brunner endlich überwunden.

Nach einem katastrophalen Abspielfehler in der Schweizer Defensive brach Behringer durch und bediente die freistehende Bajramaj am Strafraum, die nach zwei zuvor vergebenen Großchancen diesmal zu ihrem neunten Länderspieltreffer einschoss.

DFB-Spielführerin Nadine Angerer, die nach den Rücktritten von Ex-Kapitän Prinz, Kerstin Garefrekes, Ursula Holl und Ariane Hingst von Neid noch etwas mehr Vertrauen und die Kapitänsbinde erhalten hatte, bekam in ihrem 103. Länderspiel fast gar nichts zu tun. Auf der Gegenseite verpassten Popp (45.) und Bajramaj (45./+1) noch vor dem Halbzeitpfiff der italienischen Schiedsrichterin Silvia Tea Spinelli weitere Treffer.

Anschließend vergab Behringer (64./65.) zweimal - kurz darauf machte es Bajramaj besser und traf mit einem Kullerball, der den Weg ins Tor fand. Spätestens nach dem 3:1 durch die Duisburgerin Bresonik war die Partie entschieden.

sportal.de / sportal

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