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FUSSBALL: Berti bleibt Trainer in Leverkusen

Berti Vogts bleibt Chefcoach bei Bayer 04 Leverkusen, muss aber nach der Saison um eine Fortsetzung seines Engagements bangen.

Berti Vogts bleibt Chefcoach bei Bayer 04 Leverkusen, muss aber nach der Saison um eine Fortsetzung seines Engagements bangen. »Die Wölfe heulen, einer muss weg vom Schlitten. Das haben wir nicht gemacht«, erklärte Bayer- Manager Reiner Calmund am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Der 54-jährige Ex- Bundestrainer hat sich nach einem Gespräch am Sonntag und zweitägiger Bedenkzeit selbst entschlossen, nicht aufzugeben. »Er hat uns dann informiert, dass er die Kraft hat, die Mannschaft weiter zu führen«, berichtete Calmund, der allerdings auch deutlich machte: »Es geht bei uns um vier Spiele.« Der Vertrag mit Vogts läuft aber eigentlich noch bis 2003.

Völler näher zur Mannschaft

Zur Unterstützung von Vogts soll Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, der in Personalunion DFB-Teamchef ist, aber erst im Juni die nächsten WM-Qualifikationsspiele anstehen hat, »in nächster Zeit dichter an die Mannschaft rücken« (Calmund). »Berti ist die Nummer eins, bleibt der Chef«, relativierte Völler seine Rolle. Berti Vogts sei die Entscheidung, an Bord zu bleiben, nicht leicht gefallen. »Am Sonntag war Berti angeknockt. Es war nicht einfach für ihn. Wir alle haben versucht, ihn aufzubauen«, so Völler.

»Schicksalsspiel«?

Trotz aller Seelenmassage und Vorwartstrategie könnte eine weitere Pleite am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern nach bereits acht Niederlagen in der fünfmonatigen Ära Vogts den Trainerstuhl bei Bayer endgültig zum Schleudersitz machen. Schließlich musste der dreimalige deutsche Vize-Meister und Tabellen-Vierte nicht nur erneut den Traum vom ersten Titel aufgeben. Er muss auch um das Erreichen eines Tickets für die Champions League bangen, das Einnahmen von 30 Millionen Mark aufwärts garantieren würde.

Vorerst im Amt bleiben weiterhin Vogts Assistenten Pierre Littbarski, Wolfgang Rolff und Harald Schumacher, die zuletzt arg kritisiert wurden. Dennoch scheint das mit vielen Vorschuss-Lorbeeren bedachte kollektive Trainer-Projekt ein Auslaufmodell zu werden. Denn zu den Maßnahmenkatalog von Calmund und Co. gehört auch, dass Amateur-Trainer Peter Hermann intensiver in die Arbeit eingebunden wird.

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